Im Wormser Stadtteil Herrnsheim steht ein Schloss, dessen heutiges Gesicht vor allem einer energischen Bauherrin zu verdanken ist: Marie Louise, Tochter des Herzogs Emmerich Joseph von Dalberg, ließ es 1837 durch den Architekten Ignaz Opfermann umgestalten und gab ihm damit im Wesentlichen die Form, die es noch heute hat.
Von der Burg der Dalberger zum Empire-Schloss
Die Geschichte des Ortes reicht bis 1460 zurück, als die Familie von Dalberg, in der Rolle der Kämmerer von Worms, hier eine Burg errichtete. Nach schweren Zerstörungen entstand ab 1711 ein barockes Schloss, das 1792 erneut beschädigt wurde. Aus den Ruinen baute der Mannheimer Architekt Jakob Friedrich Dyckerhoff ab 1809 die Anlage im Stil des Empire neu auf. Beim Umbau unter Opfermann bekam das Hauptgebäude ein zusätzliches Geschoss, eine umlaufende Terrasse und eine hoch dekorative gusseiserne Treppe, eine der ältesten Konstruktionen dieser Bauweise in ganz Deutschland. 1883 verkaufte die Familie das Anwesen an den Wormser Industriellen Cornelius Wilhelm von Heyl, seit 1958 gehört es der Stadt Worms.
Was dich im Park erwartet
Der Park misst 10,5 Hektar und gilt als der wichtigste Landschaftspark im englischen Stil, den es in Rheinland-Pfalz gibt. Angelegt wurde er ab 1788 vom Gartenarchitekten Friedrich Ludwig von Sckell, sein Nachfolger Johann Michael Zeyher erweiterte die Anlage bis 1824. Seither zählt das Bauwerk zu den Denkmälern von nationalem Rang, eine Einstufung aus dem Jahr 2014. Seit 2021 laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten, weshalb das Innere derzeit nicht zugänglich ist, den Park kannst du aber weiterhin durchstreifen.











