Auf einer quadratischen Anlage in Worms erhebt sich eine mehr als drei Meter hohe Bronzestatue Martin Luthers, umgeben von elf weiteren Figuren. Abgesehen vom internationalen Reformationsdenkmal, das in Genf steht, zählt das Lutherdenkmal zu den größten Reformationsdenkmälern der Welt und wurde am 25. Juni 1868 feierlich enthüllt.
Warum gerade Worms
Anlass für das Denkmal waren Luthers Thesenanschlag von 1517 und vor allem sein Auftritt beim Reichstag zu Worms 1521, wo er seine Thesen vor Kaiser Karl V. verteidigte. Den Gesamtentwurf und die zentrale Luther-Statue schuf der Bildhauer Ernst Rietschel, an den übrigen Figuren arbeiteten seine Schüler Adolf von Donndorf, Johannes Schilling und Gustav Adolph Kietz. Gegossen wurde das Denkmal in der Kunstgießerei Lauchhammer. Bei der Enthüllung kamen über 100.000 Besucher nach Worms, unter ihnen auch König Wilhelm I. von Preußen.
Was die Figuren erzählen
Unterhalb von Luther sitzen vier Vorläufer der Reformation: Petrus Waldus, Jan Hus, John Wyclif und Girolamo Savonarola. Die mit 27 Zinnen bekrönte Mauer rund um die Anlage zeigt weitere Reformatoren sowie Allegorien bedeutender Reformationsstädte wie Augsburg, Speyer und Magdeburg. Wenn du die Anlage umrundest, erschließt sich dir so nebenbei ein ganzes Figurenprogramm zur Geschichte der Reformation, mitten im Zentrum von Worms.











