Mitten im Zentrum von Kaiserslautern, am Hang des Rittersbergs unterhalb des neuen Rathauses, liegen die Reste einer Burg, die im Volksmund nach ihrem bekanntesten Bewohner benannt ist: der Barbarossaburg. Von der einstigen Wehr- und Verwaltungsanlage sind heute vor allem Mauerreste aus rotem Sandstein und die Grundrisse einer Doppelkapelle erhalten, die den Umfang der mittelalterlichen Pfalz erahnen lassen.
Von der Siedlung zur Kaiserpfalz
Der Platz war schon lange vor der Pfalz besiedelt: Grabungen in den frühen 1990er Jahren legten ein Gräberfeld mit Fundstücken aus dem 6. Jahrtausend vor Christus frei, der früheste Nachweis einer Besiedlung hier. Als karolingischer Hof „villa luthra“ taucht der Ort erstmals 830 in Urkunden auf. Zur mächtigen Pfalzanlage wurde er zwischen 1152 und 1158, als der damalige Kaiser, Friedrich Barbarossa, hier bauen ließ. In den folgenden Jahrzehnten kehrten Herrscher immer wieder hierher zurück, darunter sein Enkel Friedrich II., der 1234 einen Hoftag abhielt.
Was heute noch zu sehen ist
Im südwestlichen Teil des Geländes liegen die noch sichtbaren Mauerreihen, dazu kommt eine Pflasterung, die den Grundriss des einstigen Saalbaus nachzeichnet. Eine Infostele gegenüber den Ruinen zeigt per 3D-Visualisierung, wie die Pfalz einmal ausgesehen haben könnte. Der Förderkreis Kaiserpfalz Kaiserslautern organisiert Führungen, bei denen du auch den Casimirsaal und die unterirdischen Gänge besichtigen kannst, die sonst verschlossen bleiben. Die Ruine selbst liegt frei zugänglich an der Burgstraße, nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt.











