Unweit von Rathaus und Innenstadt liegt eine weitläufige Gartenanlage, die zu den größten ihrer Art in Europa zählt. Eröffnet wurde sie im Jahr 2000, auf einer rund 13.500 Quadratmeter großen Fläche, die sich über etwa 200 Meter erstreckt und in der Breite zwischen 30 und 80 Metern variiert.
Vom Steinbruch zum Gartenprojekt
Bis ins Jahr 1870 wurde auf dem Gelände Buntsandstein abgebaut, später entstand hier der Villenpark „Am Abendsberg“, den Bankier Karl Karcher vom Frankfurter Landschaftsarchitekten Siesmayer im englischen Stil ausbauen ließ. Die Nationalsozialisten enteigneten die Familie Karcher 1933/1934, Bombenangriffe zerstörten 1943 Villen und Park fast vollständig. 1980 übernahm die Stadt das brachliegende Areal und taufte es Lautertalpark. Die eigentliche Idee für einen japanischen Garten entstand 1993 bei einem Besuch einer Kaiserslauterer Delegation in Bunkyō, einem Tokioter Stadtbezirk und Partnerstadt der Pfalzmetropole. 1997 gründete sich daraufhin der Trägerverein.
Teiche, Wasserfälle und ein echtes Teehaus
Eröffnet wurde die Anlage am 19. April 2000 mit einem großen Koi-Teich als erstem Bauabschnitt. Ein Jahr später folgten ein Bachlauf und vier Wasserfälle, darunter einer mit zwölf Metern Fallhöhe. Zwischen 2004 und 2005 kam ein Zen-Garten mit Steinen und Moos hinzu, gestaltet nach dem Vorbild traditioneller Kare-san-sui-Gärten. Besonders eindrucksvoll ist das historische Teehaus, das ursprünglich um 1900 in einem Park in Tokio stand und 2003 von der Stadt erworben und am Teich wieder aufgebaut wurde. Der alte Baumbestand aus der Zeit des Villenparks, mehr als ein Jahrhundert alt, ist bis heute erhalten: Blutbuchen, Eiben und Platanen prägen das Bild. Regelmäßig finden Taiko-Konzerte und traditionelle Feste wie Hanami oder Tsukimi statt, im Teehaus werden zudem standesamtliche Trauungen abgehalten.











