Am westlichen Ende der Kröpeliner Straße steht das Kröpeliner Tor, das westlichste der vier großen Tore der alten Rostocker Stadtbefestigung. Errichtet wurde es um 1270 im gotischen Stil und galt mit seinen zwei Geschossen schon damals als eines der größten unter den einst bis zu 22 Rostocker Stadttoren. Ob der Name auf die Kleinstadt Kröpelin oder ein gleichnamiges Patriziergeschlecht zurückgeht, ist bis heute nicht geklärt.
Vom Wehrbau zum Prunkbau
Ursprünglich besaß das Tor nur zwei Stockwerke, noch heute erkennbar an der unterschiedlichen Farbe der Steine. Um das Jahr 1400 beschloss das Bürgertum, das Tor um fünf weitere Geschosse auf seine heutigen 54 Meter aufzustocken, um Reisenden auf dem Weg nach Lübeck und Wismar die hanseatische Bedeutung Rostocks vor Augen zu führen. 1847 erhielt das längst funktionslose Tor einen neugotischen Vorbau und wurde dadurch zu einem Schmuckstück der Stadt, bei einer Restaurierung 1905 kam zudem ein Greif in die Spitzbogenblende hinzu.
Gut erhalten bis heute
Die britischen Bombenangriffe von 1942 überstand das Tor fast unbeschädigt, trotzdem wurde der neugotische Vorbau 1945 aus gestalterischen Gründen entfernt. Weitere Restaurierungen folgten von 1966 bis 1969. Lange beherbergte das Tor das Museum für Stadtgeschichte, heute nutzt die Geschichtswerkstatt Rostock die Räume im Inneren.













