An der Wasserstraße im historischen Stadtkern von Wismar steht das Wassertor, das letzte erhaltene von ursprünglich fünf Stadttoren der Hansestadt. Errichtet wurde es 1450 im Stil der Backsteingotik und war zugleich das einzige Tor, das direkt zum Hafen führte. Die übrigen vier Tore dienten ausschließlich dem Verkehr zu Lande.
Baustil und Besonderheiten
Durch einen spitzbogigen Durchgang gelangst du unter den Turm, darüber ragt ein quadratisches Geschoss mit Satteldach auf. Zur Stadt hin krönt ein Treppengiebel mit Zinnen und sechs schmalen Blendbögen das Bauwerk, zur Hafenseite hin wurde 1600 ein dreieckiger Giebel ergänzt. Auf beiden Seiten findest du jeweils zwei Wappen der Stadt Wismar. Als im Zuge der industriellen Entwicklung 1869 und 1870 die übrige Stadtmauer samt den anderen Toren abgerissen wurde, blieben nur das Wassertor und der benachbarte Alte Wasserturm als Zeugen der alten Befestigung stehen.
Vom Stadttor zum Filmset
Heute hat im Wassertor der Verein Club maritim seinen Sitz. Eine Gedenktafel im Durchgang erinnert an den Stummfilm „Nosferatu“ von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahr 1922, für den damals mehrere Szenen in Wismar entstanden. Gemeinsam mit der übrigen Altstadt gehört das Wassertor zum UNESCO-Welterbe der Historischen Altstädte von Stralsund und Wismar.













