Südlich von Rostock liegt in der Stadt Güstrow eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser Norddeutschlands. Während das Schweriner Schloss im 19. Jahrhundert stark verändert wurde, blieb Schloss Güstrow weitgehend im Originalzustand erhalten und vereint italienische und französische Bauformen mit norddeutscher Grundstruktur.
Residenz der Mecklenburger Herzöge
An der Stelle des heutigen Schlosses stand zunächst eine Burg, die erstmals 1307 urkundlich erwähnt wurde. Nachdem 1557 der Südflügel abgebrannt war, nutzte Herzog Ulrich von Mecklenburg die Gelegenheit für einen prächtigen Neubau und beauftragte dafür den aus Schlesien stammenden Architekten Franziskus Pahr. Zwischen 1628 und 1630 residierte sogar Albrecht von Wallenstein, ein bekannter Feldherr jener Zeit, als mecklenburgischer Herzog im Schloss. Mit Torhaus und Schlossbrücke des Baumeisters Charles Philippe Dieussart war der Bau 1671 vollendet. In späteren Jahrhunderten verlor das Schloss an Bedeutung und diente zeitweise als Kriegslazarett und Landarbeitshaus.
Kunst und Garten
Zur historischen Ausstattung zählen der stuckierte Ahnen- und Hirschfries aus den 1570er Jahren und die Deckenstuckaturen von 1620 im Festsaal. Seit 1972 beherbergt das Schloss ein Museum mit Werken norddeutscher Kunst, dazu Jagd- und Prunkwaffen, und gehört heute zum Staatlichen Museum Schwerin. Der angrenzende Schlossgarten im Stil eines Renaissancegartens zählt zu den seltenen Beispielen dieser Gartenform in Deutschland. Wegen umfangreicher Bauarbeiten sind Schloss und Dauerausstellung derzeit geschlossen, der Garten bleibt jedoch zugänglich.




