Auf dem rund einen Hektar großen Marktplatz von Wismar steht die Wasserkunst, das Wahrzeichen der Hansestadt. Der niederländische Baumeister Philipp Brandin aus Utrecht entwarf den Zwölfeckbau, der nach dem Prinzip eines Laufbrunnens funktionierte und sich an Formen der niederländischen Renaissance orientiert. Auf den Kalksteinecken sitzt eine kupferne Haube mit sechseckiger Laterne.
Jahrzehnte bis zur Fertigstellung
Im 16. Jahrhundert organisierten die Stadtväter die Trinkwasserversorgung Wismars, zunächst über einen 1563 gebauten, vom Mühlenteich gespeisten Vorgängerbau. Als der Bedarf stieg, leitete man Wasser von den Metelsdorfer Quellen über Holzrohre zu einem Sammelbecken, das 1595 auf den Markt verlegt wurde. Brandin übernahm 1579 die Planung für einen steinernen Ersatzbau, Streitigkeiten um die Finanzierung verzögerten den Bau jedoch über Jahre. Erst 1594 stimmte der Bürgerausschuss dem Weiterbau zu, Brandin starb jedoch noch im selben Jahr. Vollendet wurde die Wasserkunst 1602 vom Lübecker Meister Heinrich Dammert.
Vom Trinkwasserspeicher zum Wahrzeichen
Über ein weitverzweigtes Leitungssystem erreichte das Quellwasser einst etwa 220 Wohnhäuser sowie 16 öffentliche Zapfstellen in der Stadt. An ihrer Ostseite standen ursprünglich zwei Bronzefiguren als Wasserleiter, im Volksmund Adam und Eva genannt, sie sind heute im Stadtmuseum Schabbellhaus zu sehen. Nach mehreren Umbauten und einer umfassenden Restaurierung zwischen 1966 und 1976 prägt die Wasserkunst bis heute das Bild des historischen Marktplatzes.













