Wenn du dich dem Luisenplatz in Potsdam näherst, fällt dir zuerst die ungewöhnliche Doppelgesichtigkeit des Tores auf: Von der Stadtseite zeigt sich ein ruhiger Bau mit schlanken Lisenen und Trophäenschmuck, von der Feldseite dagegen eine wehrhafte Säulenfront mit vergoldeten Trompeten und Kriegstrophäen auf der Attika. Zusammen mit dem Nauener Tor und dem Jägertor zählt dieses Bauwerk zu den drei letzten Resten der einstigen Potsdamer Stadtbefestigung.
Vom Wachposten zum Triumphbogen
Schon um 1733 stand hier ein einfacheres Tor, an dem die Landstraße nach Brandenburg begann. Als der Siebenjährige Krieg vorüber war, wollte Friedrich der Große diesen Zugang zur Garnisonstadt aufwerten und ließ ihn durch ein Triumphtor ersetzen, das den Rang Preußens unter den europäischen Großmächten zeigen sollte. Die Baumeister Georg Christian Unger und sein Lehrmeister Carl von Gontard orientierten sich dabei an römischen Vorbildern wie dem Konstantinsbogen: Gontard gestaltete die Stadtseite, Unger die Feldseite. Die kleineren Durchgänge an den Seiten, früher Wachstube und Zollstelle, wurden erst im 19. Jahrhundert für Fußgänger geöffnet.
Der Luisenplatz als Vorfeld
Vor dem Tor liegt der Luisenplatz, bereits 1744 unter Friedrich II. als Karree angelegt und erst Jahrzehnte später von Peter Joseph Lenné bepflanzt. Nachdem die alte Stadtmauer verschwunden war, steht das Tor heute frei und lässt sich von allen Seiten umgehen. Von hier aus siehst du schnurgerade die Kirche St. Peter und Paul, ein kurzer Spaziergang, der dir einen guten Eindruck von der Potsdamer Innenstadt gibt.














