Etwa 100 Kilometer nordwestlich von Berlin liegt am Ostufer des Grienericksees Schloss Rheinsberg, ein Musterbeispiel des Friderizianischen Rokokos und Vorbild für Schloss Sanssouci. An seiner Stelle stand im Mittelalter eine Wasserburg, aus der die Familie von Bredow ein Renaissanceschloss machte. 1734 erwarb König Friedrich Wilhelm I. das Anwesen und schenkte es seinem Sohn, dem späteren König Friedrich II.
Die glücklichsten Jahre eines Königs
Als Kronprinz bezog Friedrich 1736 zusammen mit seiner Frau Elisabeth Christine die südliche Flügelseite des Gebäudes. In den folgenden Jahren wurde das Gebäude unter seiner Regie erweitert, Baumeister waren Johann Gottfried Kemmeter und, später hinzugekommen, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Antoine Pesne schuf in dieser Zeit im Spiegelsaal das Deckengemälde „Der Tag vertreibt die Finsternis“. Rückblickend bezeichnete Friedrich diese Jahre in Rheinsberg als die glücklichste Phase seines Lebens. Nach seiner Thronbesteigung 1740 überließ er das Anwesen vier Jahre später seinem Bruder Heinrich, der es mit seiner Frau Wilhelmine von Hessen-Kassel bewohnte und zu einem bedeutenden Musenhof ausbaute.
Literarischer Ruhm und Museum
Theodor Fontane widmete Rheinsberg ein Kapitel seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, Kurt Tucholsky verewigte den Ort in seiner Erzählung „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“. Nach der Enteignung 1945 diente das Schloss zeitweise als Diabetiker-Sanatorium, heute gehört es der Berlin-Brandenburgischen Schlösserstiftung und lässt sich wieder als Museum besichtigen. Es beherbergt das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum, im Park erinnert der Obelisk am gegenüberliegenden Seeufer an Friedrichs Bruder August Wilhelm von Preußen.











