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Sehenswürdigkeit

Volkspark Jungfernheide

Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Volkspark Jungfernheide in Charlottenburg entstand ab 1904 auf einem Teilstück der historischen Jungfernheide, einem einst ausgedehnten Waldgebiet. Mit rund 146 Hektar bietet er Wasserturm, Teich, Sportplätze und ein ehemaliges Wildgehege, das heute als Hundeauslauf dient.

  • Rund 146 Hektar große Grünanlage, eröffnet am 27. Mai 1923
  • Backstein-Wasserturm von 1925 bis 1927, erbaut nach Plänen von Erwin Barth
  • Zwei Bärenskulpturen aus Muschelkalk am früheren Haupteingang, eine davon 2011 neu geschaffen
  • Gustav-Böß-Freilichtbühne für 2000 Besucher, nach dem Vorbild antiker Theater
  • Jungfernheideteich mit Strandbad am Südufer, gespeist über den Nonnengrabenkanal

Im Berliner Ortsteil Charlottenburg-Nord liegt eine der größeren Grünflächen der Stadt: der Volkspark Jungfernheide. Mit Wasserturm, Freilichtbühne und einem Badeteich bietet der Park auf rund 146 Hektar Platz für Sport, Spiel und Erholung, benannt nach dem historischen Waldgebiet, aus dem er entstand.

Von der Heide zum Stadtpark

Namensgebend für den Park ist die Jungfernheide, ein ausgedehntes Waldgebiet östlich von Spandau, das bis um 1800 als kurfürstliches Jagdrevier diente. Der Name leitet sich von den Nonnen eines Spandauer Klosters ab, zu deren Besitz das Gelände im Mittelalter gehörte. Ab 1824 richtete das Militär hier Exerzier- und Schießplätze ein, später entstanden Kasernenbauten für ein Luftschiffer-Bataillon.

1904 kaufte die Stadt Charlottenburg vom preußischen Staat ein rund 200 Hektar großes Areal der Jungfernheide, um einen Stadtpark anzulegen. Mit der Planung beauftragte sie den Gartenbaudirektor Erwin Barth. Der Erste Weltkrieg verzögerte die Umsetzung zunächst, erst im Oktober 1920 begannen im Rahmen eines Notstandsprogramms rund 100 Erwerbslose mit den Vorarbeiten. Fertig war die Anlage schließlich am 27. Mai 1923, passend eröffnet zu den Charlottenburger Spiel- und Sportwochen jenes Jahres.

Wasserturm, Bären und Freilichtbühne

Schon in Barths ersten Plänen war ein Wasserturm vorgesehen, der als Landmarke, Aussichtspunkt und Standort für eine Kaffeewirtschaft dienen sollte. Der zuständige Amtsleiter Walter Helmcke kürzte den Turm später und verzichtete auf die Kaffeewirtschaft, gebaut wurde er von 1925 bis 1927 im Stil des Backsteinexpressionismus. Heute beherbergt das Erdgeschoss ein Café mit Biergarten.

Am südöstlichen Haupteingang standen früher zwei aus Muschelkalk gefertigte Bärenskulpturen, die eine Sichtachse zum Wasserturm bildeten. Nach Kriegsschäden fehlte eine der beiden Figuren lange, bis sie 2011 als originalgetreue Kopie neu aufgestellt wurde, finanziert mit 52.000 Euro aus einem Förderprogramm für UNESCO-Welterbestätten.

Zwischen 1923 und 1925 entstand die Gustav-Böß-Bühne, eine Freilichtbühne für 2000 Besucher, gestaltet nach dem Muster antiker Theater wie dem in Ephesos und benannt nach dem damaligen Berliner Oberbürgermeister. 1925 kam ein Ehrenhain für im Ersten Weltkrieg gefallene Niederdeutsche hinzu, wegen Geldmangels konnte er aber erst 1933 fertiggestellt werden. Dieser Krieger-Ehrenhain wurde später beim Ausbau des Kurt-Schumacher-Damms zerstört.

Zerstörungen und Wiederaufbau

Zahlreiche Kriegsschäden trafen auch diesen Park, nach dem Krieg zerstörten zudem Straßenausbauten Teile des historischen Haupteingangs. 1931 öffnete bereits eine Fläche für Schwarz- und Damwild, die in den 1990er Jahren zu einem rund 5500 Quadratmeter großen Hundeauslaufgebiet umgewandelt wurde. Der Wildbestand selbst zog 2013 nach Brandenburg um.

Tipps für deinen Besuch

Der Park ist für Familien und Sportfans gleichermaßen interessant: Im Nordwesten liegen Sportplätze, dazu ein seit 1956 erweiterter Abenteuerspielplatz und ein Waldhochseilgarten im Südosten. In der Mitte liegt der Jungfernheideteich mit Strandbad, sein Wasser stammt letztlich aus dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal. In der Nähe findest du den Schlossgarten Charlottenburg in rund 2,4 Kilometern und Schloss Charlottenburg selbst in etwa 2,7 Kilometern. Das Wildtiergehege und die Classic-Remise Berlin liegen in rund 2,8 Kilometern, das Damwildgehege und die Sammlung Scharf-Gerstenberg in etwa 2,9 Kilometern. Hunde sind im Park willkommen, der Eingang ist rollstuhlgerecht gestaltet.

Häufige Fragen

Was ist die Jungfernheide?

Die Jungfernheide war ein ausgedehntes Waldgebiet östlich von Spandau, das zwischen 1895 und 1960 stark verkleinert wurde. Teile wurden zum Flughafen Tegel, andere zu den Ortsteilen Siemensstadt und Charlottenburg-Nord. Nach ihr benannt ist unter anderem der Volkspark Jungfernheide.

Wann wurde der Volkspark Jungfernheide eröffnet?

Die Stadt Charlottenburg erwarb das Gelände 1904, geplant wurde der Park vom Gartenbaudirektor Erwin Barth. Die offizielle Eröffnung fiel auf den 27. Mai 1923, verbunden mit den damaligen Charlottenburger Spiel- und Sportwochen.

Was kann ich im Wasserturm des Parks machen?

Zwischen 1925 und 1927 gebaut, trägt der Turm Stilmerkmale des Backsteinexpressionismus. Heute ist im Erdgeschoss ein Café mit Biergarten untergebracht.

Kann ich im Volkspark Jungfernheide baden?

Der künstlich angelegte Jungfernheideteich hat an seinem Südufer ein Strandbad. Das Wasser bezieht der Teich über den Nonnengrabenkanal aus dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal.

Darf ich im Park mit dem Hund laufen?

Ja, im ehemaligen Wildgehege wurde in den 1990er Jahren ein rund 5500 Quadratmeter großes Areal zum Hundeauslaufgebiet erklärt.

Quellen: de.wikipedia.org

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