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Sehenswürdigkeit

Stadtwald

Köln-Lindenthal

Der Kölner Stadtwald in Lindenthal ist eine über 200 Hektar große Parkanlage mit Weihern, Kanälen und einem Tierpark. Angelegt wurde er ab 1895 auf Beschluss der Stadtverordneten, seither ist er eines der beliebtesten Naherholungsgebiete auf der linken Rheinseite.

  • Über 200 Hektar Fläche mit Weihern, einem rund 750 Meter langen Verbindungskanal und sechs Brücken
  • Tierpark Stadtwald mit Dam- und Rehwild auf rund 8 Hektar, seit 1951 wieder geöffnet
  • Angelegt ab 1895 nach Entwurf von Gartenbaudirektor Adolf Kowallek im Stil des Historismus
  • Stadtwalderweiterung von rund 100 Hektar jenseits des Militärrings, ab 1919 nach Plänen von Fritz Encke
  • Gedenkkreuz an der Friedrich-Schmidt-Straße zur Erinnerung an die Entführung von Hanns Martin Schleyer 1977

Westlich der Kölner Innenstadt, mitten im Stadtbezirk Lindenthal, liegt eine der größten Grünflächen der Stadt: der Kölner Stadtwald. Weiher, ein Wegenetz mit vielen Kilometern Länge, Sport- und Spielplätze und ein Tierpark machen ihn zu einem Ausflugsziel für Familien, Jogger und alle, die eine Pause vom Großstadtlärm suchen.

Von der Kitschburg zum Volkspark

Bevor hier Wald stand, lag an dieser Stelle das Hofgut Kitschburg, erstmals 1669 in Steuerlisten erwähnt. Nach mehreren Besitzerwechseln, unter anderem an einen Kölner Bankier und später an den Priesterseminarbesitz, ging das Anwesen 1888 zusammen mit der Eingemeindung Lindenthals in den Besitz der Stadt Köln über. Nur ein Nebengebäude der alten Kitschburg steht heute noch, mit einem Dachstuhl, der die Jahreszahl 1759 trägt.

1895 kaufte die Stadt das Gelände zwischen Dürener und Aachener Straße auf, am 4. Juli desselben Jahres beschlossen die Stadtverordneten den Bau. Die Planung übernahm der städtische Gartenbaudirektor Adolf Kowallek, der kurz zuvor schon den Volksgarten in der Südstadt entworfen hatte. Sein Konzept verband weite Rasen- und Waldflächen im Stil des Historismus mit Sport- und Spielflächen, ein für die damalige Zeit fortschrittlicher Gedanke.

Weiher, Kanäle und die erste Waldschenke

Ab März 1896 ließ die Stadt einen rund 3,9 Hektar großen Weiher ausheben, der Aushub füllte alte Ziegeleigruben in der Umgebung. 1898 öffnete die Waldschenke im westlichen Waldbestand, wenig später entstand ein zweiter, kleinerer Weiher. Die beiden Wasserflächen verbindet seit 1920 ein knapp 750 Meter langer Kanal, über den sechs Brücken führen. Um die Jahrhundertwende hatte der gesamte Bau rund 2,5 Millionen Goldmark gekostet, Umgestaltungen liefen noch bis 1920 weiter.

Schon 1899 fanden auf den Volkswiesen des Parks die ersten großen Festspiele statt: 108 Sport- und Gesangsvereine traten vor rund 40.000 Zuschauern auf. Die Tradition, den Stadtwald für große Veranstaltungen zu nutzen, hielt sich lange, bis in den 1930er Jahren Motorsportrennen über eine eigene Rundstrecke mitten im Park führten.

Gastronomie, Erweiterung und Konrad Adenauer

Aus der alten Villa Kitschburg entstand 1901 das Stadtwaldrestaurant, mit großem Saal für 500 Gäste und einer Gartenterrasse von fast 8.000 Quadratmetern. In den 1960er Jahren verkaufte die Stadt das Gebäude an die Mineralölgesellschaft Esso, die dort ein Motor Hotel errichtete. Seit 2013 führt das Haus den Namen Leonardo Hotel Köln am Stadtwald.

Als Konrad Adenauer 1917 Kölner Oberbürgermeister wurde, trieb er auch die Gestaltung der Lindenthaler Grünanlagen voran, umgesetzt vom Gartenbaudirektor Fritz Encke. Ab 1919 entstand jenseits des Militärrings die Stadtwalderweiterung auf rund 100 Hektar ehemaligem Ackerland, inklusive der angrenzenden Sportanlagen des Sportpark Müngersdorf. 1924 waren die Arbeiten abgeschlossen. Am Weiher der Erweiterung steht heute das Club Astoria, ein früheres Offizierscasino der belgischen Streitkräfte, das seit 2007 als Restaurant mit Biergarten verpachtet ist.

Tierpark und heutige Nutzung

Im Inneren des alten Stadtwaldteils liegt seit rund 1908 ein umzäuntes Gehege für Dam- und Rehwild auf etwa 8 Hektar. Während des Zweiten Weltkriegs war die Anlage geschlossen, 1951 öffnete sie mit einem Spießer und drei Muttertieren neu und wuchs seither zu einem größeren Rudel heran. Insgesamt misst der Stadtwald heute 205,3 Hektar, darin eingerechnet der Wildpark und die Erweiterung. Weil die Aufforstung erst in den 1920er Jahren systematisch begann, ist der Baumbestand meist nicht älter als 80 Jahre, vorherrschend sind Buche, Eiche, Esche, Linde und Ahorn.

An der Friedrich-Schmidt-Straße erinnert ein Gedenkkreuz an den Anschlag der RAF im September 1977, bei dem während der Entführung von Hanns Martin Schleyer vier Menschen ermordet wurden.

Tipps für deinen Besuch

Der Stadtwald liegt direkt an mehreren Stadtbahnhaltestellen: Die Linie 1 bedient die Strecke zwischen Aachener Straße/Gürtel und Alter Militärring in Müngersdorf, die Linien 7 und 13 fahren bis zur Dürener Straße/Gürtel, ergänzt durch die Buslinie 136. In der Nähe liegen der Lindenthaler Tierpark direkt am Park, das Museum für Ostasiatische Kunst in gut zwei Kilometern Entfernung, der Hiroshima-Nagasaki-Park und der Beethovenpark jeweils rund zweieinhalb Kilometer weiter sowie der Innere Grüngürtel in etwa drei Kilometern. Wer einen ganzen Nachmittag einplant, kann Tierpark, Weiher und die angrenzenden Sportanlagen gut zu Fuß verbinden.

Häufige Fragen

Ist der Kölner Stadtwald kostenlos zugänglich?

Ja, der Stadtwald ist eine öffentliche Grünanlage und jederzeit frei zugänglich. Auch der Tierpark im Inneren des Parks kostet keinen Eintritt.

Was gibt es im Tierpark Stadtwald zu sehen?

Auf einem umzäunten Gelände von rund 8 Hektar lebt Dam- und Rehwild. Die Anlage besteht seit etwa 1908, war im Zweiten Weltkrieg geschlossen und wurde 1951 mit einem Spießer und drei Muttertieren neu bestückt.

Wie komme ich zum Kölner Stadtwald?

Mit der Stadtbahn erreichst du den Stadtwald über die Linien 1, 7 und 13 sowie die Buslinie 136. Zahlreiche Haltepunkte liegen direkt am Park, etwa entlang der Dürener Straße oder am Alten Militärring in Müngersdorf.

Welche Bäume wachsen im Stadtwald?

Weil der Park erst seit den 1920er Jahren systematisch aufgeforstet wurde, ist der Baumbestand in der Regel nicht älter als 80 Jahre. Vorwiegend stehen heimische Laubbäume wie Buche, Eiche, Esche, Linde und Ahorn, Koniferen sind selten.

Darf ich im Stadtwald mit dem Hund spazieren gehen?

Ja, Hunde sind im Stadtwald willkommen. Für Rollstuhlfahrer gibt es Parkplätze und einen rollstuhlgerechten Eingang.

Quellen: de.wikipedia.org

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