Der Innere Grüngürtel zieht sich als rund sieben Kilometer langer Grünzug vom Riehler Rheinufer bis an die Luxemburger Straße. Entstanden ist er nach dem Ersten Weltkrieg auf dem geschleiften Festungsring und reiht Parkflächen wie den Aachener Weiher, den Friedenspark und den Rosengarten aneinander.
- Rund 7 Kilometer langer Grünzug auf dem ehemaligen inneren Festungsring
- Hauptbauzeit in der Phase hoher Nachkriegsarbeitslosigkeit, vor allem in den frühen 1920er Jahren
- Aachener Weiher mit rund vier Hektar Wasserfläche an der Aachener Straße
- Friedenspark um Fort I mit erhaltenen Festungsterrassen als Blumengarten
- Rosengarten um Fort X am Neusser Wall als südliches Gegenstück
Dass Köln heute einen langen Grünzug mitten durch die Stadt hat, verdankt sich einer militärischen Anlage, die irgendwann ihren Zweck verlor und zum Glücksfall für die Stadtplanung wurde. Der Innere Grüngürtel setzt am Riehler Ufer des Rheins an und endet an der Luxemburger Straße, auf dem Weg dorthin reihen sich immer wieder eigenständige kleine Parkanlagen aneinander.
Von der Festung zum Grünzug
Um 1900 galt Köln als die größte Festungsstadt im Deutschen Reich. Nachdem die Rheinlande nach dem Wiener Kongress an Preußen gefallen waren, befestigte das Militär die Stadt zwischen 1816 und 1846 mit Bollwerken, vorgelagerten Forts und kleineren Zwischenwerken. Diese dichte Bebauung bremste zugleich das Wachstum der Stadt: Flächen für Wohnungen und Industrie fehlten, während die Anlagen selbst durch die fortschreitende Waffentechnik ihre militärische Bedeutung verloren. 1907 erwarb die Stadt das komplette Festungsgelände von Preußen zurück, gegen Zahlung von 23 Millionen Reichsmark, und konnte sich endlich ausbreiten.
Wirklich frei für eine zivile Nutzung wurde das Areal aber erst nach dem Ersten Weltkrieg, als der innere Festungsring laut Versailler Vertrag abgetragen werden musste. Hier kam Oberbürgermeister Konrad Adenauer ins Spiel, der früh erkannte, welchen Wert solche Flächen für die Lebensqualität in der Großstadt haben könnten. Er holte den Hamburger Stadtplaner Fritz Schumacher und den Gartendirektor Fritz Encke in die Stadt, gemeinsam entstand die Idee vielseitig nutzbarer Grünanlagen, ein Konzept, das im benachbarten Äußeren Grüngürtel noch konsequenter umgesetzt wurde.
Ein Grünzug mit Lücken und Höhepunkten
Die eigentliche Bauzeit lag größtenteils in den frühen 1920er Jahren, einer Phase hoher Arbeitslosigkeit, in der die Anlage der Parks zugleich als Beschäftigungsmaßnahme für viele Arbeiter diente. Ganz geschlossen ist der Ring bis heute nicht: Die Parkflächen um das alte Fort IV im Volksgarten, schon in den späten 1880er Jahren vom Gartenarchitekten Adolf Kowallek gestaltet, liegen durch die Bahnstrecke zur Südbrücke getrennt vom übrigen Grüngürtel. Direkt am Rhein nimmt die Idee des Grünzugs mit dem Friedenspark wieder Fahrt auf, der rund um das ehemalige Fort I liegt und dessen alte Festungsterrassen heute als Blumengarten blühen. Am anderen Ende, weiter südlich am Neusser Wall, bildet der Rosengarten um Fort X ein passendes Gegenstück.
Zwischen diesen beiden Polen dehnen sich weite Wiesen und Parkflächen, dazu der Aachener Weiher, ein etwa vier Hektar großer See an der Aachener Straße. In seiner unmittelbaren Umgebung ließ sich ab 1929 die Universität zu Köln nieder. Gerade in diesem Bereich lässt sich die ursprünglich streng geometrische Wegeführung der 1920er Jahre noch heute gut nachvollziehen. Begrenzt wird der Grüngürtel stadtwärts durch die Bahnlinie um die Neustadt, nach außen durch die Innere Kanalstraße und die Universitätsstraße.
Die „Alhambra“ in Köln-Nippes
Ein ganz eigener, kleinerer Teil des Grünzugs liegt im Stadtteil Nippes, zwischen Merheimer Platz und Escher Straße. Diese Anlage trägt den Namen „Alhambra“, weil sie dem Löwenhof der echten Alhambra in Granada nachempfunden wurde. In ihrer Mitte liegt ein abgesenkter Staudengarten mit Brunnen, dessen Konzeption wahrscheinlich auf Entwürfe des Gartenarchitekten Karl Foerster zurückgeht. Der Hauptbrunnen und ein kleinerer Wandbrunnen führen schon seit längerer Zeit kein Wasser mehr, trotzdem bleibt die symmetrisch angelegte Fläche mit altem Baumbestand, Sitzbänken und einem kleinen Spielplatz ein beliebtes Ziel für Spaziergänger im Viertel.
Tipps für deinen Besuch
Der Innere Grüngürtel liegt im Kölner Stadtteil Innenstadt und ist jederzeit kostenlos zugänglich, mit rollstuhlgerechtem Eingang und entsprechenden Parkplätzen; Hunde sind willkommen. In der Nähe liegen das Museum für Ostasiatische Kunst (1,3 Kilometer), das Kollwitz Museum Köln und der Hiroshima-Nagasaki-Park (jeweils 1,4 Kilometer) sowie das Museum für Angewandte Kunst, das Römisch-Germanische Museum im Belgischen Haus und das Kölnische Stadtmuseum, alle drei rund 1,7 Kilometer entfernt. Weil sich der Grüngürtel über mehrere Kilometer zieht, lohnt sich ein Spaziergang in Abschnitten, etwa vom Aachener Weiher zum Friedenspark am Rhein oder in die andere Richtung zum Rosengarten am Neusser Wall.
Häufige Fragen
Wie lang ist der Innere Grüngürtel in Köln?
Rund sieben Kilometer Grünfläche verbinden das Riehler Rheinufer mit der Luxemburger Straße. Noch in den 1960er Jahren war der Zug kürzer und hörte schon an der Zülpicher Straße auf.
Woher stammt das Gelände des Inneren Grüngürtels?
Die Flächen gehörten zum inneren Festungsring, mit dem Köln ab 1816 preußische Festungsstadt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Ring auf Grundlage des Versailler Vertrags geschleift werden, wodurch das Gelände für die heutigen Parkanlagen frei wurde.
Wer hat den Inneren Grüngürtel geplant?
Die Idee stammt von Oberbürgermeister Konrad Adenauer, der die Bedeutung von Grünflächen für die Großstadt erkannte. Umgesetzt wurde die Planung mit dem Stadtplaner Fritz Schumacher und dem Gartendirektor Fritz Encke, gebaut wurde vor allem in den frühen 1920er Jahren.
Was ist der Aachener Weiher im Inneren Grüngürtel?
Der Aachener Weiher ist ein rund vier Hektar großer See an der Aachener Straße, dessen geometrische Wegeführung noch heute an die ursprüngliche Gestaltung aus den 1920er Jahren erinnert. In unmittelbarer Nähe liegt die Universität zu Köln, die sich 1929/1934 an den Grüngürtel anschloss.
Ist der Innere Grüngürtel frei zugänglich?
Ja, der Innere Grüngürtel ist eine öffentliche Grünanlage der Stadt Köln und jederzeit kostenlos zugänglich. Hunde sind willkommen, es gibt einen rollstuhlgerechten Eingang und rollstuhlgerechte Parkplätze.
Quellen: de.wikipedia.org, stadt-koeln.de
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