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Sehenswürdigkeit

Sowjetisches Ehrenmal Treptow

Berlin

Das Sowjetische Ehrenmal ist die zentrale der vier sowjetischen Gedenkstätten Berlins und ist zugleich Soldatenfriedhof. Über 7000 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten der Roten Armee sind hier bestattet, die Anlage wurde im Mai 1949 fertiggestellt.

  • Zentrales von vier sowjetischen Ehrenmalen in Berlin, errichtet nach einem Wettbewerb mit 33 Entwürfen
  • Über 7000 bestattete Soldaten der Roten Armee in 32 Sammelgräbern, darunter rund 100 Frauen
  • Kolossalstatue „Der Befreier“ von Jewgeni Wutschetitsch, mit Hügel und Sockel 30 Meter hoch
  • Sechzehn Sarkophage mit Reliefs und Stalin-Zitaten auf Russisch und Deutsch
  • Bis 2004 für mehr als elf Millionen Euro von der Bundesrepublik saniert

Im Treptower Park liegt die zentrale der vier Gedenkstätten, die die Sowjetunion in Berlin errichten ließ: das Sowjetische Ehrenmal. Es ist zugleich Denkmal und Soldatenfriedhof, über 7000 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten der Roten Armee sind hier bestattet.

Vier Ehrenmale für die gefallenen Soldaten

Nach Kriegsende ließ die Rote Armee insgesamt vier solcher Gedenkanlagen im Berliner Stadtgebiet errichten, zum Andenken an die gefallenen Rotarmisten, darunter rund 80.000 sowjetische Soldaten, die allein bei der Eroberung Berlins ihr Leben verloren. Neben der zentralen Anlage im Treptower Park entstanden weitere Gedenkstätten in der Pankower Schönholzer Heide, im Tiergarten und im Bucher Schlosspark. Alle vier sind zugleich Siegesdenkmale und sowjetische Kriegsgräberstätten in Deutschland.

Bau unter Vorrang vor dem Wohnungsbau

Die sowjetische Kommandantur schrieb für die Gestaltung der Treptower Gedenkstätte einen Wettbewerb aus, aus dem 33 Entwürfe hervorgingen. Den Zuschlag erhielt ab Juni 1946 ein sowjetisches Künstlerkollektiv unter Leitung des Architekten Jakow B. Belopolski, gemeinsam mit dem Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch, dem Maler Alexander A. Gorpenko und der Ingenieurin Sarra S. Walerius. Als Standort wählte man eine frühere Spiel- und Sportwiese am “Neuen See”, der ursprünglich 1896 zur Berliner Gewerbeausstellung angelegt worden war. Fertig war die Anlage im Mai 1949.

Entstanden ist das Ehrenmal in den ersten Jahren des Kalten Krieges. Trotz akuter Wohnungsnot und einem Bausektor, der unter Material- und Arbeitskräftemangel litt, bekam der Denkmalbau von den sowjetischen Behörden Priorität vor dem Wiederaufbau von Wohnraum. Die feierliche Einweihung fiel auf den 8. Mai 1949, den vierten Jahrestag des Kriegsendes. Für ostdeutsche Politiker wie Otto Grotewohl war das Monument vor allem ein Zeichen der Dankbarkeit gegenüber der Sowjetarmee als Befreier.

Die Anlage

Der Weg durch das streng achsensymmetrische Ehrenmal beginnt an einem Triumphbogen aus grauem Granit, dessen Inschrift jene ehrt, die für die Freiheit und Unabhängigkeit der sozialistischen Heimat ihr Leben ließen. Ein breiter Weg, gesäumt von Hänge-Birken, leitet zum Hauptfeld, das von zwei großen, stilisierten Fahnen aus rotem Granit mit knieenden Soldatenfiguren flankiert wird. Treppen führen von dort zum zentralen Gräberfeld hinab, markiert durch fünf quadratische Steinplatten mit Lorbeerkränzen, während die eigentlichen Gräber an den Rändern der Anlage liegen.

Sechzehn weiße Kalksteinsarkophage säumen den äußeren Rand des Gräberfelds. Reliefs zur Kriegsgeschichte schmücken ihre Längsseiten, dazu Zitate von Josef Stalin, auf Russisch an der Nordseite, auf Deutsch an der Südseite. Den Abschluss der Anlage bildet ein künstlich aufgeschütteter Hügel mit der Skulptur “Der Befreier” des Bildhauers Jewgeni Wutschetitsch: Eine Soldatenfigur hält in der rechten Hand ein Schwert, auf dem linken Arm ein gerettetes Kind, während unter ihren Stiefeln ein Hakenkreuz zerbricht. Mit 12 Metern Höhe und 70 Tonnen Gewicht thront die Figur über einem begehbaren Pavillon mit kunstvoller Kuppelmosaik, zusammen mit dem Hügel erreicht sie eine Gesamthöhe von 30 Metern über dem zehn Hektar großen Gelände.

Erinnerung und Pflege bis heute

Bis 2004 investierte die Bundesrepublik über elf Millionen Euro in die Instandsetzung der Anlage, einschließlich der Restaurierung der Statue des Rotarmisten. Eine feste Tradition ist die Gedenkkundgebung am 9. Mai, seit 1995 jedes Jahr mit Blumen- und Kranzniederlegungen, mitorganisiert vom Bund der Antifaschisten Treptow unter dem Motto “Tag der Befreiung”. Zwischenstaatlich verpflichtete sich die Bundesrepublik 1992 im Abkommen mit Russland, die sowjetischen Kriegerdenkmale dauerhaft zu erhalten. Die 7200 hier bestatteten sowjetischen Soldaten liegen in 32 Sammelgräbern, darunter rund 100 Frauen, überwiegend als Ärztinnen und Funkerinnen im Kriegsdienst. Die in Berlin lebende Elena Dmitrieva erforscht seit 2016 mit der Initiative Obelisk International die Identität der Toten und hat die offiziellen Namenslisten dabei um mehrere tausend Einträge erweitert.

Hinweise für deinen Besuch

Das Sowjetische Ehrenmal liegt an der Puschkinallee im Treptower Park und ist frei zugänglich. Rollstuhlgerechte Parkplätze und ein barrierefreier Eingang sind vorhanden. Als Gedenkort und Soldatenfriedhof ist ein ruhiger, respektvoller Umgang angemessen. In der Umgebung liegen das RAW-Gelände (rund 2,7 Kilometer) und der Körnerpark (2,8 Kilometer).

Häufige Fragen

Wann und warum wurde das Ehrenmal errichtet?

Auf Weisung der Sowjetischen Militäradministration wurde die Anlage im Mai 1949 fertiggestellt, zur Ehrung der gefallenen Soldaten der Roten Armee, insbesondere der rund 80.000 Angehörigen, die beim Sturm auf die Stadt ums Leben kamen. Obwohl in der Nachkriegszeit Wohnraum knapp war, bekam der Bau Vorrang vor dem Wohnungsbau.

Wie viele Soldaten sind hier bestattet?

Etwa 7200 sowjetische Soldaten ruhen in 32 Sammelgräbern unter Rasenflächen, ohne einzelne Kennzeichnung. Unter ihnen befinden sich rund 100 Frauen, die meisten davon Ärztinnen und Funkerinnen, sowie Soldaten aus verschiedenen früheren Sowjetrepubliken, darunter rund 1500 aus der Ukraine und 500 aus Belarus.

Was stellt die große Statue dar?

Die Skulptur „Der Befreier“ von Jewgeni Wutschetitsch zeigt eine Soldatenfigur mit einem Schwert in der rechten Hand, auf dem linken Arm ein Kind, darunter zerbricht ein Hakenkreuz. Die Figur misst 12 Meter und wiegt 70 Tonnen, sie steht auf einem künstlich angelegten Hügel, der zusammen mit ihr eine Gesamthöhe von 30 Metern erreicht.

Gibt es jährliche Gedenkveranstaltungen?

Seit 1995 gibt es jedes Jahr am 9. Mai eine Gedenkkundgebung mit Blumen- und Kranzniederlegungen, organisiert unter anderem vom Bund der Antifaschisten Treptow. Sie steht unter dem Motto „Tag der Befreiung“.

Ist das Ehrenmal frei zugänglich?

Ja, die Gedenkstätte im Treptower Park ist frei zugänglich. Rollstuhlgerechte Parkplätze und ein barrierefreier Eingang sind vorhanden. Als Gedenkort ist ein respektvoller Umgang angemessen.

Quellen: de.wikipedia.org

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