RAW-Gelände
Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg
Der Boxhagener Platz, im Kiez kurz „Boxi“ genannt, ist die zentrale Grünfläche in Berlin-Friedrichshain. Seit 1905 findet hier samstags ein Wochenmarkt statt, sonntags ein Trödelmarkt, dazu ein Planschbecken und das denkmalgeschützte „Café Achteck“. Der Platz steht als Gartendenkmal unter Schutz.
Zwischen Grünberger Straße, Krossener Straße, Gärtnerstraße und Gabriel-Max-Straße liegt der Boxhagener Platz, im Volksmund kurz „Boxi“. Er ist Erholungswiese, Kinderspielplatz, Marktplatz und Treffpunkt in einem und zeigt an keiner anderen Stelle Friedrichshains so deutlich, wie unterschiedlich die Menschen im Kiez ticken.
Seinen Namen trägt der Platz seit 1900, als Anlehnung an das frühere Vorwerk Boxhagen, Richtung dem die nahe gelegene Boxhagener Straße verläuft. Davor war die Fläche lediglich unter der nüchternen Bezeichnung Platz D bekannt. Fertig angelegt wurde der Platz 1903, heute steht er als Gartendenkmal unter Schutz.
Mit der aufkommenden Industrie in der Umgebung wurde das Quartier rund um den Platz zum Arbeiterviertel. Eine Ausnahme bildeten die genossenschaftliche Wohnanlage am Helenenhof sowie, bis zum Ersten Weltkrieg, die vornehmere Knorrpromenade für betuchtere Bewohner. Während der Nachkriegszeit und der DDR-Jahre veränderte sich die Gegend vergleichsweise wenig, anders als der nördlich der Frankfurter Allee liegende Teil Friedrichshains. Nach der Wende prägten Hausbesetzungen das Umfeld, bis die Mainzer Straße 1990 geräumt wurde. Ein Relikt aus jener Zeit ist bis heute legalisiert: das Hausprojekt direkt gegenüber dem Platz in der Grünberger Straße.
Seit 1905, also seit mehr als einem Jahrhundert, findet auf dem Boxhagener Platz jeden Samstag ein Wochenmarkt statt. Verkauft werden hier frisches Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren, dazu Spezialitäten aus Region und Ausland. Sonntags kommt ein Trödelmarkt hinzu, der sich über die Jahre zu einem beliebten Anlaufpunkt entwickelt hat. Weil sich Anwohner über die Größe beschwerten, wurde der Flohmarkt 2004 von den Behörden verkleinert, seitdem bieten vor allem professionelle Händler ihre Waren an, private Verkäufer sind seltener geworden.
Die westliche Hälfte des Platzes ist Kindern vorbehalten: Hier liegen ein Spielplatz und ein großes Planschbecken mit rund 300 Quadratmetern Wasserfläche. Die markanten Pinguin- und Entenfiguren am Becken gehen auf einen Entwurf des Landschaftsarchitekten Erwin Barth aus der Mitte der 1920er Jahre zurück. 2004 wurde dieser Bereich umstrukturiert, bekam einen zusätzlichen Zaun und ein weiteres kleines Spielgerät, seitdem dürfen Hunde hier nicht mehr hinein. Die östliche Hälfte dominiert dagegen eine große freie Wiese.
Auf dieser östlichen Seite steht außerdem das „Café Achteck“, eine öffentliche Toilette mit achteckigem Grundriss aus grün lackierten, verzierten Gusseisensegmenten. Errichtet wurde sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen des Stadtbaurats Carl Theodor Rospatt, ursprünglich nur für Männer gedacht. 1992 brannte das historische Häuschen aus. Erst Ende der 1990er Jahre wurde es äußerlich originalgetreu wiederhergestellt und innen modernisiert, im Oktober 2000 ging es wieder in Betrieb.
Der Boxhagener Platz hat auch Schattenseiten. Ausgerechnet in der Walpurgisnacht kommt es regelmäßig zu Spannungen mit Polizeikräften, bei einer solchen Nacht im Jahr 2007 nahmen die Beamten 61 Menschen fest. Auch 2006 sorgte eine Gruppe von Erwachsenen, von den Nachbarn „Stress-Brigade“ genannt, mit wiederholten Provokationen für Aufsehen. Der Verein Karuna betreibt auf dem Platz einen Pavillon, in dem suchtgefährdete Jugendliche im Rahmen von Sozialstunden mitarbeiten können.
Literarisch und filmisch ist der Platz ebenfalls präsent: 2004 erschien der Roman „Boxhagener Platz“ von Torsten Schulz, der 2010 mit Schauspielern wie Jürgen Vogel und Michael Gwisdek verfilmt wurde und auf der Berlinale Premiere feierte. Gedreht wurde allerdings größtenteils in den Studiokulissen in Babelsberg, weil sich der echte Platz seit der Romanhandlung im Jahr 1968 zu stark verändert hatte.
Der Boxhagener Platz liegt mitten im Friedrichshainer Kiez und ist jederzeit kostenlos und barrierefrei zugänglich, Hunde sind auf dem größten Teil der Fläche willkommen. In der Nähe liegen das RAW-Gelände (0,6 Kilometer), das Wall Museum an der East Side Gallery (1,3 Kilometer), das Computerspielemuseum (1,4 Kilometer) und die East Side Gallery selbst (1,5 Kilometer). Wer noch weiter laufen möchte, erreicht das Stasimuseum nach 1,9 und die Markthalle Neun nach 2,1 Kilometern. Für den authentischen Eindruck lohnt sich ein Besuch am Samstagvormittag während des Wochenmarkts oder sonntags, wenn sich die Flohmarktstände über den Platz ziehen.
Seit 1905 findet hier jeden Samstag ein Wochenmarkt mit frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren statt. Sonntags gibt es zusätzlich einen Trödelmarkt, der 2004 wegen Anwohnerbeschwerden verkleinert wurde.
Das „Café Achteck“ ist eine öffentliche Toilette aus gusseisernen, grün lackierten Wandsegmenten, errichtet Ende des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen von Stadtbaurat Carl Theodor Rospatt. 1992 brannte das Häuschen aus, wurde Ende der 1990er Jahre originalgetreu rekonstruiert und im Oktober 2000 wieder in Betrieb genommen.
Der Platz bekam seinen Namen 1900 nach dem Vorwerk Boxhagen, zu dem die nördlich parallel verlaufende Boxhagener Straße führte. Vor 1900 hieß die Fläche schlicht Platz D, die Anlage selbst wurde 1903 fertiggestellt.
Der Platz ist grundsätzlich hundefreundlich und barrierefrei zugänglich. Auf dem seit 2004 zusätzlich eingezäunten Kinderspielbereich auf der westlichen Hälfte dürfen Hunde seitdem allerdings nicht mehr hinein.
Ja, der Boxhagener Platz ist eine öffentliche Grünanlage und jederzeit frei zugänglich, Eintritt gibt es nicht.
Quellen: de.wikipedia.org
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