Markthalle Neun
Berlin
Die East Side Gallery zeigt auf dem längsten noch stehenden Abschnitt der Berliner Mauer eine dauerhafte Freiluft-Kunstgalerie, entlang der Spree in Friedrichshain. 1990 bemalten 118 Künstler aus 21 Ländern die 1316 Meter lange Hinterlandmauer mit Kommentaren zum Mauerfall.
Entlang der Spree, zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke, steht das längste noch erhaltene Teilstück der Berliner Mauer: die East Side Gallery. 1316 Meter Beton, auf der einstmals Ost-Berlin zugewandten Seite durchgehend bemalt, machen sie zu einer dauerhaften Open-Air-Galerie.
Die Geschichte beginnt im November 1989, wenige Wochen nach dem Mauerfall. Der Verband Bildender Künstler der DDR wandte sich hilfesuchend an den westdeutschen Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, weil den DDR-Künstlern ab Herbst 1989 die staatlichen Aufträge und damit das Einkommen wegbrachen. Nach dreimonatigen Gesprächen entstand die Idee eines gemeinsamen Projekts: die East Side Gallery. Im Februar 1990 erteilten das Ministerium für Nationale Verteidigung und der Ministerrat der DDR die offizielle Erlaubnis, über Botschaften wurden Künstler aus aller Welt eingeladen.
Als Sponsoring von Coca-Cola und McDonald’s im Gespräch war, vermittelt über die US-Botschaft, lehnten die Ostberliner Künstler in langen Diskussionen ab: Sie wollten die gerade erst gewonnene Unabhängigkeit nicht durch Sponsorenbindung wieder aufs Spiel setzen. Im Sommer 1990 bot sogar die Botschaft Japans an, das fertige Mauerstück auf ein Ausstellungsgelände in Japan zu verschiffen, scheiterte jedoch an den damals ungeklärten Besitzverhältnissen der Mauer. Konkret wurde es am 28. September 1990: Auf einem Schiff mitten auf der Spree feierten die Beteiligten die Eröffnung der East Side Gallery. 118 Künstler aus 21 Nationen hatten zuvor auf den 1316 Metern Mauer mehr als hundert Bilder hinterlassen, in denen sich Erleichterung über den Mauerfall und das Ende des Kalten Krieges spiegelte.
Witterung und Graffiti setzten den Bildern über die Jahre erheblich zu, einige verschwanden vollständig. 1996 gründete sich unter Kani Alavi ein Verein, der sich seither um Erhalt und Sanierung kümmert. Eine erste größere Sanierung erfolgte im Jahr 2000, bei der 40 besonders angegriffene Bilder restauriert wurden. Im Oktober 2008 begann eine umfassendere Sanierung mit 2,2 Millionen Euro Budget, bei der auch die Stahlbewehrungen des Mauerwerks freigelegt und von Korrosion befreit werden mussten, wofür ein Großteil der Bilder abgestrahlt wurde.
Zur Wiederherstellung der Motive lud man die noch lebenden Künstler ein, ihr Werk ein zweites Mal an die Mauer zu malen. Von den 115 Künstlern, die noch lebten, sagten 87 zu und erhielten dafür eine Aufwandsentschädigung von 3000 Euro. Acht Künstler weigerten sich, weil sie darin eine Verletzung ihrer Urheberrechte sahen, weshalb bis heute vereinzelt unbemalte Felder zwischen den farbigen Flächen bestehen. Die sanierte Galerie öffnete am 6. November 2009 wieder für Besucher. Seit 2018 kümmert sich die Stiftung Berliner Mauer um den baulichen Erhalt und die inhaltliche Vermittlung des Ortes.
Mehrfach musste die Galerie städtebaulichen Maßnahmen weichen. Im Juli 2006 wurde für den Bau der heutigen Uber Arena ein rund 41 Meter langer Abschnitt herausgelöst und 50 Meter versetzt aufgestellt. Für den Wiederaufbau der Brommybrücke begannen im März 2013 weitere Bauarbeiten, die trotz des Protests von zunächst 400 und später rund 6000 Demonstranten, darunter der Schauspieler David Hasselhoff, fortgesetzt wurden. Unter Polizeischutz entfernte man am 27. März 2013 vier weitere Teilsegmente für eine Baustellenzufahrt.
Die East Side Gallery liegt an der Mühlenstraße und ist sowohl vom Ostbahnhof als auch von der Oberbaumbrücke aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. In der Nähe findest du das Wall Museum direkt an der Galerie (0,5 Kilometer), die Markthalle Neun (0,6 Kilometer) und das RAW-Gelände (0,9 Kilometer) sowie das Computerspielemuseum und den Boxhagener Platz (1,4 beziehungsweise 1,5 Kilometer). Parkplätze gibt es sowohl kostenpflichtig als auch kostenlos, der Eingang ist rollstuhlgerecht. Für Hintergrundwissen zu den einzelnen Kunstwerken bietet die Stiftung Berliner Mauer ein Führungsprogramm an.
Nach einem Hilferuf DDR-Künstler an westdeutsche Kollegen im November 1989 entstand das gemeinsame Projekt. Im Februar 1990 erfolgte nach Genehmigung durch das Ministerium für Nationale Verteidigung die offizielle Gründung. Von Frühjahr bis zur Eröffnung am 28. September 1990 bemalten 118 Künstler aus 21 Ländern das 1316 Meter lange Mauerstück.
Größtenteils nicht. Witterung und Graffiti beschädigten die Bilder über die Jahre stark. Bei der Sanierung ab 2008 kamen viele der noch lebenden Künstler zurück nach Berlin, um ihr Bild erneut zu malen. Die heutigen Werke sind damit überwiegend die 2009 entstandenen Repliken, acht Künstler verweigerten eine Neufassung.
Wegen städtebaulicher Maßnahmen ist die Galerie nicht mehr durchgehend erhalten. 2006 wurde für den Bau der heutigen Uber Arena ein etwa 41 Meter langer Abschnitt versetzt, 2013 wurden weitere Segmente für die Brommybrücke entfernt, trotz Protesten von Tausenden Demonstranten.
Ja, die East Side Gallery ist frei zugänglich und jederzeit zu besichtigen. Es gibt kostenpflichtige und kostenlose Parkplätze in der Nähe sowie einen rollstuhlgerechten Zugang.
Das bemalte Mauerstück liegt an der Mühlenstraße in Friedrichshain, am Spreeufer zwischen zwei Bahnhöfen: dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke, beide sind zu Fuß erreichbar.
Quellen: de.wikipedia.org
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