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Sehenswürdigkeit

Körnerpark

Berlin-Neukölln

Der Körnerpark in Berlin-Neukölln entstand in einer ehemaligen Kiesgrube, die der Unternehmer Franz Körner der Stadt 1910 schenkte. Mit Fontänen und der Orangerie Neukölln ähnelt die rund 2,4 Hektar große Anlage einem Schlosspark.

  • Orangerie Neukölln mit Café und Galerie für wechselnde Ausstellungen
  • Gelände liegt mehrere Meter unter dem Niveau der umliegenden Straßen, eingerahmt von Stützmauern
  • Zählt neben Märchenbrunnen und Lietzensee-Kaskade zu den wichtigsten neobarocken Gartenanlagen Berlins
  • Fundort eines Reitergrabs aus der Völkerwanderungszeit, entdeckt 1912
  • Seit 2. April 2004 denkmalgeschützt

Wer in Neukölln von der belebten Karl-Marx-Straße ein paar Schritte abbiegt, taucht plötzlich in eine andere Welt ein: Der Körnerpark liegt deutlich tiefer als die umgebenden Straßen und erinnert mit seiner Orangerie, den Fontänen und der strengen Symmetrie eher an einen Schlosspark als an eine gewöhnliche Grünanlage.

Von der Kiesgrube zum Park

Der Grund, auf dem der Park heute liegt, diente ursprünglich dem Kiesabbau. Sein Eigentümer, der Unternehmer Franz Körner, übereignete das Gelände 1910 an Rixdorf, wie die Stadt vor ihrer Umbenennung in Neukölln hieß, verband diese Schenkung aber mit einer Forderung: Die künftige Grünanlage sollte seinen Namen tragen. Zwischen 1912 und 1916 entstand daraus eine Parkanlage im Stil des Neobarock, vermutlich nach Plänen von H. R. Küllenberg. Die damaligen Stadtväter erhofften sich davon einen Impuls für das umliegende Viertel, das durch die neue Grünfläche an Ansehen gewinnen sollte.

Verwahrlosung und Wiederherstellung

Lange Jahre litt der Park unter seiner Nähe zum Flughafen Tempelhof: Bis zu dessen Stilllegung 2008 lag er mitten in der Einflugschneise und verfiel zusehends. Bereits ab 1977 begann das zuständige Bezirksamt dennoch damit, die gärtnerische Gestaltung auf Basis historischer Unterlagen Stück für Stück zurückzuholen. Dabei kamen die Kaskade und die Wasserkanäle wieder in Ordnung, Kübelpflanzen zogen erneut auf die Orangerie-Terrasse, und auch die Staudenbeete wurden neu bepflanzt. Im April 2004 erhielt die gesamte Anlage den Status eines Baudenkmals.

Orangerie, Kaskade und Reitergrab

Weil hier einst Kies abgebaut wurde, liegt das Gelände heute spürbar unter dem Niveau der umliegenden Straßen, eingerahmt von Mauern auf drei Seiten. An eine davon, im Westen, schmiegt sich die Orangerie, entworfen von Reinhold Kiehl und in ihrer Anmutung an Versailles erinnernd. Fachleute zählen den Park zu den wichtigsten Beispielen für neobarocke Gartenkunst in Berlin, gleichrangig mit dem Märchenbrunnen und der Kaskadenanlage am Lietzensee. Im Gebäude der Orangerie zeigt eine 1983 eröffnete, vom Bezirk getragene Galerie seither wechselnde Schauen internationaler Künstler. Zu einem archäologischen Fundort wurde das Areal 1912, als Bauarbeiter bei Grabungen ein Grab aus der Völkerwanderungszeit freilegten. Darin lag ein Mann von etwa 40 Jahren zusammen mit seinem Pferd, dazu Reste eines beschlagenen Gürtels, Metallteile und ein Langschwert, das quer über dem Körper platziert war.

Ein Park für Veranstaltungen

Im Sommer verwandelt sich der Platz vor der Orangerie regelmäßig in eine Bühne, etwa für die beliebte Reihe mit Sonntagsterminen im Juni. Parallel dazu wechseln sich in der Galerie das ganze Jahr über Ausstellungen zu Malerei, Fotografie und zeitgenössischer Kunst ab. Ein besonders schöner Moment für Besucher ist der Blick von oben, von der Straßenebene auf die exakt gestutzten Beete und das plätschernde Wasser der Kaskade.

Tipps für deinen Besuch

Die Ausstellungsräume öffnen von Montag bis Sonntag zwischen 10 und 20 Uhr, Eintritt bezahlst du keinen. Rundherum findest du mehrere weitere Ziele: Das KINDL-Zentrum für zeitgenössische Kunst liegt etwa einen Kilometer entfernt, die Ramones Cafe-Bar-Museum-Kombination rund 1,2 Kilometer. Mit etwas mehr Zeit erreichst du nach ungefähr 2,2 Kilometern den Tierpark in der Hasenheide und nach 2,6 Kilometern das weite Tempelhofer Feld, dessen Flugbetrieb den Park jahrzehntelang beeinträchtigte. Zugang zum Gelände bietet eine Rampe von der Wittmansdorfer Straße, ein rollstuhlgerechtes WC steht ebenfalls bereit.

Häufige Fragen

Woher hat der Körnerpark seinen Namen?

Die Fläche war früher eine Kiesgrube, die ihrem Eigentümer Franz Körner gehörte. 1910 übergab er sie an Rixdorf, den Vorläufer Neuköllns, verknüpfte die Schenkung aber mit einer Bedingung: Der künftige Park sollte seinen Namen tragen.

Was kann ich im Körnerpark sehen?

Im westlichen Teil liegt die Orangerie mit Café und Galerie, davor plätschern Fontänen. Im Norden erwartet dich ein Blumengarten. Weil hier früher Kies gefördert wurde, liegt das gesamte Gelände heute mehrere Meter unter dem Niveau der umliegenden Straßen, gehalten von Stützmauern.

Wurde im Körnerpark etwas Historisches gefunden?

Ja. 1912 stießen Bauarbeiter an der Kreuzung Jonas-/Selkestraße auf ein Grab aus der Völkerwanderungszeit, bestattet waren darin ein Reiter und sein Pferd aus dem 5. oder 6. Jahrhundert.

Ist der Eintritt in die Galerie im Körnerpark kostenlos?

Ja, der Besuch der Galerie im Gebäude der Orangerie ist kostenlos, Stand Oktober 2026.

Wann ist der Körnerpark geöffnet?

Die Galerie im Körnerpark hat Montag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr geöffnet, Stand Oktober 2026. Am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar bleibt sie geschlossen. Die Grünanlage selbst ist als öffentlicher Park frei zugänglich.

Quellen: de.wikipedia.org, xn--krnerpark-07a.de

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