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Sehenswürdigkeit

RAW-Gelände

Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg

Das RAW-Gelände an der Warschauer Straße in Friedrichshain war bis 1995 eine Bahn-Ausbesserungswerkstatt und ist heute ein selbstverwaltetes Kultur-, Sport- und Veranstaltungsgelände. Clubs, Ateliers, eine Skatehalle und Flohmärkte machen es zu einem der bekanntesten Freiräume Berlins.

  • Eröffnet 1867 als Eisenbahnwerkstatt, seit 1919 unter dem Kürzel RAW bekannt
  • Skatehalle Berlin, eröffnet im Winter 2004/2005
  • Fünf Tore des Geländes sind rund um die Uhr geöffnet
  • Seit 1994 Privatgelände, aktuell aufgeteilt unter vier Eigentümern
  • Gebäude entlang der Revaler Straße stehen unter Ensemble-Denkmalschutz

Nahe dem S-Bahnhof Warschauer Straße liegt eines der bekanntesten alternativen Freiflächen Berlins: das RAW-Gelände. Wo einst Eisenbahnwaggons gewartet wurden, reihen sich heute Clubs, Ateliers und eine Skatehalle, dazu Flohmärkte und Open-Air-Kino im Sommer.

Von der Eisenbahnwerkstatt zum RAW

Zum Betriebsstart im Oktober 1867 trug die Anlage den sperrigen Namen Königlich-Preußische Eisenbahnwerkstatt Berlin II. Gewartet wurden hier Lokomotiven, dazu Personen- und Güterwaggons. Schon nach wenigen Jahren arbeiteten hier 600 Menschen, nach dem Ausbau im Zuge der Stadtbahneröffnung 1882 stieg die Zahl auf 1200 Beschäftigte. Nach der Novemberrevolution gründete sich 1919 die Deutsche Reichseisenbahn, seither trägt das Gelände den noch heute gebräuchlichen Namen Reichsbahnausbesserungswerk, kurz RAW. Während der NS-Zeit mussten hier 2000 Zwangsarbeiter Dienst tun. Am 31. Oktober 1991 beschloss die Bahn die schrittweise Stilllegung, 1995 war der Betrieb endgültig beendet.

Künstler ziehen ein

Ab 1999 zogen erste Künstler auf das Gelände, im selben Jahr gründete sich der Verein RAW Tempel mit dem Ziel, hier einen Freiraum für soziokulturelle Nutzung zu schaffen. Die Bahntochter Vivico Real Estate vermietete einige Gebäude an den Verein, der dort kulturelle Projekte organisierte. Weil Vivico das Gelände 2007 für 4 Millionen Euro an eine isländisch-deutsche Investorengruppe verkaufte, geriet die Nutzung zunehmend unter Druck, 2015 meldete der RAW Tempel Insolvenz an.

Heute gehört das Areal vier verschiedenen Eigentümern. Den größten Anteil hält die Göttinger Firma Kurth Immobilien. Ein kleineres, mittig gelegenes Stück gehört einer Verwaltungsgesellschaft namens Sewan, während der Osten des Geländes der Münchner International Campus AG zufiel. Hinzu kommt ein schmaler Streifen im Süden, auf dem das spanische Unternehmen Talgo seit 1995 Nachtzüge wartet und rund 100 Beschäftigten Arbeit bietet.

Clubs, Skatehalle und Flohmarkt

Heute ist der größte Teil des Geländes an Kultur- und Sporteinrichtungen vermietet: Konzerthallen wie Cassiopeia und Astra, Clubs wie Lokschuppen Berlin, Weißer Hase und Urban Spree, dazu Ateliers, Galerien und gastronomische Betriebe. Die Skatehalle Berlin eröffnete im Winter 2004/2005, der Kinderzirkus Zack bietet täglich Kurse an. Im Sommer ergänzt ein Open-Air-Kino das Angebot, sonntags findet regelmäßig ein Flohmarkt statt. Besuchen kannst du das Gelände jederzeit, denn seine fünf Tore bleiben durchgehend offen.

2018 schlossen sich mehrere Nutzer zur RAW Kultur L e.G. zusammen, einer Genossenschaft, die die Interessen von Künstlern, Sportstätten und Gastronomie gegenüber den Eigentümern vertritt und unter anderem den Tag der Offenen Häuser organisiert.

Konflikte um Bebauung

Weil die Eigentümer Neubauten planen, liefen 2018 mehrere Dialogwerkstätten zur Zukunft des Geländes. Die Bezirksversammlung Friedrichshain-Kreuzberg beschloss 2019 mit knapper Mehrheit die Erstellung eines Bebauungsplans, der den Erhalt des sogenannten Soziokulturellen L für 30 Jahre auf 17.000 der insgesamt 51.000 Quadratmeter sicherte. Entlang der Revaler Straße stehen die Gebäude als Ensemble unter Denkmalschutz, der Kletterkegel als ehemaliger Hochbunker zählt zusätzlich als Einzeldenkmal.

Tipps für deinen Besuch

Das RAW-Gelände liegt zentral in Friedrichshain-Kreuzberg. Der Boxhagener Platz ist in etwa 0,6 Kilometern erreichbar, das Museum an der East Side Gallery in rund 0,7 Kilometern, die East Side Gallery selbst in knapp 0,9 Kilometern. Das Computerspielemuseum liegt in 1,3 Kilometern, die Markthalle Neun in 1,5 Kilometern und der Volkspark Friedrichshain in rund 2,5 Kilometern. Kartenzahlung ist vor Ort möglich, der Zugang ist rollstuhlgerecht.

Häufige Fragen

Was war das RAW-Gelände früher?

Das Gelände war ab 1867 eine Eisenbahnwerkstatt, zunächst unter dem Namen Königlich-Preußische Eisenbahnwerkstatt Berlin II. Seit 1919 trägt es die Abkürzung RAW, für Reichsbahnausbesserungswerk. 1995 wurde der Bahnbetrieb endgültig eingestellt.

Was kann ich auf dem RAW-Gelände machen?

Das Gelände bietet Clubs, Konzerthallen, eine Skatehalle, Kletterkegel, Ateliers und Galerien sowie gastronomische Betriebe. Im Sommer gibt es ein Open-Air-Kino, sonntags findet regelmäßig ein Flohmarkt statt.

Ist das RAW-Gelände rund um die Uhr geöffnet?

Ja, die fünf Tore des Geländes sind durchgehend geöffnet, einzelne Clubs und Veranstaltungsorte haben aber eigene Öffnungszeiten.

Wem gehört das RAW-Gelände?

Das Gelände ist seit 1994 in Privatbesitz und teilt sich aktuell unter vier Eigentümern auf, darunter die Kurth Immobilien GmbH aus Göttingen und die International Campus AG aus München.

Wie komme ich zum RAW-Gelände?

Das Gelände liegt direkt am S-Bahnhof Warschauer Straße in Friedrichshain-Kreuzberg und ist auch mit der Kartenzahlung vor Ort gut ausgestattet, der Zugang ist rollstuhlgerecht.

Quellen: de.wikipedia.org

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