Volkspark Friedrichshain
Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg
Der Park am Weißen See ist eine 21 Hektar große Grünanlage rund um den gleichnamigen See im Ortsteil Weißensee. Entstanden ist der See in der letzten Eiszeit als Toteissee, heute prägen ihn das historische Strandbad von 1912 und die hohe Fontäne mitten im Wasser.
Im Ortsteil Weißensee, im Bezirk Pankow, liegt ein See, der der gesamten Gegend ihren Namen gegeben hat: der Weiße See. Rund um das 8,3 Hektar große Gewässer erstreckt sich der 21 Hektar große Park, eines der beliebtesten Ausflugsziele im Berliner Nordosten.
Der See und seine Umgebung wurden von der Weichseleiszeit geformt. Ein zurückgebliebener Eisblock taute erst mit Verzögerung ab und hinterließ dabei eine Senke, die sich mit Wasser füllte, den sogenannten Toteissee und Ursprung des heutigen Gewässers. Das Gebiet gehört zur eiszeitlich geprägten Moränenlandschaft des Niederen Barnims. Menschen siedelten über Jahrhunderte am Ufer, überwiegend als Bauern, erste Belege dafür reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, ein Fischerdorf war der Ort dagegen nie. Im 14. Jahrhundert trug der See zeitweise auch den Namen Großer See.
Historisch erreichte der See eine maximale Tiefe von 10,64 Metern, womit er lange zu den sieben tiefsten Gewässern Berlins zählte. Doch Bebauung und Versiegelung am Ufer haben seinen Wasserhaushalt über die vergangenen anderthalb Jahrhunderte zunehmend durcheinandergebracht: Zwischen 2002 und Mai 2017 verlor der See mehr als zwei Meter Tiefe, von 10,64 auf 8,56 Meter. Vor der Wiedervereinigung glich eine nahe Quelle den Wasserverlust aus, heute ist diese künstliche Zufuhr aus finanziellen Gründen stark eingeschränkt.
Als einzige erhaltene Kultureinrichtung des 1919 abgebrannten Schlosses Weißensee hat sich das Strandbad von 1912 bis heute gehalten, als eines der ältesten noch betriebenen Freibäder Berlins steht es inzwischen unter Denkmalschutz. Betrieben wird die Anlage an der südöstlichen Seeseite im Auftrag der Berliner Bäderbetriebe von einer eigenen Strandbadgesellschaft, denen das Grundstück gehört. Café, Biergarten, Bar und Sanitäranlagen machen das Strandbad längst zu mehr als einem reinen Schwimmort, viele Besucher kommen auch ohne Badeabsicht hierher.
2016 beschädigten Bauarbeiten für eine benachbarte Wohnanlage das Abwasserrohr der Badeanstalt, sodass der Badebetrieb 2017 zunächst nicht beginnen konnte und der Betreibergesellschaft die Insolvenz drohte. Erst eine Übernahme der Reparaturkosten durch den Bauherrn der Wohnanlage rettete die Saison, das Strandbad konnte noch im selben Jahr wieder öffnen.
Ihr Markenzeichen ist eine schwimmende Fontäne, betrieben seit 1969 vom Verein Junge Tauchpioniere Berlin, deren Hauptstrahl bis zu 23 Meter aufsteigt. Neben dem optischen Effekt sorgt sie auch für Durchlüftung des Wassers. Technische Mängel setzten der ersten Anlage 2008 ein Ende, im Jahr darauf ersetzte sie eine neue Fontäne, die allerdings seit Herbst 2025 ebenfalls stillsteht, weil die Pumpentechnik noch überprüft werden muss.
Direkt am Westufer steht das Milchhäuschen, 1967 als Nachfolgebau für ein baufälliges Fachwerkhaus errichtet. Nach einem Betreiberwechsel im Sommer 2025 hat sich auch das gastronomische Konzept verändert: Statt des früheren Café-Betriebs isst man dort heute griechisch, unter dem Namen “Ormos by Milchhäuschen”. Auf der anderen Straßenseite, gegenüber dem Strandbad an der Berliner Allee, steht die Dorfkirche Weißensee, das älteste erhaltene Bauwerk im historischen Dorfkern.
Rund um den See liegen eine Bootsausleihstation, eine Freiluftbühne und zwei Spielplätze, einer davon mit wasserspeienden Steinfiguren. Direkt gegenüber dem Park hält die Straßenbahn an der Kreuzung Berliner Allee und Indira-Gandhi-Straße, die Haltestelle trägt ebenfalls den Namen “Weißer See”. In der Nähe findest du die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (rund 2,7 Kilometer) sowie den Volkspark Friedrichshain (3,5 Kilometer). Seit 2025 errichtet das Bezirksamt Pankow entlang großer Teile des Seeufers eine rund 925 Meter lange Benjeshecke aus Totholz, um die Uferbereiche zu schützen und das Wildbaden einzudämmen, der Zugang zum Strandbad bleibt davon unberührt. Hunde sind im Park willkommen, der Zugang ist rollstuhlgerecht.
Als am Ende der Weichseleiszeit das Eis verschwand, hinterließ ein zurückgebliebener Eisblock an dieser Stelle einen sogenannten Toteissee, den Ursprung des heutigen Weißen Sees. Die älteste bekannte Siedlung am Ufer stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Bauten am Ufer, versiegelte Flächen im Einzugsgebiet und klimatische Veränderungen stören den Wasserhaushalt des Sees schon seit anderthalb Jahrhunderten zunehmend. Die maximale Tiefe sank von 10,64 Metern im Jahr 2002 auf 8,56 Meter im Mai 2017. Bis zur Wende wurde zur Stabilisierung des Wasserstands zusätzlich Wasser aus einer nahegelegenen Quelle eingeleitet.
Am Westufer steht seit 1967 das traditionsreiche Milchhäuschen mit Terrasse, errichtet als Ersatz für ein baufällig gewordenes Fachwerkgebäude. Im Sommer 2025 wechselten Betreiber und Konzept, seitdem beherbergt das Gebäude ein griechisches Restaurant namens „Ormos by Milchhäuschen“.
Das Strandbad von 1912 ist eine klassische Freibadeanstalt und wird saisonal betrieben. Café, Biergarten und Bar der Anlage werden auch außerhalb des Badebetriebs genutzt. 2016 beschädigten Bauarbeiten das Abwasserrohr der Badeanstalt, sodass der Betrieb 2017 zunächst ausfiel, bevor die Reparatur vom Bauherrn der Nachbarbebauung übernommen wurde.
Ja, Hunde sind willkommen und der Zugang ist rollstuhlgerecht. Rund um den See gibt es zwei Spielplätze, darunter einen mit wasserspeienden Steinfiguren.
Quellen: de.wikipedia.org
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