Boxhagener Platz
Berlin
Der Landschaftspark Herzberge in Berlin-Lichtenberg entstand ab 2004 auf dem ehemaligen Gelände einer Irrenanstalt und späteren Gewächshausanlage. Heute weiden hier rund 50 Rauhwollige Pommersche Landschafe auf fast 20 Hektar Weideland, ein bundesweit beachtetes Modell für innerstädtische Beweidung, Naherholung und Stadtlandwirtschaft.
Im Berliner Bezirk Lichtenberg, in der Umgebung des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge, liegt eine Parkanlage, in der Nutztiere Teil der Landschaftspflege sind: Hier weiden Schafe auf echten Wiesen, ergänzt durch Felder, Biotope und ein weit verzweigtes Wegenetz statt klassischer Gartenarchitektur.
Bis 2007 bestand das Gebiet rund um das Krankenhaus noch aus einer unübersichtlichen Mischung aus Brachland, Wirtschaftsflächen, Wohnbebauung und Grünflächen, ohne gemeinsames Konzept und mit zahlreichen ungelösten Problemen. Das änderte sich, als die Agrarbörse Deutschland Ost zusammen mit dem Bezirksamt Lichtenberg ab 2004 eine Reihe geförderter Projekte anstieß, die das Gelände behutsam und naturnah zu einem Modellvorhaben urbaner Landwirtschaft entwickeln sollten. Schritt für Schritt wurden die verschiedenen Teilflächen zusammengeführt, landwirtschaftlich genutzt, als vernetzte Biotope gestaltet oder zu Erholungsflächen mit eigenem Wegesystem umgebaut. Die größten baulichen Veränderungen waren 2013 im Wesentlichen abgeschlossen, 2019 wies der Senat von Berlin das Gebiet als Landschaftsschutzgebiet aus.
Heute trägt das gesamte frühere Areal rund um das Krankenhaus den Namen Landschaftspark Herzberge. Begrenzt wird es vom Rohrdammweg im Norden und der inneren Rhinstraße im Osten, im Süden grenzen die Flächen einer ehemaligen Kinderklinik sowie eines Friedhofs an, im Westen liegt ein Betriebshof der Berliner Verkehrsbetriebe. Das rund 100 Hektar große Kerngebiet setzt sich aus dem Südgelände des Krankenhauses und dem früheren Gutspark zusammen.
Die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen reicht weit zurück: Schon die frühere Städtische Irrenanstalt Herzberge bewirtschaftete hier Acker- und Weideland mit einem zentralen Gutshof. Patienten der Anstalt arbeiteten in angeschlossenen Werkstätten und auf den Feldern, eine Form der therapeutischen Beschäftigung, die über die Jahrzehnte immer wieder angepasst wurde. Mit dem Ausbau der Neubaugebiete in Marzahn kamen weitere Veränderungen hinzu: Die Straßenbahnlinie, die früher am Krankenhaus endete, wurde quer durch den Park bis in den neuen Stadtteil verlängert. Das Krankenhaus bestand weiter, die alten Ackerflächen übernahm zu DDR-Zeiten das VEG Gartenbau, das 1981 eine große Gewächshausanlage dort errichtete.
Nach der Wende verlor diese Nutzung schrittweise an Bedeutung. Verschiedene Nachfolgefirmen und Bildungseinrichtungen bespielten die alten Gebäude noch bis in die späten 1990er Jahre, bevor große Teile der Fläche über längere Zeit dem Verfall überlassen blieben. Nur ein kleiner Abschnitt wird bis heute für den klassischen Gartenbau genutzt.
Seit 2009 hat der Park einen tierischen Mitbewohner: Im Sommer jenes Jahres kamen 35 Tiere der robusten alten Rasse hinzu, die sich besonders für die extensive Beweidung von Grünflächen eignet. Heute weiden hier Jahr für Jahr um die 50 Muttertiere samt Nachwuchs auf fast 20 Hektar Weideland, ein beliebter Anblick vor allem für Familien mit Kindern. Die Kombination aus innerstädtischer Beweidung, Landschaftspflege und Naherholung ist regelmäßig Thema wissenschaftlicher Untersuchungen und gilt bundesweit als beispielgebend für andere Städte.
Ergänzt wird das landwirtschaftliche Konzept seit 2017 durch die Stadtfarm, die mit Hilfe der sogenannten AquaTerraPonik-Technologie in einem geschlossenen Kreislauf gleichzeitig Fische und Gemüse produziert. Dazu organisiert der eigens gegründete Förderverein über das Jahr verteilt Veranstaltungen, darunter ein Lämmerfest, eine Schafschur und ein Erntedankfest, bei denen Besucher die landwirtschaftliche Seite des Parks hautnah erleben können.
Der Landschaftspark Herzberge liegt an der Allee der Kosmonauten 16 in Berlin-Lichtenberg und ist jederzeit kostenlos zugänglich, mit kostenlosen und rollstuhlgerechten Parkplätzen sowie rollstuhlgerechtem Eingang; Hunde sind willkommen. In der Nähe liegen das Stasimuseum (1,5 Kilometer) und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (2,2 Kilometer). Wer Tiere mag, findet außerdem den Roten Panda, das Giraffenhaus, den Tierpark Berlin und den Giraffenpfad jeweils rund 2,6 bis 2,8 Kilometer entfernt. Für Familien lohnt sich besonders ein Besuch während der Veranstaltungen wie Lämmerfest oder Schafschur, bei denen die Landwirtschaft im Park direkt erlebbar wird.
Der Park gilt als Modellvorhaben urbaner Landwirtschaft in Berlin. Rauhwollige Pommersche Landschafe beweiden hier öffentlich zugängliche Flächen, eine Kombination aus Landschaftspflege und Naherholung, die bundesweit Beachtung findet.
Das Areal gehörte zur damaligen Städtischen Irrenanstalt Herzberge, die es als landwirtschaftliche Anbau- und Weidefläche mit einem Gutshof nutzte. Später übernahm das VEG Gartenbau das Gelände und errichtete 1981 eine großflächige Gewächshausanlage.
Im Sommer 2009 kamen die ersten 35 Tiere dieser robusten, alten Schafrasse auf die Flächen. Heute weiden hier Jahr für Jahr etwa 50 Muttertiere mit ihren Lämmern auf knapp 20 Hektar Weideland.
Der Förderverein Landschaftspark Herzberge organisiert regelmäßig Veranstaltungen wie ein Lämmerfest, die Schafschur und ein Erntedankfest. Seit 2017 ist außerdem die Stadtfarm im Park ansässig, die mit AquaTerraPonik-Technologie Fische und Gemüse im geschlossenen Kreislauf züchtet.
Ja, der Landschaftspark ist eine öffentlich zugängliche Grünanlage und kostenlos zu besuchen. Es gibt kostenlose und rollstuhlgerechte Parkplätze sowie einen rollstuhlgerechten Eingang, Hunde sind willkommen.
Quellen: de.wikipedia.org
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