Märchenbrunnen
Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg
Der Kollwitzplatz liegt im Zentrum des Kollwitzkiez in Berlin-Prenzlauer Berg, umgeben von Gründerzeitfassaden. Angelegt 1886 als Wörther Platz, lebte dort der Arzt Karl Kollwitz, dem zu Ehren der Platz 1947 umbenannt wurde. In der Mitte steht seit 1961 ein Denkmal für seine Frau, die Künstlerin Käthe Kollwitz.
Eineinhalb Kilometer nördlich vom Alexanderplatz entfernt liegt im Südwesten von Prenzlauer Berg ein dreieckiger Platz, der einem ganzen Kiez seinen Namen gegeben hat. Gründerzeitfassaden, Cafés und ein Biomarkt machen den Kollwitzplatz heute zu einem der bekanntesten Orte seines Bezirks, dabei ist sein eigentlicher Namensgeber weit weniger berühmt als seine Frau.
Die heutige Platzfläche entstand erst in den 1870er Jahren. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte hier noch ein schlichter Feldweg zwischen den Äckern zweier Großgrundbesitzer entlang. In der Hochkonjunktur der Gründerjahre erwarben zwei Baugesellschaften fast das gesamte Gebiet des heutigen Kollwitzkiez und begannen, ein repräsentatives Neubauviertel zu errichten. Mitte der 1870er Jahre erhielt der Platz seinen ersten Namen, erinnernd an eine Schlacht aus dem Krieg zwischen Deutschland und Frankreich. Lange blieb die Fläche jedoch ungenutzt und wirkte eher wie eine karge Freifläche, auf der nur wenige Bäume wuchsen.
Erst Mitte der 1880er Jahre begann die Berliner Parkverwaltung mit der Anlage eines richtigen Schmuckplatzes, mit geordnetem Wegenetz und einem großen Rundbeet in der Mitte. Gepflanzt wurden tausende Quadratmeter Rasen und mehrere Dutzend Bäume. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam ein größerer Springbrunnen hinzu, der vorher an anderer Stelle in der Stadt gestanden hatte.
In den 1890er Jahren zogen der Arzt Karl Kollwitz und seine Frau, die Künstlerin Käthe Kollwitz, in ein Haus am südlichen Rand des Platzes. Dort lebte die Familie in mehreren übereinanderliegenden Wohnungen mit Blick auf den Platz, in denen die Eltern auch ihre Arztpraxis und das Künstleratelier unterbrachten. Karl Kollwitz praktizierte dort fast fünf Jahrzehnte lang, bis zu seinem Tod kurz vor Kriegsbeginn.
Als die Bezirksverwaltung kurz nach Kriegsende den Platz zunächst nach Käthe Kollwitz benennen wollte, widersprach ihr Sohn: Der Platz habe keine eigene Adresse, eine Ehrung dort werde seiner berühmten Mutter kaum gerecht. Sinnvoller sei es, die benachbarte Straße ihr zu widmen und den Vater auf dem gemeinsamen Platz zu würdigen. Im Sommer 1947 wurden Straße und Platz entsprechend umbenannt. Weil aber schon wenige Jahre später und dann noch einmal Anfang der 1960er Jahre zwei verschiedene Denkmäler für Käthe Kollwitz aufgestellt wurden, hält sich bis heute die irrige Annahme, der Platz trage ihren Namen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde fast die Hälfte der Eckhäuser rund um den Platz durch Bomben zerstört, weitere schwer beschädigt. Bei einem der schweren Luftangriffe auf die Stadt traf es auch das Haus der Familie Kollwitz an einer der Platzseiten, es brannte vollständig aus. Nach dem Krieg ließ die Stadtverwaltung den Platz Ende der 1940er Jahre umgestalten und neu begrünen, seitdem liegt an der alten Stelle des Springbrunnens in einer der Ecken ein Kinderspielplatz. Eine Bronzefigur der Künstlerin auf einem Sockel aus Muschelkalk wurde zu Beginn der 1960er Jahre eingeweiht und diente seither Generationen von Kindern als beliebtes Klettergerüst.
Nach der Wiedervereinigung entwickelte sich der Kollwitzkiez zu einer der gefragtesten Wohnlagen Berlins. Schon in den 1990er Jahren wurden hier Mieten verlangt, die weit über dem damaligen Durchschnitt lagen. Heute prägen Cafés, Bars und Restaurants in sanierten Altbauten das Bild. An zwei Tagen in der Woche verwandelt sich der Platz in einen Marktplatz: Werktags lädt bereits seit der Jahrtausendwende ein Biomarkt mit ökologischen Lebensmitteln ein, am Wochenende gesellt sich ein größerer, bunterer Markt dazu.
Vom Kollwitzplatz aus erreichst du den Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain in gut einem Kilometer, den Volkspark am Weinberg in ähnlicher Entfernung. Auch das Museum in der Kulturbrauerei liegt nur rund 0,5 Kilometer entfernt. Der nächstgelegene U-Bahnhof ist Senefelderplatz (U2), mehrere Bus- und Tramlinien halten in unmittelbarer Nähe am Platz.
Nein, auch wenn das viele annehmen. Benannt wurde der Platz 1947 nach dem Arzt und Stadtverordneten Karl Kollwitz, der fast fünf Jahrzehnte dort wohnte und praktizierte. Das Bezirksamt wollte ursprünglich die Ehrung seiner Frau Käthe Kollwitz zukommen lassen, ihr Sohn Hans Kollwitz schlug jedoch vor, die Straße nebenan ihr zu widmen und den Platz dem Vater zu überlassen. Seit auf dem Platz 1950 und 1961 Denkmäler für Käthe Kollwitz aufgestellt wurden, hält sich bis heute die irrtümliche Annahme, der Platz trage ihren Namen.
Die Umbenennung erfolgte am 8. Juli 1947, zwei Jahre nach Kriegsende. Davor hieß der Platz seit seiner amtlichen Benennung am 25. Juni 1875 Wörther Platz, nach einer Schlacht des Jahres 1870 während des Deutsch-Französischen Kriegs.
In der Platzmitte steht seit 1961 das Käthe-Kollwitz-Denkmal, eine Bronzeplastik von Gustav Seitz auf einem Sockel aus Muschelkalk. Rund um den Platz gibt es mehrere Kinderspielflächen entlang der Kollwitzstraße, die 2025 saniert und erweitert wurden, sowie zwei denkmalgeschützte Litfaßsäulen aus der Zeit um 1900.
Ja, gleich zwei: An Wochentagen veranstaltet die Grüne Liga seit dem Jahr 2000 einen Ökomarkt mit biologischen Lebensmitteln, am Wochenende kommt seit 2012 ein größerer Markt auf der Kollwitzstraße hinzu, mit Lebensmitteln, Textilien und Kunsthandwerk.
Der nächstgelegene U-Bahnhof ist Senefelderplatz (U2), eine kurze Gehstrecke vom Platz entfernt. Mehrere Bus- und Tramlinien halten in unmittelbarer Nähe, etwa an der Marienburger Straße oder der Knaackstraße.
Quellen: de.wikipedia.org, berlin.de
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