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Sehenswürdigkeit

Marheineke Markthalle

Berlin

Am Marheinekeplatz in Kreuzberg steht eine der wenigen noch erhaltenen historischen Berliner Markthallen, eröffnet 1892 als Markthalle XI. Heute verkaufen hier über 42 Händler Lebensmittel, Feinkost und Mittagessen unter einem lichtdurchfluteten Dach, täglich kommen bis zu 13.000 Besucher vorbei.

  • 1892 als Markthalle XI eröffnet, eine von einst 14 städtischen Markthallen Berlins
  • 2.500 Quadratmeter Verkaufsfläche, über 42 Händler verkaufen hier
  • Diente im Ersten Weltkrieg als Suppenküche, nach Kriegsschäden 1956 wiedereröffnet
  • Restaurant Matzbach mit Terrasse zum Marheinekeplatz, im Sommer zusätzlich ein Bio-Eissalon
  • Bis zu 13.000 Besucher täglich unter dem lichtdurchfluteten Hallendach

Am Marheinekeplatz im Bergmannkiez steht ein Gebäude, das die meisten seiner 13 Berliner Geschwisterhallen aus dem 19. Jahrhundert nicht überlebt haben: die Marheineke Markthalle. Unter dem hohen Dach reihen sich Marktstände, Imbisse und kleine Werkstätten aneinander, ein Ort, der seit über 130 Jahren zum Kiez gehört und immer wieder umgebaut wurde, ohne seinen Zweck zu verlieren.

Entstanden als Teil eines großen Berliner Plans

Berlin hatte Ende des 19. Jahrhunderts ein Problem: Lebensmittel wurden auf offenen Straßenmärkten verkauft, unter Bedingungen, die aus heutiger Sicht als unhygienisch gelten würden. Die Stadt reagierte mit einem Bauprogramm für geschlossene Markthallen, errichtet nach Plänen von Stadtbaurat Hermann Blankenstein, an der Umsetzung beteiligt war auch der Architekt August Lindemann. Am Marheinekeplatz entstand so die Markthalle XI, die am 15. März 1892 ihre Türen öffnete. Zur Eröffnung boten knapp 280 kleine Stände Waren des täglichen Bedarfs an, verteilt auf ein Mittelschiff mit zwei Seitenschiffen und einem Oberlicht in der Mitte.

Suppenküche, Bomben und ein langer Wiederaufbau

Im Ersten Weltkrieg bekam die Halle eine neue Aufgabe: Ab 1916 wurde hier eine Suppenküche betrieben, in der täglich rund 15.000 Berliner versorgt wurden. Weit schlimmer traf die Halle der Zweite Weltkrieg: Der komplette oberirdische Bau fiel bis auf den westlichen Kopfbau in Trümmer, nur die Kellerräume überstanden die Angriffe. Schon kurz nach Kriegsende begannen Händler, dort unten wieder Lebensmittel zu verkaufen, während die freie Fläche zeitweise als Abstellplatz für eine Trümmerbahn diente. Erst 1952 bekam der Architekt Paul Friedrich Nieß den Auftrag, einen Ergänzungsbau für die erhaltenen Reste zu entwerfen, im Februar 1953 legte der Kreuzberger Bürgermeister Willy Kressmann den Grundstein für den Wiederaufbau. 1956 öffnete die Halle wieder vollständig.

Mehrfacher Umbau bis zur heutigen Gestalt

Die Halle blieb danach nicht unverändert. 1969 übernahm eine neu gegründete Genossenschaft den Betrieb und ließ ihn fortan von der Berliner Großmarkt GmbH führen, 1998 folgte eine größere Renovierung. Den entscheidenden Schritt zur heutigen Optik machte 2007 ein kompletter Umbau: Der östliche Hallenteil wurde verglast, die Halle bekam ein neues Konzept mit Bio-Ständen, Feinkost und Gastronomie und eröffnete im Dezember desselben Jahres wieder.

Was heute unter dem Hallendach steckt

Über 42 Händler verkaufen in der Marheineke Markthalle Fleisch, Käse, Milchprodukte, Brot, Fisch, Obst, Gemüse und Blumen, ein spürbarer Teil davon aus biologischem Anbau. Dazu kommen Feinkostangebote aus Italien, Griechenland, Spanien und dem arabischen Raum sowie Spezialitäten aus der Uckermark. Wer direkt essen will, wählt zwischen internationalen Imbissen, gemütlichen Cafés und dem Restaurant Matzbach mit Terrasse zum Platz hin, im Sommer sorgt ein Bio-Eissalon für Abkühlung. In den Seitengängen haben sich außerdem ein Schuster, ein Schlüsseldienst und ein Buchladen eingenistet, auf der Galerie zeigt ein kleiner Kunstmarkt wechselnde Ausstellungen. Nach Betreiberangaben kommen täglich bis zu 13.000 Gäste vorbei.

Tipps für deinen Besuch

Die Marheineke Markthalle liegt am Marheinekeplatz 15 in Berlin-Kreuzberg, der Eingang und ein WC sind rollstuhlgerecht, Kartenzahlung ist an den meisten Ständen möglich, vor Ort gibt es kostenpflichtige Parkplätze. In der Nähe liegen das frühere Flughafengelände Tempelhof (0,8 Kilometer), der Viktoriapark (1 Kilometer), der Fichtebunker der Berliner Unterwelten und das Willy-Brandt-Haus (jeweils 1,3 Kilometer) sowie der Park am Gleisdreieck, ebenfalls 1,3 Kilometer entfernt. Am ruhigsten ist die Halle am Vormittag unter der Woche, wenn die Stände noch gut gefüllt sind. Für einen schnellen Imbiss oder Eis auf dem Rückweg lohnt sich dagegen der späte Nachmittag.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es die Marheineke Markthalle?

Die Halle ging am 15. März 1892 als Markthalle XI in Betrieb, eine von damals 14 Markthallen, mit denen Berlin den offenen Straßenverkauf durch hygienischere Verkaufsbedingungen ersetzen wollte. Schon zur Eröffnung standen hier knapp 280 kleine Marktstände für den täglichen Bedarf.

Welche Geschichte hat die Markthalle im Krieg erlebt?

Ab 1916 richtete man in der Halle eine Suppenküche ein, in der rund 15.000 Berliner am Tag eine Mahlzeit bekamen. Im Zweiten Weltkrieg legten Bomben den oberirdischen Hallenteil in Schutt, nur Kellerräume blieben stehen. Der Wiederaufbau begann 1953, 1956 öffnete die Halle wieder für Kunden.

Was kann man heute in der Marheineke Markthalle kaufen?

Über 42 Händler bieten hier Fleisch, Käse, Milchprodukte, Brot, Fisch, Obst und Gemüse an, ein Teil davon aus biologischem Anbau, dazu Feinkost aus Italien, Griechenland, Spanien und dem arabischen Raum. Wer vor Ort essen will, findet internationale Imbisse, Cafés und das Restaurant Matzbach mit Terrasse zum Marheinekeplatz.

Wie groß ist die Marheineke Markthalle?

Die Verkaufsfläche umfasst 2.500 Quadratmeter in Berlin-Kreuzberg. Nach Angaben des Betreibers kommen täglich bis zu 13.000 Gäste in die Halle, um dort einzukaufen oder zu essen.

Ist die Marheineke Markthalle barrierefrei?

Ja, der Eingang und ein WC sind rollstuhlgerecht gebaut. Vor Ort gibt es kostenpflichtige Parkplätze, darunter auch rollstuhlgerechte, Kartenzahlung ist an den meisten Ständen möglich.

Quellen: de.wikipedia.org, meine-markthalle.de

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