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Sehenswürdigkeit

Admiralbrücke

Berlin

Die Admiralbrücke überspannt den Landwehrkanal in Kreuzberg und zählt zu den ältesten erhaltenen Eisenbrücken der Stadt, erbaut Anfang der 1880er Jahre. Seit vielen Jahren treffen sich hier an milden Abenden Anwohner und Touristen mit mitgebrachten Getränken auf dem schmiedeeisernen Bauwerk, oft begleitet von Straßenmusik.

  • Älteste Eisenbrücke über den Landwehrkanal, erbaut 1880 bis 1882
  • Schmiedeeisernes Geländer mit Blätterornamenten aus der Werkstatt von Eduard Puls
  • Name der Brücke als Eisenguss-Relief am Brückenscheitel eingearbeitet
  • Beliebter abendlicher Treffpunkt mit Straßenmusik, auch in Reiseführern erwähnt
  • Seit 2010 müssen Feiernde die Brücke ab 22 Uhr räumen

In Kreuzberg, zwischen Fraenkelufer und Planufer, liegt eine schmale Brücke über dem Landwehrkanal, auf der an warmen Abenden regelmäßig mehr Leute sitzen als vorbeigehen. Für die einen ist sie ein technisches Baudenkmal, für die anderen schlicht der Ort für ein Feierabendbier mit Blick aufs Wasser.

Eine Brücke mit Vorgeschichte

Lange bevor die heutige Admiralbrücke stand, gab es an dieser Stelle schon einen Übergang: eine hölzerne Klappbrücke namens Badbrücke, die den Kanal an gleicher Position überquerte. Zwischen 1880 und 1882 ersetzte man sie durch einen massiveren Bau aus Schmiedeeisen. Verantwortlich dafür war der Bauingenieur Georg Pinkenburg, zu jener Zeit Stadtbauinspektor und Leiter des städtischen Brückenbau-Büros. Seinen Namen trägt die Brücke wegen der Admiralstraße, die über sie hinwegführt. Von allen heute noch bestehenden Querungen des Landwehrkanals ist dies die älteste aus Eisen.

Im Lauf der Zeit musste das Bauwerk nachgebessert werden: 1933 und 1934 verstärkte man die Konstruktion, 1984 folgte eine umfassende Sanierung. Dabei erhielt die Brückenfläche über den tragenden Balken ihren heutigen Belag aus kleinen Pflastersteinen. Seit einigen Jahren steht die Brücke unter Denkmalschutz.

Details, die man leicht übersieht

Wer genauer hinschaut, entdeckt am Geländer zwei parallele Reihen aus kunstvoll gearbeiteten Blättermotiven, allesamt noch im Originalzustand erhalten. An beiden Enden des Brückenscheitels ist der Schriftzug Admiralbrücke als gegossenes Metallrelief in das Geländer eingelassen. Gefertigt wurden diese schmiedeeisernen Elemente in der angesehenen Werkstatt von Eduard Puls. Die angrenzende Uferpromenade setzt das Muster mit Rankenornamenten im gleichen Stil fort. Auf dem höchsten Punkt der Brücke stehen zwei Kandelaber mit je zwei Armen, während an den Zugängen schlichtere Eisenlaternen für Licht sorgen. Direkt neben der eigentlichen Brücke führt zudem eine bogenförmige Leitung über den Kanal, zu Wartungszwecken über eine kleine Holztreppe zugänglich.

Wie aus einer Straße ein Treffpunkt wurde

Früher, bis in die 1920er Jahre hinein, rollte sogar eine Straßenbahnlinie über die Brücke, bevor diese Verbindung über andere Straßen umgeleitet wurde. Weil die Häuser so nah am Ufer stehen, entschied sich der Bezirk in den 1990er Jahren dazu, den Durchgangsverkehr für Autos zu unterbinden. Aus dieser Ruhe entstand mit der Zeit etwas Neues: Die Brücke wurde zum informellen Treffpunkt, an dem sich im Sommer Anwohner und Reisende gleichermaßen niederlassen, eigene Getränke mitbringen und manchmal einem Straßenmusiker zuhören. Mittlerweile taucht dieser abendliche Treff sogar in Reiseführern auf. Auch politisch war die Brücke schon Schauplatz: Umweltbewegte sammelten hier mehr als 25.000 Unterschriften gegen das Abholzen von Bäumen am Kanalufer und konnten das Vorhaben verhindern.

Zwischen Feierlaune und Ruhebedürfnis

So schön die Abende an der Admiralbrücke für die einen sind, so störend sind sie für andere. Nachbarn beklagten sich über den Lärm und schlossen sich zu einer eigenen Interessengruppe zusammen, die unter anderem sogar die Wiederöffnung für den Autoverkehr vorschlug. 2009 einigten sich alle Seiten in einer Versammlung auf einen Mittelweg: Die autofreie Zone blieb, dafür akzeptierten die Feiernden gewisse Einschränkungen. Seit 2010 gilt eine feste Regel: Um 22 Uhr bitten Polizeikräfte die Anwesenden, den Platz zu räumen, und achten anschließend darauf, dass niemand zurückkehrt.

Tipps für deinen Besuch

Die Admiralbrücke liegt an der Admiralstraße in Kreuzberg, ist rollstuhlgerecht und rund um die Uhr frei zugänglich. In der Nähe liegen der Fichtebunker der Berliner Unterwelten (0,6 Kilometer), der Tierpark Neukölln in der Hasenheide (1 Kilometer) sowie die Markthalle Neun (1,4 Kilometer). Museumsfans erreichen die Berlinische Galerie und das Jüdische Museum Berlin jeweils nach etwa 1,5 Kilometer, die Marheineke Markthalle liegt 1,6 Kilometer entfernt. Für die typische Admiralbrücke-Stimmung kommst du am besten am frühen Abend, wenn Tagesgäste und Stammpublikum sich noch überschneiden. Für einen ruhigeren Blick auf das schmiedeeiserne Geländer lohnt sich dagegen ein Besuch tagsüber.

Häufige Fragen

Warum ist die Admiralbrücke bei Touristen und Berlinern beliebt?

Sobald es abends mild und trocken ist, setzen sich Anwohner und Reisende aufs Geländer oder auf die Pflastersteine, packen eigene Getränke aus und hören manchmal einem Straßenmusiker zu. Mittlerweile steht dieser Treffpunkt sogar in Reiseführern.

Seit wann steht die Admiralbrücke und wer hat sie gebaut?

Der Bauingenieur Georg Pinkenburg, damals Chef des städtischen Brückenbau-Büros, errichtete das heutige Bauwerk zwischen 1880 und 1882 aus Schmiedeeisen. Davor querte an gleicher Stelle eine hölzerne Klappbrücke namens Badbrücke den Kanal.

Gibt es Regeln für das Feiern auf der Admiralbrücke?

Ja, seit 2010. Weil sich Nachbarn jahrelang über den Lärm beschwerten, wurde 2009 bei einem Treffen von Anwohnern und Feiernden ein Mittelweg gefunden: Die Brücke bleibt autofrei, dafür müssen Partygäste ab 22 Uhr Schluss machen, Polizeibeamte achten darauf, dass sich die Lage danach nicht wiederholt.

Ist die Admiralbrücke für Autos und Fahrräder befahrbar?

Bis um 1921 führte sogar eine Straßenbahnlinie über die Brücke. Wegen der dicht heranreichenden Wohnbauten sperrte die Bezirksverwaltung die Brücke in den 1990er Jahren für den Durchgangsverkehr, sie ist heute verkehrsberuhigt und rollstuhlgerecht zugänglich.

Ist der Besuch der Admiralbrücke kostenlos?

Ja, die Admiralbrücke ist eine öffentliche Straßenbrücke in Kreuzberg und jederzeit frei zugänglich.

Quellen: de.wikipedia.org

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