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Sehenswürdigkeit

Park am Gleisdreieck

Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg

Der Park am Gleisdreieck entstand zwischen 2011 und 2014 auf den Brachflächen der ehemaligen Anhalter und Potsdamer Güterbahnhöfe in Kreuzberg und Schöneberg. Auf rund 31,5 Hektar verteilen sich Ostpark, Westpark und der schmale Dora-Duncker-Park, dazwischen liegt die sogenannte Gleiswildnis mit alten Bahnrelikten als eigenes Biotop.

  • 31,5 Hektar Park auf dem ehemaligen Anhalter und Potsdamer Güterbahnhof
  • Dreiteilig: Ostpark (2011), Westpark (2013) und Dora-Duncker-Park (2014)
  • Gleiswildnis mit Signalresten, Gleisgruben und Wassertümpeln als eigenes Biotop
  • Entstand nach Bürgerinitiative gegen eine geplante Autobahntrasse durchs Gelände
  • Deutsches Technikmuseum liegt direkt zwischen den Parkteilen

Zwischen Kreuzberg und Schöneberg liegt eine Parkanlage, die lange Zeit niemand betreten konnte: Mehr als vierzig Jahre lag das Gelände der früheren Anhalter und Potsdamer Güterbahnhöfe brach, umzäunt und unzugänglich. Heute ist der Park am Gleisdreieck einer der wichtigsten Grünzüge der Berliner Innenstadt, mit mehr als 30.000 Anwohnern in direkter Nachbarschaft.

Von der Bahnbrache zum Bürgerprojekt

Die Idee für einen Park auf dem Gelände reicht weit zurück: Schon in den 1970er Jahren begannen Anwohner, Konzepte für die Nutzung der Fläche zu entwickeln. Zwischenzeitlich stand sogar der Bau einer Stadtautobahn, der sogenannten Westtangente, mitten durch das Areal im Raum. Erst 1994 ließ sich dieses Vorhaben durch den Druck einer Bürgerinitiative endgültig stoppen. Drei Jahre später einigten sich Berlin und die damalige Bahntochter Vivico schließlich auf den Bau eines Parks. Finanziert wurde das Vorhaben, mit Kosten von rund 18 Millionen Euro, über Ersatzmaßnahmen der Investoren am Potsdamer und Leipziger Platz. Den Gesamtentwurf lieferte das Atelier Loidl, Sieger eines zweistufigen landschaftsplanerischen Wettbewerbs für das Gelände.

Wichtig war von Anfang an die Einbindung der Nachbarschaft: Eine Projektbegleitende Arbeitsgruppe aus Anwohnervertretern und Quartiersräten begleitete die Planung von Ost- und Westpark. Nicht jeder Wunsch ließ sich erfüllen, etwa blieb nur ein Teil der gewünschten Wildwuchsflächen tatsächlich erhalten, doch Anregungen wie ein Naturerfahrungsraum für Kinder flossen in die Gestaltung ein. Beim kleineren Dora-Duncker-Park verzichtete man dagegen auf eine solche Bürgerbeteiligung.

Drei Parkteile auf altem Bahngelände

Die Bauarbeiten begannen 2008 mit der Räumung für den Ostpark, 2010 folgte der eigentliche Landschaftsbau. Mit 17 Hektar Fläche eröffnete der Ostpark in Kreuzberg schließlich am 2. September 2011 als erster Abschnitt. Zwei Jahre später, am 31. Mai 2013, kam der 9 Hektar große Westpark hinzu, ebenfalls in Kreuzberg, der an die Bezirke Tiergarten und Schöneberg angrenzt. Als letztes Teilstück öffnete am 21. März 2014 der schmale, 5,5 Hektar große Dora-Duncker-Park in Schöneberg, der früher Flaschenhalspark hieß.

Getrennt werden Ost- und Westpark von der Trasse der Nord-Süd-Fernbahn, dazwischen stehen Gebäude des Deutschen Technikmuseums mit seinen Außenanlagen. Wer von einer Seite zur anderen will, muss entweder über das Schöneberger Ufer am Landwehrkanal im Norden oder über die Yorckstraße im Süden ausweichen, eine direkt geplante Fußgänger- und Radwegbrücke über die Bahntrasse wurde letztlich aus Kostengründen nicht gebaut.

Die Gleiswildnis als eigenes Biotop

Besonders charakteristisch für den Park sind die sogenannten Gleiswildnis-Flächen: dicht bewachsene, offiziell als „ungesichert“ ausgewiesene Areale, die sich über die Jahrzehnte aus alten Gleisanlagen, Signalresten, Gleisgruben und kleinen Wassertümpeln entwickelt haben. Sie bilden heute ein eigenständiges Biotop, besonders ausgeprägt im schmalen Dora-Duncker-Park. Daneben prägen weite Rasenflächen mit Liegewiesen, ein breiter Radweg entlang der Bahntrasse, Spielflächen und ein Skaterspot das Bild des Parks. Der Radweg selbst ist Teil der überregionalen Route zwischen Berlin und Leipzig, worauf entsprechende Schriftzüge auf dem Asphalt hinweisen.

Tipps für deinen Besuch

Der Park am Gleisdreieck liegt an der Möckernstraße 26 in Berlin, mit Eingängen in Kreuzberg, Tiergarten und Schöneberg, und ist jederzeit kostenlos sowie barrierefrei zugänglich, Hunde sind willkommen. In unmittelbarer Nähe liegen das Science Center Spectrum (0,4 Kilometer) und das Deutsche Technikmuseum (0,5 Kilometer), der Viktoriapark folgt nach 0,7 Kilometern. Weiter entfernt liegen der Berlin Story Bunker und das Willy-Brandt-Haus (jeweils 1 Kilometer) sowie die Marheineke Markthalle (1,3 Kilometer). Für einen vollständigen Eindruck lohnt es sich, sowohl Ost- als auch Westpark zu besuchen und bewusst einen Abstecher in die wilderen, naturnahen Bereiche entlang der Bahntrasse einzuplanen.

Häufige Fragen

Wie groß ist der Park am Gleisdreieck?

Insgesamt kommt der Park auf rund 31,5 Hektar. Er liegt auf dem Gelände, wo früher der Anhalter und der Potsdamer Güterbahnhof standen: beginnend am Landwehrkanal, über die Yorckstraße hinweg bis hin zur Monumentenbrücke.

Aus welchen Teilen besteht der Park am Gleisdreieck?

Der Park gliedert sich in drei Teile: den 17 Hektar großen Ostpark in Kreuzberg, eröffnet 2011, den 9 Hektar großen Westpark, eröffnet 2013, und den schmalen, 5,5 Hektar großen Dora-Duncker-Park in Schöneberg, eröffnet 2014.

Was ist die Gleiswildnis im Park am Gleisdreieck?

So nennt man die dicht bewachsenen, als „ungesichert“ ausgewiesenen Flächen des Parks. Über Jahrzehnte sind aus alten Gleisen, Signalanlagen, Gruben und kleinen Tümpeln dort eigene Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstanden, ein Überbleibsel der mehr als 40 Jahre brachliegenden Bahnfläche.

Wie kam es zur Planung des Parks am Gleisdreieck?

Anwohner brachten schon in den siebziger Jahren erste Ideen für eine Parknutzung des Geländes ein. Eine geplante Stadtautobahn namens Westtangente quer durch das Areal scheiterte 1994 am Widerstand einer Bürgerinitiative. 1997 handelten das Land Berlin und die Deutsche Bahn den Bau eines Parks aus, die Gesamtplanung übernahm das Atelier Loidl.

Ist der Park am Gleisdreieck kostenlos zugänglich?

Ja, als öffentliche Erholungsfläche steht der Park allen jederzeit kostenlos offen. Es gibt rollstuhlgerechte Parkplätze und einen rollstuhlgerechten Eingang, Hunde sind willkommen.

Quellen: de.wikipedia.org, parkamgleisdreieck.de

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