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Sehenswürdigkeit

Lietzenseepark

Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf

Der Lietzenseepark umschließt den 6,6 Hektar großen Lietzensee in Berlin-Charlottenburg. Gartendirektor Erwin Barth legte die 10,1 Hektar große Parkanlage 1918 bis 1920 im Jugendstil an, heute ist sie bei Spaziergängern und Joggern beliebt.

  • Sichelförmiger See mit 6,6 Hektar Fläche, umgeben von 10,1 Hektar Parkanlagen
  • Angelegt 1918-1920 von Gartendirektor Erwin Barth im Jugendstil
  • Große Kaskade von 1912/1913, 2005/2006 von der Stiftung Denkmalschutz Berlin restauriert
  • Parkwächterhaus von 1925/1926, denkmalgeschütztes Baudenkmal
  • Uferpromenade von knapp 2,5 Kilometern, Rundkurs von rund 5 Kilometern für Jogger

Mitten im dicht besiedelten Berlin-Charlottenburg liegt der Lietzenseepark, eine der beliebtesten Grünanlagen des Bezirks. Er umschließt den sichelförmigen Lietzensee auf einer Fläche von 10,1 Hektar und bietet mit seinen Ufer- und Parkwegen einen Rundkurs von knapp 5 Kilometern, der bei Joggern und Spaziergängern gleichermaßen beliebt ist.

Vom Fischteich zum Jugendstilpark

Namensgebend für den See war das Dorf Lietzow, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts, genauer 1719, in die damalige Stadt Charlottenburg eingemeindet wurde. Zuvor hatte es zu einem Nonnenkloster gehört, dessen Schwestern den See als Fischteich nutzten. Eine alte Sage erzählt sogar, im Gewässer liege ein ganzes versunkenes Dorf, dessen Kirchturmspitze Fischer mit ihren Booten gelegentlich berührt hätten, weshalb sich der See angeblich nicht zum Fischen eigne.

Ab 1824 gehörte der See dem späteren preußischen Kriegsminister Job von Witzleben, der hier erste Parkanlagen anlegen ließ. Seinen Plan, mitten im Wasser eine künstliche Insel aufzuschütten, musste er aufgeben, weil das eingebrachte Material nicht ausreichte. Nach seinem Tod wechselte das Anwesen mehrfach den Eigentümer, bis der Kunstgärtner Ferdinand Deppe es 1840 übernahm und mit einer aufwendigen Blumenzucht zu einer kleinen Attraktion machte, die weiterhin öffentlich zugänglich blieb.

Die heutige Gestalt erhielt der Park erst zwischen 1918 und 1920 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme unter Leitung von Erwin Barth, der kurz zuvor zum Gartendirektor Charlottenburgs berufen worden war und die Anlagen im damals modernen Jugendstil gestaltete. Bereits 1910 hatte der Stadtrat beschlossen, das West- und Nordufer nicht vollständig zu bebauen, eine Festlegung, die bis heute Bestand hat.

Kaskaden und Kriegsspuren

Aus der Barth-Ära stammen mehrere bis heute erhaltene Bauten: die Große Kaskade von 1912/1913 am südlichen Dernburgplatz, später restauriert mit Mitteln der Berliner Denkmalschutzstiftung, sowie eine kleinere Schwester am nordwestlichen Ufer. Hinzu kommt das denkmalgeschützte Wärterhaus für das Parkpersonal, errichtet in den Jahren 1925 und 1926.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch hier Spuren: 1940 überspannte man den gesamten See mit einem Tarnnetz, das die Illusion einer grauen Straße erzeugen und Bombenangriffe ablenken sollte. Was gut gemeint war, ging schief, denn das Netz zerriss bereits im ersten folgenden Wintersturm und musste abgenommen werden. 1943 wurden zwei eigens für den Park geschaffene Skulpturen, eine Diana und ein Bogenschütze von Hugo Lederer, zugunsten der Waffenproduktion eingeschmolzen.

Kunst im Park

Mehrere Skulpturen prägen den Lietzenseepark bis heute. 1962 bekam die Stadt eine mit dem Großen Staatspreis ausgezeichnete Bronzefigur, den Sandalenlösenden Knaben, aus dem Besitz des Künstlers geschenkt. Dazu gesellen sich ein Speerträger, eine figürliche Brunnenanlage mit Seelöwen sowie zwei moderne Aluminiumplastiken aus den 1990er Jahren. Ein Gefallenendenkmal eines preußischen Gardregiments erinnert seit den 1920er Jahren an die Toten des Ersten Weltkriegs.

Tipps für deinen Besuch

Der Lietzenseepark ist von Norden über eine U-Bahn-Station der Linie U2 erreichbar, von Westen über eine nahegelegene S-Bahn-Haltestelle. Das Bröhan Museum und die Sammlung Scharf-Gerstenberg liegen in gut einem Kilometer Entfernung, Schloss Charlottenburg mit Schlossgarten ist in etwa anderthalb Kilometern zu erreichen. Auch die Deutsche Oper Berlin und das Messegelände mit dem Funkturm sind in wenigen Gehminuten erreichbar.

Häufige Fragen

Kann man im Lietzensee baden?

Nein. Der See hat keinen Zufluss, ist vollständig grundwassergespeist und der Abfluss erfolgt unterirdisch in die Spree. Die Wasserqualität ist nicht zum Baden geeignet, zeitweise kam es sogar zu Fischsterben durch Sauerstoffmangel, weshalb Belüftungsgeräte installiert wurden.

Woher kommt der Name Lietzensee?

Der Name stammt vom Dorf Lietzow beziehungsweise Lützow, das 1719 nach Charlottenburg eingemeindet wurde. Zuvor gehörte es zu einem Nonnenkloster, das den See als Fischteich nutzte. Sprachlich wird der Name vom slawischen Wort „luccina“ hergeleitet, was Sumpf oder Lache bedeutet.

Wer hat den Lietzenseepark gestaltet?

Die heutigen Grünanlagen entstanden zwischen 1918 und 1920 unter Leitung von Erwin Barth, kurz nachdem er zum Gartendirektor Charlottenburgs berufen worden war, und zeigen deutlich die Formensprache des Jugendstils. Bereits ab 1824 hatte der preußische Minister Job von Witzleben erste Parkanlagen rund um den See anlegen lassen.

Welche Bauwerke stehen im Park?

Zu den erhaltenen Bauten zählen die Große Kaskade von 1912/1913 am Dernburgplatz, die Kleine Kaskade am Nordwestufer und das Parkwächterhaus von 1925/1926. Mehrere Skulpturen ergänzen den Park, darunter ein Sandalenlösender Knabe und ein Speerträger.

Wie lang ist der Rundweg um den Lietzensee?

Die Ufer- und Parkwege bieten insgesamt eine Promenade von knapp 2,5 Kilometern Länge an der Westseite, bei Joggern beliebt ist ein kompletter Rundkurs von knapp 5 Kilometern.

Quellen: de.wikipedia.org

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