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Sehenswürdigkeit

Eigelsteintorburg

Köln-Innenstadt

Die Eigelsteintorburg am Rand des Kölner Eigelstein-Viertels ist eine von vier erhaltenen Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer, errichtet zwischen 1228 und 1248. Heute zählt sie zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Kölns.

  • Eine von nur vier erhaltenen Torburgen der zwölf mittelalterlichen Kölner Stadttore
  • Erbaut zwischen 1228 und 1248 im Zuge der dritten Stadterweiterung
  • Durchfahrt von Kaiser Napoleon I. 1804 und der Königin Maria von Medici 1641
  • Steinfigur „Der Kölsche Boor“ in einer Nische, seit den 1970er Jahren eine Replik
  • Seit 1995 Sitz der Offenen Jazz Haus Schule, Räume für Veranstaltungen mietbar

Am Rand des Kölner Eigelstein-Viertels steht die Eigelsteintorburg, eines von nur vier erhaltenen Stadttoren der mittelalterlichen Kölner Stadtmauer. Sie gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt und sicherte einst den nördlichen Zugang über die Neusser Straße.

Eine von zwölf Toren der heiligen Stadt

Im Mittelalter umschlossen zwölf große Tore die Stadt Köln, deren Anzahl bewusst auf das himmlische Jerusalem anspielte, daher der Beiname „Dat hillige Coellen“. Sieben davon waren große zinnenbewehrte Doppelhalbrundturmtorburgen, zu denen auch die Eigelsteintorburg zählte. Von den ursprünglich zwölf Stadttoren sind heute nur noch vier erhalten: neben der Eigelsteintorburg die baugleiche Hahnentorburg sowie zwei weitere Torburgen im Süden der Altstadt.

Die heutige Eigelsteintorburg entstand im Zuge der dritten Stadterweiterung zwischen 1228 und 1248. Damit war es schon das zweite Tor dieses Namens an dieser Stelle der Stadt: Ein erstes Eigelsteintor stand bereits während der zweiten Stadterweiterung 1106 rund 100 Meter weiter südlich, nördlich des römischen Nordtores.

Namensherkunft und berühmte Durchreisende

Der Name geht auf die darunter verlaufende, aus der Römerzeit stammende Straße Eigelstein zurück. An ihr lagen außerhalb der Stadt Friedhöfe, deren Grabmäler oft steinerne Pinienzapfen trugen, ein Symbol für Unsterblichkeit. Diese ähnelten für die Kölner Eicheln, mundartlich „Eychelsteyne“. Während der französischen Besatzungszeit erhielt das Tor zeitweise den Namen Porte de L’Aigle.

Durch die Eigelsteintorburg zogen prominente Gäste in die Stadt ein. Im Oktober 1641 reiste die aus Paris vertriebene Königin Maria von Medici über das Tor nach Köln ins Exil, wo sie zunächst eine Wohnung im Haus „zum Paradies“ bezog und sich bald über deren Ärmlichkeit beschwerte. Am 13. September 1804 fuhr auch Kaiser Napoleon I. mit seiner Gattin Joséphine durch dasselbe Tor ein, von läutenden Glocken und Kanonensalven begleitet.

Umbauten und Nutzung über die Jahrhunderte

Nach dem Abriss der Stadtmauer 1882 restaurierte Stadtbaumeister Josef Stübben die Torburg zwischen 1889 und 1892. Er ersetzte vergitterte rechteckige Fenster durch mittelalterliche Schießscharten und öffnete stadtseitig das östliche Gewölbe. Die oberen Geschosse bekamen wieder paarweise angeordnete Bogenfenster nach dem Vorbild der Kölner Stadtansicht von 1531.

1891 kam die Steinfigur „Der Kölsche Boor“ in eine stadtseitige Nische, ursprünglich schon 1885 vom Bildhauer Christian Mohr für das Hahnentor geschaffen. Der Bauer trägt links die Schlüssel der Stadt, lehnt sich auf einen Dreschflegel und hält einen Schild mit dem Kölner Doppeladler. Der eingemeißelte Spruch darunter mahnt sinngemäß zur Treue zum Reich. Das heutige Standbild ist eine Replik aus den späten 1970er Jahren, das verwitterte Original kam zunächst ins Wirtshaus Em Kölsche Boor, später ins Rathaus.

In preußischer Zeit diente das Tor unter anderem als Militärgefängnis, danach als naturwissenschaftliches und ab 1898 als historisches Museum. Von 1915 bis 1926 hing hier sogar das Wrack eines Kutters vom im Ersten Weltkrieg versenkten Kreuzer Cöln. Die Toranlage kam durch den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt, nur die feldseitige hölzerne Galerie brannte ab. Am 21. März 1946 zeigte man hier, mitten in den Ruinen der Altstadt, die erste Ausstellung des Nachkriegs-Köln, betitelt „Meisterwerke aus Kölner Museen“, über 13.013 Besucher kamen.

Heutige Nutzung

Seit 1995 ist die Offene Jazz Haus Schule im Gebäude ansässig, die oberen Räume lassen sich für Feiern und Veranstaltungen mieten. Als „Kleiner Klassiker“ gilt außerdem das seit 1977 jährlich stattfindende Radrennen vor dem Eigelsteintor, das auf einem zwei Kilometer langen Rundkurs rund um das Viertel verläuft.

Tipps für deinen Besuch

Die Eigelsteintorburg liegt am nördlichen Rand der Kölner Innenstadt, rund einen Kilometer vom Kölner Dom und der Domschatzkammer entfernt. Auch das Museum Ludwig und das Museum für Angewandte Kunst Köln sind in etwa einem Kilometer zu erreichen, der Rheingarten liegt gut einen Kilometer in Richtung Fluss.

Häufige Fragen

Wann wurde die Eigelsteintorburg gebaut?

Die heutige Torburg entstand im Zuge der dritten Stadterweiterung zwischen 1228 und 1248. Es war bereits die zweite Toranlage dieses Namens, ein erstes Eigelsteintor stand seit der zweiten Stadterweiterung 1106 etwa 100 Meter südlich.

Woher kommt der Name Eigelstein?

Der Name geht zurück auf die darunterliegende Straße, die bereits zu Römerzeiten existierte. Dort lagen außerhalb der Stadt Friedhöfe, deren Grabmäler häufig steinerne Pinienzapfen trugen. Diese sahen für die Kölner aus wie Eicheln, auf Mundart „Eychelsteyne“.

Was hat es mit der Figur am Tor auf sich?

1891 wurde in einer Nische die Steinfigur „Der Kölsche Boor“ angebracht, ursprünglich schon 1885 vom Bildhauer Christian Mohr für das Hahnentor geschaffen. Der Bauer trägt Stadtschlüssel und einen Schild mit dem Kölner Doppeladler, Zeichen seiner Treue zum Reich. Die heutige Figur ist eine Replik aus den späten 1970er Jahren, das verwitterte Original steht im Rathaus.

Wie wurde die Torburg nach 1945 genutzt?

Die Eigelsteintorburg blieb im Zweiten Weltkrieg weitgehend unversehrt. Hier eröffnete am 21. März 1946 mitten in den Trümmern eine der ersten Nachkriegsausstellungen Kölns. Bis 1963 diente das Tor für Ausstellungen, seit 1995 nutzt die Offene Jazz Haus Schule das Gebäude, die zentralen Räume lassen sich für Feiern mieten.

Kann ich die Eigelsteintorburg kostenlos besichtigen?

Das Tor selbst ist als Bauwerk im öffentlichen Straßenraum frei zugänglich, der Durchgang kann passiert werden. Die Innenräume werden für Veranstaltungen vermietet, Informationen dazu gibt es über die Website der Eigelsteintorburg.

Quellen: de.wikipedia.org

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