Hoch über der Saale erhebt sich im Stadtteil Giebichenstein von Halle die Burg Giebichenstein. Sie gehört zur Straße der Romanik, und auf ihrem Gelände hat die Kunsthochschule Burg Giebichenstein einen Teil ihres Campus.
Von der Königsburg zur Ruine
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr 961, als König Otto I. das Gebiet dem Moritzkloster in Magdeburg übereignete. Die heute sichtbare Oberburg entstand im 12. und 13. Jahrhundert und diente dem Erzbistum Magdeburg als wichtiger Stützpunkt, zeitweise sogar als Staatsgefängnis für Angehörige des Hochadels. Der Sage nach soll der thüringische Landgraf Ludwig der Springer von hier aus seiner Gefangenschaft entkommen sein, indem er sich in die Saale stürzte, belegt ist diese Geschichte allerdings nicht. Nachdem die Erzbischöfe 1514 in die neu errichtete Moritzburg umgezogen waren, verlor die Burg an Bedeutung und verfiel. Während des Dreißigjährigen Krieges zerstörte ein Brand 1637 die Oberburg endgültig, seither ist sie Ruine.
Was dich oben erwartet
Eine moderne Ausstellung erzählt die Geschichte der Burg, unter anderem mit einem Fernrohr, das dir den Blick in die Zeit vor der Zerstörung zeigt. Über QR-Codes rufst du Hörstationen ab, die dich in die Rolle eines Gefangenen oder in ein mittelalterliches Festmahl versetzen. Von den Mauern reicht der Blick weit über das Saaletal und die Klausberge hinaus. Im Hof der benachbarten, besser erhaltenen Unterburg arbeiten und stellen Studierende der Kunsthochschule aus. Schon Dichter der Romantik wie Joseph von Eichendorff ließen sich von dem Ort zu ihren Werken inspirieren.











