Die Bremer Stadtmusikanten
Bremen-Mitte
Seit 1866 gestalten die Bremer ihren Bürgerpark selbst, finanziert fast nur durch Spenden statt durch die Stadt. Du findest dort ein Tiergehege, eine Waldbühne und ganzjährig Veranstaltungen, dazu grenzt er direkt an den Bremer Stadtwald.
Nördlich der Bremer Altstadt liegt eine der größten und zugleich ungewöhnlichsten Parkanlagen Deutschlands: der Bürgerpark. Ungewöhnlich, weil er bis heute nicht von der Stadt, sondern von den Bürgern selbst finanziert wird, die seit mehr als 150 Jahren Geld, Zeit und Bäume in ihren Park stecken.
Die Geschichte des Parks beginnt mit einer unerwarteten Beschwerde: Beim Zweiten Deutschen Bundesschießen 1865 litten tausende Schützen auf der kahlen Bürgerweide unter praller Sonne und Hitze, und es entstand die Idee eines schattigen Schießstands. Aus diesem Anlass formierte sich bald eine Bürgerinitiative, die sich im November desselben Jahres offiziell als Comité zur Bewaldung der Bürgerweide gründete, zunächst mit 60 Mitgliedern. Der Senat stellte keine öffentlichen Mittel zur Verfügung, also sammelte das Komitee auf eigene Initiative Spenden.
Nach ersten verworfenen Entwürfen entschied sich das Gremium für die Pläne des Gartenarchitekten Wilhelm Benque, der als Parkdirektor angestellt wurde. Der Zulauf wuchs rasch auf rund 800 Mitglieder, sodass das Komitee schließlich beim Senat um ein Stück der Bürgerweide für ein „städtisches Gehölz“ bat. Die Bitte wurde bewilligt, man überließ den Planern ein 76 Hektar großes Areal. Im Sommer 1866 erfolgte der erste Spatenstich, unterstützt von knapp 170 Arbeitern.
Was den Bürgerpark von vergleichbaren Anlagen unterscheidet, ist seine Finanzierung: Seit seiner Gründung 1866 kommt das Geld dafür fast ausschließlich von den Bürgern selbst, nicht von der Stadt. Diese hanseatische Tradition verbindet bis heute Generationen von Bremer Bürgern mit ihrem Park. An vielen Brücken, Bänken und Denkmälern im Park erinnern Namensschilder an diejenigen, die den Unterhalt der weitläufigen Anlage über die Jahre ermöglicht haben. Eine der wichtigsten Einnahmequellen ist seit 1953 die jährlich von Februar bis Mai veranstaltete Bürgerpark-Tombola, mit deren Erlösen der Bürgerparkverein die Pflege des Geländes finanziert.
Für seine Verdienste um die Gartendenkmalpflege wurde der Park mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2022 mit dem Bremer Denkmalpflegepreis sowie zuvor mit dem DGGL Kulturpreis und dem Deutschen Preis für Denkmalschutz.
Nach 1900 erweiterte sich die Anlage um den nördlich angrenzenden Stadtwald mit rund 65 Hektar. Zusammen bilden Bürgerpark und Stadtwald heute, gemessen an der Fläche nur vom Park links der Weser übertroffen, die zweitgrößte Grünanlage der Hansestadt. Wo im Bürgerpark klassische Elemente eines Volksgartens dominieren, Seen, Kaffeehäuser und Liegewiesen innerhalb bewaldeter Flächen, prägen den Stadtwald eher naturnahe Wege, eine Finnbahn und ein Naturlehrpfad. Beide Teile werden, anders als etwa der New Yorker Central Park, von keiner durchgehenden Verkehrsstraße durchschnitten, sondern bleiben als einheitlicher Grünzug erhalten.
Im Tiergehege des Bürgerparks können Besucher unter anderem Esel und Alpakas besuchen, ein beliebtes Ziel besonders für Familien mit Kindern. Dazu kommen ein Bootsverleih, Minigolf- und Bouleplätze sowie die Waldbühne für Veranstaltungen. Regelmäßig organisiert der Bürgerparkverein geführte Wanderungen, etwa durch Bürgerpark und Stadtwald gemeinsam, Führungen rund um Vögel im Jahresverlauf oder thematische Theaterspaziergänge. In den Ferien gibt es zudem spezielle Programme für Kinder, bei denen sie die Tiere im Park aus der Nähe erleben können.
Der Bürgerpark liegt an der gleichnamigen Adresse in Bremen und ist kostenlos zugänglich, mit kostenlosen sowie rollstuhlgerechten Parkplätzen und rollstuhlgerechtem Eingang; Hunde sind willkommen. In unmittelbarer Nähe liegt das Tiergehege (0,3 Kilometer), etwas weiter das Übersee-Museum Bremen (1,5 Kilometer) und das Universum Bremen (1,9 Kilometer). Für einen Abstecher in die Altstadt lohnen sich die Bremer Stadtmusikanten, der St. Petri Dom und der Bremer Roland, alle jeweils rund 2,3 Kilometer entfernt. Am besten planst du für einen Besuch mehrere Stunden ein, um sowohl den klassischen Bürgerpark als auch den angrenzenden Stadtwald zu erleben.
1866 öffnete der Bürgerpark seine Tore. Er gilt als eine der wenigen weitgehend originalgetreu erhaltenen Parkanlagen aus dem 19. Jahrhundert in Deutschland und zählt damit zu den wichtigen historischen Landschaftsgärten des Landes.
Der Park wird fast ausschließlich privat getragen, eine hanseatische Tradition, die Generationen von Bremer Bürgern mit ihrem Park verbindet. An Brücken, Bänken und Denkmälern im Park findest du Namen von Spendern, die den Unterhalt über die Jahre finanziell unterstützt haben.
Ja, im Tiergehege können Besucher unter anderem Esel und Alpakas besuchen. Für Kinder gibt es dazu Ferienprogramme, bei denen sie die Tiere im Park näher kennenlernen können.
Ja, Bürgerpark und Stadtwald liegen direkt nebeneinander und bilden gemeinsam eine der größten Grünanlagen Bremens. Wanderungen führen regelmäßig durch beide Bereiche, etwa zu Führungen rund um Vögel im Jahresverlauf oder zur Finnbahn.
Ja, der Bürgerpark ist eine öffentlich zugängliche Parkanlage ohne Eintritt. Kostenlose und rollstuhlgerechte Parkplätze stehen ebenfalls zur Verfügung, Hunde sind willkommen.
Quellen: buergerpark.de, de.wikipedia.org
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