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Sehenswürdigkeit

Bremer Roland

Bremen-Mitte

Der Bremer Roland steht seit 1404 mitten auf dem Marktplatz, unmittelbar vor dem Rathaus, und gilt als der älteste erhalten gebliebene Roland aus Stein. Mit Sockel und Baldachin misst er über zehn Meter und wurde 2004 gemeinsam mit dem Rathaus zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

  • Errichtet 1404, ältester erhaltener Steinroland Deutschlands
  • Mit 10,21 Metern Gesamthöhe die höchste frei stehende Steinfigur aus dem deutschen Mittelalter
  • Seit Juli 2004 gemeinsam mit dem Rathaus UNESCO-Weltkulturerbe
  • Original-Kopf im Focke-Museum, heutiger Kopf seit der Restaurierung 1983/84 eine Kopie
  • Brauch: Wer dem Roland das Knie reibt, kehrt nach Bremen zurück

Mitten auf dem Bremer Marktplatz, unmittelbar vor dem historischen Rathaus, erhebt sich seit 1404 der Bremer Roland. Mit seinen 5,47 Metern Figurenhöhe und dem gesamten Denkmal von 10,21 Metern gehört er zu den höchsten frei stehenden Steinfiguren aus dem deutschen Mittelalter und gilt zugleich als der älteste erhaltene Steinroland. Seit 1973 steht er unter Denkmalschutz, seit Juli 2004 ist er gemeinsam mit dem Rathaus UNESCO-Weltkulturerbe.

Ein steinerner Wächter der Stadtrechte

Dargestellt ist Roland, der aus Liedern und Heldenepen stammende Heerführer, der der Legende nach als Neffe Karls des Großen galt. Als Stellvertreter des Kaisers verkündet er auf dem Platz die Handelsrechte, die der Stadt einst gewährt worden waren. Das erhobene Schwert ohne Scheide am Gürtel ist dabei weniger Standesabzeichen eines Ritters als Symbol städtischer Gerichtsbarkeit. Der Schild trägt das Doppeladlerwappen des Reichs, Zeichen des langen Bremer Ringens um Reichsfreiheit. Die kleine Figur zu Füßen des Rolands deuten Historiker meist als einen besiegten friesischen Anführer.

Ein hölzerner Vorgänger wurde bereits in der Nacht zum 29. Mai 1366 von Soldaten des Bremer Erzbischofs Albert II. gestürzt und in Brand gesteckt. Der Bremer Rat ließ den steinernen Nachfolger 1404 errichten, bevor überhaupt mit dem Bau des Rathauses begonnen wurde. Für die handwerkliche Ausführung erhielten die beteiligten Steinmetzen 170 Bremer Mark. Gefertigt wurde die Figur aus Elmkalkstein, der tragende Pfeiler aus Obernkirchener Sandstein.

Kriegsschäden und Restaurierungen

Der Roland überstand die Jahrhunderte nicht unversehrt. 1939 drohte ihm der Einsturz, er wurde auf einem neuen Betonfundament gesichert, dabei einzelne Blöcke erneuert. Als Luftschutzmaßnahme bekam er im September 1939 eine mit Sand gefüllte Holzverschalung, später einen gemauerten Splitterschutz. Bei der gründlichen Restaurierung 1983/84 bekam die Figur einen neuen, materialgetreu nachgebildeten Kopf, der ursprüngliche Kopf blieb als Ausstellungsstück im Focke-Museum erhalten. Bei der letzten großen Restaurierung 1989 entdeckte man im Inneren der Statue eine bereits 1938 eingebrachte Zeitkapsel.

Brauchtum rund um den Roland

Zwischen 1813 und 1863 feierten die Bremer jeweils am 5. November die Befreiung von der napoleonischen Besatzung, der Roland galt dabei symbolisch als Hüter der wiedergewonnenen Freiheit. Dieser Brauch lebt wieder auf: An jedem 5. November schmückt man die Figur mit Blumen und der Flagge der UNESCO. Während des Bremer Freimarkts bekommt er zudem ein großes Lebkuchenherz aus Pappe umgehängt, begleitet vom traditionellen Ausruf „Ischa Freimaak!“.

Ähnlich wie bei den Stadtmusikanten in der Nähe gibt es auch beim Roland einen Rückkehr-Brauch: Wer ihm das Knie reibt, kehrt nach Bremen zurück. Wie beliebt dieser Brauch ist, zeigen die durch häufige Berührung dunkel verfärbten Kniestellen der Figur.

Nachbildungen in aller Welt

Der Bremer Roland hat weit über die Stadt hinaus Nachbildungen inspiriert. In Rolândia in Brasilien, benannt nach dem Roland und 1932 von deutschen Auswanderern gegründet, steht seit 1957 eine knapp lebensgroße Kopie. Auch die ecuadorianische Hauptstadt Quito bekam anlässlich eines runden Stadtjubiläums eine verkleinerte Nachbildung geschenkt, die heute entlang einer belebten Hauptstraße steht. In einer evangelisch-lutherischen Kirche im New Yorker Stadtteil Brooklyn befindet sich außerdem eine hölzerne Nachbildung aus dem Jahr 1890, einst ein Geschenk Bremens an dorthin ausgewanderte Bürger.

Tipps für deinen Besuch

Der Roland steht mitten im historischen Zentrum Bremens, direkt vor dem Rathaus, in unmittelbarer Nähe die Bremer Stadtmusikanten. Der St. Petri Dom liegt nur wenige Schritte entfernt, die Böttcherstraße und der Martinianleger an der Weser sind ebenfalls in kurzer Gehweite erreichbar. Weiter westlich schließt sich das Schnoorviertel an, Bremens ältester erhaltener Stadtteil.

Häufige Fragen

Warum steht der Roland vor dem Bremer Rathaus?

Roland verkörpert als Heerführer und angeblicher Neffe Karls des Großen die vom Kaiser verliehenen Marktrechte und Freiheiten der Stadt. Das erhobene Schwert ohne Scheide steht dabei eher für städtische Gerichtsbarkeit als für ritterliche Macht. Der Schild trägt das Doppeladlerwappen des Reichs als Zeichen des Bremer Anspruchs auf Reichsfreiheit.

Ist der heutige Roland das Original von 1404?

Ja, die Statue selbst ist original, wurde aber mehrfach restauriert. 1939 drohte Einsturz, sie wurde auf neuem Betonfundament gesichert. Bei der Restaurierung 1983/84 ersetzte man den Kopf durch eine materialgetreue Kopie, der echte alte Kopf ist seitdem im Focke-Museum ausgestellt.

Was bedeutet die Figur zu Füßen des Rolands?

Historiker deuten diese kleine Figur meist als einen unterworfenen friesischen Anführer. Eine volkstümliche Deutung, sie zeige einen Krüppel, der 1032 ein Gelände umkrochen habe, gilt als unbegründet.

Stimmt es, dass eine zweite Rolandstatue im Rathaus versteckt ist?

Das ist eine Legende. Sie geht wohl auf den „Eisernen Roland“ zurück, eine hölzerne Nachbildung, die 1915 bis 1918 zwischen Altem und Neuem Rathaus stand und danach im Rathaus gelagert wurde, heute aber nicht mehr erhalten ist. Eine echte zweite, baulich andere Rolandstatue gibt es aber: den Kleinen Roland am Neuen Markt von 1737.

Wie komme ich zum Bremer Roland?

Der Roland steht mitten auf dem Marktplatz in der Bremer Altstadt, direkt vor dem Rathaus. Von dort sind die Bremer Stadtmusikanten, der St. Petri Dom und die Böttcherstraße in wenigen Gehminuten erreichbar.

Quellen: de.wikipedia.org

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