Bremer Marktplatz
Bremen-Mitte
Unterhalb der St.-Martini-Kirche an der Bremer Schlachte liegt der Martinianleger, die zentrale Anlegestelle der Fahrgastschifffahrtsgesellschaft Hal över. Von hier starten Hafenrundfahrten, Linienfahrten nach Bremerhaven und die Weserfähre.
Direkt an der Schlachte, der Bremer Flusspromenade, unterhalb der Kirche St. Martini liegt der Martinianleger. Von hier legen die Schiffe der Hal över Bremer Fahrgastschifffahrt ab, nur wenige Gehminuten von Böttcherstraße und Marktplatz entfernt.
Plattdeutsch heißt es “Hal över”, auf Hochdeutsch “Hol über”. So rief man früher nach dem Fährmann, der am anderen Flussufer wartete. Eng verbunden ist der Ausdruck mit der Sielwallfähre: Diese Personenfähre bringt Fahrgäste über die Weser, ihr städtischer Anleger liegt zwischen den alten Wallanlagen und dem Weserstadion, direkt am Osterdeich. Schon lange bevor es die heutige Gesellschaft gab, querte hier eine Fähre den Fluss: Im 18. Jahrhundert begann der Betrieb als reine Ruderfähre zwischen den beiden Uferseiten, ein paar Generationen später kam ein Motor hinzu. Am stärksten gefragt war die Verbindung nach dem Zweiten Weltkrieg, als in einem besonders kalten Winter Eisgang die Behelfsbrücken der Stadt zerstört hatte und die Fähre zur einzigen verlässlichen Querung wurde.
Nach einer vorübergehenden Einstellung in den frühen 1970er Jahren erzwang Bürgerprotest die Wiederaufnahme des Betriebs. 1984 gründeten Unterstützer dafür den Verein “Hal över”, der zuerst den Erhalt der Fähre sichern sollte. Mit der Zeit erweiterte sich die kleine Flotte um weitere Boote und den Koggen-Nachbau Roland von Bremen, außerdem engagierte sich der Verein bei der Gründung des heutigen Café Sand. Aus dem ursprünglichen Heimatverein wurde schließlich eine GmbH für Stadttouristik, die 2002 eine traditionsreiche Bremer Reederei samt zweier größerer Fahrgastschiffe übernahm.
Heute organisiert die Gesellschaft von hier aus Rundfahrten durch den Hafen, Fahrten für geschlossene Gesellschaften sowie Linienverbindungen flussabwärts bis zur Unterweser und landeinwärts in Richtung Oldenburg. Weitere Haltepunkte der Flotte liegen an mehreren Stellen entlang des Flusses. Zur Flotte zählen unter anderem zwei größere Passagierschiffe aus der übernommenen Reederei sowie kleinere Boote, die bei Bedarf die Sielwallfähre verstärken.
Ein besonderes Kapitel der Flottengeschichte schreibt die Roland von Bremen, der im Jahr 2000 fertiggestellte, originalgetreue Nachbau einer mittelalterlichen Bremer Kogge. 2014 sank sie wegen eines defekten Ventils an ihrem Liegeplatz an der Schlachte, wurde danach gehoben und für einen symbolischen Betrag an einen gemeinnützigen Verein übergeben, der ihre Schwimmfähigkeit wiederherstellte. Künftig soll sie ohne eigenen Antrieb als fester Veranstaltungsort dienen. Dazu kommt die Lüder von Bentheim, der Nachbau eines historischen Lastkahntyps von der Weser, benannt nach dem Baumeister, der die Weserrenaissance-Fassade des Bremer Rathauses schuf. Sie verkehrt regelmäßig zwischen mehreren Anlegestellen entlang des Flusses, darunter auch dem Martinianleger.
Auch einzelne Schiffe der Flotte bringen ihre eigene Vorgeschichte mit. Die beiden größeren Passagierschiffe kamen 2002 durch die Übernahme einer Reederei dazu, die ursprünglich nach dem Krieg mehrere baugleiche Schiffe für die feste Linie zwischen Bremen und Bremerhaven einsetzte. Ein älteres Schiff aus Hamburger Produktion, seit dem frühen 20. Jahrhundert in Bremen beheimatet, diente der Reederei lange als schwimmende Werkstatt. Auch ein in der Nachkriegszeit in Prag gebauter Raddampfer fuhr zeitweise für Hal över, bevor er 2020 erneut den Besitzer wechselte.
Der Martinianleger liegt zentral an der Schlachte und ist von der Bremer Innenstadt aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Nur 0,1 Kilometer entfernt liegt die Böttcherstraße, der Bremer Marktplatz, der Bremer Roland und die Bremer Stadtmusikanten liegen jeweils 0,3 Kilometer weiter, der St. Petri Dom und die Weserburg, das Museum für moderne Kunst, sind rund 0,4 Kilometer entfernt. Kartenzahlung ist am Anleger möglich, der Zugang ist rollstuhlgerecht. Aktuelle Fahrpläne und Preise für die einzelnen Touren findest du auf der Website der Gesellschaft, da sich Zeiten je nach Saison und Anlass ändern.
Die Hal över Bremer Fahrgastschifffahrt GmbH. Ihr Name stammt vom plattdeutschen Zuruf an den Fährmann auf der anderen Flussseite. 1984 schlossen sich Unterstützer zu einem Verein zusammen, um den Fortbestand der traditionsreichen Weserfähre zu retten, später kamen weitere Schiffe dazu.
Von hier bietet die Gesellschaft Rundfahrten durch den Hafen an, dazu Fahrten für geschlossene Gruppen sowie mehrere feste Linienverbindungen weserabwärts und -aufwärts. Zusätzliche Haltepunkte der Flotte liegen flussabwärts in Richtung Unterweser.
Die heutige Sielwallfähre fährt über die Weser zwischen dem Osterdeich und dem Café Sand auf dem Stadtwerder. Ihre Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, Anfang des 20. Jahrhunderts kam der erste motorisierte Antrieb hinzu, nach einer zeitweiligen Einstellung in den 1970er Jahren fährt sie bis heute wieder regelmäßig.
Dazu zählt die Roland von Bremen, ein Nachbau einer mittelalterlichen Bremer Kogge, originalgetreu gebaut im Jahr 2000, sowie die Lüder von Bentheim, nachgebaut nach einem historischen Lastkahntyp von der Weser und benannt nach dem Baumeister, der die Weserrenaissance-Fassade des Bremer Rathauses schuf.
Der Anleger befindet sich an der Schlachte, direkt unterhalb der Kirche St. Martini, in unmittelbarer Nähe zur Bremer Innenstadt. Vor Ort ist Kartenzahlung möglich, der Eingangsbereich ist rollstuhlgerecht.
Quellen: de.wikipedia.org, hal-oever.de
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