Vorgebirgspark
Köln
Der Äußere Grüngürtel ist ein rund 800 Hektar großer Ring aus Wald, Wiesen und Seen, der Köln auf dem Gelände der ehemaligen preußischen Festungsanlagen umschließt. Konrad Adenauer sorgte als Oberbürgermeister dafür, dass hier nach dem Ersten Weltkrieg Parks statt Bebauung entstanden.
Wer in Köln aus der Innenstadt Richtung Umland läuft, läuft irgendwann in den Äußeren Grüngürtel hinein, ohne es gleich zu merken. Er zieht sich halbkreisförmig um die Stadt, auf beiden Rheinseiten, und besteht aus Wald, Wiesen, Seen und Sportflächen. Rund 800 Hektar groß ist die Anlage, etwa die Hälfte davon Wald.
Dass hier heute Bäume statt Häuser stehen, hat mit der Militärgeschichte Kölns zu tun. Nach dem Wiener Kongress 1815 fiel das Rheinland an Preußen, das Köln zur Festungsstadt ausbaute. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg zog das Militär zwischen 1873 und 1881 einen Sperrgürtel mit elf Forts und vielen kleineren Werken um die Vorstädte. Um 1900 zählte Köln zu den größten Festungen im Reich, konnte sich dadurch aber kaum noch räumlich entwickeln.
1907 kaufte Köln das Festungsgelände von Preußen zurück, für 23 Millionen Reichsmark. Der innere Ring blieb bis zum Ende des Ersten Weltkriegs bestehen, musste dann aber auf Grundlage des Versailler Vertrags geschleift werden. Genau hier setzte der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer an: Er erkannte, dass eine wachsende Großstadt natürliche Grünflächen als Luftfilter braucht, und holte den Hamburger Stadtplaner Fritz Schumacher sowie den Gartenfachmann Fritz Encke in die Stadt. Ihre Idee war eine Kette multifunktionaler Grünanlagen, die sie im Äußeren Grüngürtel umsetzten.
Die britische Besatzung hätte das Festungsgelände am liebsten als Ödland liegen lassen. Adenauer setzte sich durch und sorgte dafür, dass die Flächen nach Schumachers Generalbebauungsplan zu Parkanlagen wurden, auch um Bodenspekulation zu verhindern. Ab 1922 begannen die Arbeiten, finanziert als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in einer Zeit hoher Nachkriegsarbeitslosigkeit. Zur feierlichen Einweihung im September 1923 war die heutige Fläche von rund 800 Hektar bereits erreicht, laut einem Stadtführer von 1927 sollten Sportwiesen, Schulgärten, Lichtbäder und Blumenbeete auf 200 Hektar entstehen.
Der zur Stadt gelegene Teil des Militärrings besteht aus kleinteiligen Parzellen, Kleingärten und Friedhöfen. Auf der anderen Straßenseite folgt ein Waldstreifen mit Sportflächen und den Resten der alten Festungswerke, daran schließen offene Wiesen und die künstlich angelegten Seen an: Kalscheurer, Decksteiner und Adenauerweiher, deren Aushub man zu Hügeln aufschüttete. Ein äußerer Waldgürtel mit schnell wachsenden Baumarten schließt den Ring ab und wirkt als Schutzzone gegen die Emissionen der angrenzenden Autobahnen. Besonders stark genutzt wird der Parkabschnitt nahe der beiden Hauptausfallstraßen im Westen der Stadt.
Bootsfahrten gibt es gleich an zwei Stellen: Auf beiden Seen lassen sich Kähne mieten, ein lokaler Verein betreibt die Boote und ein kleines Büdchen mit Toilette dazu. Direkt am Haus am See liegt zusätzlich ein Minigolfplatz, während am Adenauerweiher der Club Astoria für Gastronomie sorgt. 2010 richtete die Kölner Forstverwaltung zwischen dem angrenzenden Wald und der Autobahn das sogenannte Waldlabor ein, ein Testgelände, auf dem erforscht wird, wie sich der Wald an den Klimawandel anpassen lässt. Erreichbar ist es über den Parkplatz am Haus am See, auch Führungen werden dort angeboten.
Ein gut 65 Kilometer langer Rundweg umrundet seit 2014 einmal komplett die Stadt, markiert und kartiert von der Kölner Grünstiftung, die dazu eine kostenlose Wanderkarte herausgibt. Zum Gesamtsystem gehört außerdem der rechtsrheinische Abschnitt mit der Merheimer Heide als größter Fläche sowie radiale Verbindungswege über den Kölner Stadtwald, den Blücherpark oder den Vorgebirgspark, die den Außengürtel mit dem innerstädtischen Volksgarten verknüpfen. Rund 300 Schafe halten dabei nahe dem Decksteiner Weiher die Wiesen kurz, ihr Tritt verdichtet zusätzlich den Boden.
Der Äußere Grüngürtel ist groß und lässt sich an vielen Stellen betreten, am bekanntesten ist der Abschnitt rund um den Decksteiner Weiher. In der Nähe liegen weitere Kölner Grünanlagen wie der Vorgebirgspark (rund 2,2 Kilometer entfernt), der Forstbotanische Garten mit angrenzendem Friedenswald (2,7 Kilometer) und der Beethovenpark (3,1 Kilometer), ebenso der Volksgarten (3,3 Kilometer). Wer Kindern etwas zeigen möchte, findet den Erlebnisbauernhof Gertrudenhof in rund 4,4 Kilometern Entfernung. Parkplätze mit rollstuhlgerechtem Zugang sind vorhanden, Hunde sind im gesamten Grüngürtel willkommen.
An dieser Stelle lag ein militärischer Sperrgürtel: Preußen zog ab 1873 einen Ring aus elf Forts und vielen kleineren Werken um die wachsenden Kölner Vorstädte, zeitweise war das die größte Festung des Kaiserreichs. 1907 kaufte die Stadt dieses Gelände von Preußen zurück, geschleift werden mussten die Anlagen aber erst nach dem Ersten Weltkrieg, weil der Versailler Vertrag das forderte.
Oberbürgermeister Konrad Adenauer trieb das Projekt an, weil er Grünflächen als Luftfilter für die Großstadt wichtig fand. Umgesetzt haben es der aus Hamburg geholte Stadtplaner Fritz Schumacher und der Gartenfachmann Fritz Encke. Gebaut wurde ab 1922, die Eröffnungsfeier fand im Herbst 1923 statt.
An beiden großen Seen, dem Decksteiner und dem Kalscheurer Weiher, lassen sich Kähne mieten, am Haus am See gibt es dazu Minigolf und Gastronomie. Ein beschilderter Rundweg von etwa 65 Kilometern, angelegt von der Kölner Grünstiftung, umrundet einmal die gesamte Stadt. Im Waldlabor nahe der Autobahn kann man an Führungen teilnehmen.
Ja, als öffentliche Grünanlage ist der Äußere Grüngürtel jederzeit frei zugänglich, ein Eintritt fällt nicht an. Parkplätze und ein rollstuhlgerechter Zugang sind vorhanden.
Ja. Hunde sind willkommen, die weitläufigen Wiesen und Wege eignen sich für Spaziergänge, und am Decksteiner Weiher gibt es neben dem Bootsverleih auch einen Minigolfplatz.
Quellen: de.wikipedia.org
Schwimmbad · Köln-Rodenkirchen
Bowlingbahn · Köln-Lindenthal
Kletterhalle · Köln
Escape Room · Köln-Innenstadt
Für Betreiber
Sind Sie der Betreiber von Äußerer Grüngürtel?
Übernehmen Sie den Eintrag kostenlos und ergänzen Sie Fotos, Preise und weitere Angaben.
Angaben ohne Gewähr. Fehler entdeckt? Gib uns Bescheid.
Externe Medien und Cookies
Wir setzen nur technisch notwendige Cookies. Auf einigen Seiten zeigen wir Videos von YouTube und Karten von OpenStreetMap. Wenn du externe Medien erlaubst, werden sie direkt geladen. Dabei werden Daten wie deine IP-Adresse an Google bzw. die OpenStreetMap Foundation übertragen, bei YouTube ist eine Übermittlung in die USA möglich. Du kannst die Wahl jederzeit über „Cookie-Einstellungen“ im Seitenfuß ändern. Mehr in der Datenschutzerklärung.