Der Volkspark Humboldthain in Berlin-Gesundbrunnen entstand ab 1869 zu Ehren Alexander von Humboldts. Nach Kriegszerstörung 1948 bis 1951 neu angelegt, bietet er heute Rosengarten, Sommerbad und eine Aussichtsplattform auf dem ehemaligen Flakturm.
- Baubeginn am 14. September 1869, dem 100. Geburtstag Alexander von Humboldts
- Rosengarten mit rund 15.000 Rosenstöcken in 70 verschiedenen Sorten, angelegt nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten
- Humboldthöhe: Aussichtsplattform auf dem gesprengten und angeschütteten Flakturm
- Führungen durch die Berliner Unterwelten e.V. in Teile des erhaltenen Bunkers
- Sommerbad mit 50-Meter-Becken, großer Rutsche und Sprunganlage
Im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen liegt der Volkspark Humboldthain, benannt nach dem Naturforscher Alexander von Humboldt. Mit Rosengarten, Sommerbad und einer Aussichtsplattform auf einem ehemaligen Flakturm vereint er auf 29 Hektar Erholung und ein Stück Berliner Kriegsgeschichte.
Ein Park zu Ehren Humboldts
Dass der Park überhaupt gebaut wurde, beschlossen die Stadtverordneten schon 1865: Nach dem Vorbild des Volksparks Friedrichshain sollte auch der Berliner Norden eine vergleichbare Grünanlage bekommen. Der Baubeginn fiel symbolträchtig auf den 100. Geburtstag Alexander von Humboldts, im September 1869 gestaltet nach Entwürfen des Lenné-Schülers Gustav Meyer. Erste Teile konnten die Berliner bereits 1872 nutzen, vollständig fertig war die Anlage 1876. Fast zwei Jahrzehnte nach der Grundsteinlegung, 1888/1889, ergänzte man den Park noch um ein Denkmal für seinen Namensgeber auf einer kleinen Anhöhe.
Botanisch verfolgten die Gestalter ein pädagogisches Ziel: Sie pflanzten gezielt Gehölze aus verschiedenen Kontinenten und beschrifteten sie, damit Besucher etwas über die Herkunft der Pflanzen lernen konnten. Besonders auffällig war eine größere, aus Ostasien stammende Baumgruppe aus den 1870er Jahren. Der Park erhielt zudem den ersten eigens für Kinder eingerichteten Spielplatz eines Berliner Parks, der im Winter sogar als Eisfläche zum Schlittschuhlaufen diente.
Flaktürme und Zerstörung
Mit Zwangsarbeitern errichtete die Wehrmacht in den Jahren 1941 und 1942 in kurzer Zeit zwei massive Betonbauten im Park: einen als Hochbunker konzipierten Flakturm sowie, etwas südlich davon, einen zugehörigen Leitturm mit Radartechnik. In den letzten Kriegstagen, Anfang Mai 1945, sammelten sich hier rund tausend verbliebene deutsche Soldaten unter dem Kommando eines Generals, bevor die Entscheidung fiel, die Waffen unbrauchbar zu machen und sich zu zerstreuen.
Nach Kriegsende sprengte man den Leitturm und schüttete die Trümmer an, heute dient die entstandene Erhebung im Winter als Rodelhang. Auch der größere Gefechtsturm wurde teilweise gesprengt, der verbliebene Sockel mit Schutt bedeckt. Er trägt seither den Namen Humboldthöhe und bietet von oben einen Ausblick über die Stadt. Eine 1967 aufgestellte Aluminiumfigur erinnert hier symbolisch an die deutsche Einheit, im Berliner Volksmund scherzhaft „Plumpenpickel“ genannt.
Wiederaufbau nach dem Krieg
Krieg und Nachkriegsjahre hatten den ursprünglichen Park fast vollständig vernichtet. Zwischen 1948 und 1951 bauten Arbeitslose im Rahmen eines Notstandsprogramms die Anlage unter Leitung des Weddinger Gartendirektors komplett neu auf. Zur feierlichen Wiedereröffnung im September 1952 enthüllte der zuständige Bezirksbürgermeister einen neu geschaffenen Gedenkstein zu Ehren Humboldts, denn das ursprüngliche Denkmal war im Krieg verlorengegangen.
Dort, wo bis 1945 die im Krieg zerstörte Himmelfahrtkirche stand, legten die Planer stattdessen einen Rosengarten an, gestaltet nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten mit von Buchsbaum eingefassten Beeten. Etwa 15.000 Rosenstöcke in 70 verschiedenen Sorten blühen hier, beschildert im Sinne des Namensgebers. Hunde und Fahrräder sind im Rosengarten nicht erlaubt.
Sommerbad, Fledermäuse und Klettern
Beim Wiederaufbau in jenen Nachkriegsjahren entstand westlich der Humboldthöhe auch das Sommerbad Humboldthain mit einem 50-Meter-Becken, großer Rutsche, Sprunganlage und Liegewiese. Ein ehrenamtlicher Verein hat außerdem Teile des alten Flakturms begehbar gemacht und bietet dort im Sommer Besucherführungen an. Sobald es kälter wird, übernehmen andere Bewohner: Mit rund 250 Tieren ist der Turm einer der größten bekannten Winterquartiere für Fledermäuse in Berlin. An den Außenwänden des Bunkers darf zudem geklettert werden, organisiert über einen Kletterverein mit eigenem Hausrecht an dieser Stelle.
Tipps für deinen Besuch
Der Volkspark Humboldthain liegt verkehrsgünstig an einer S-Bahn-Station und ist auch mit der U-Bahn erreichbar. Die Gedenkstätte Berliner Mauer und das Dokumentationszentrum Berliner Mauer sind in rund 1,1 bis 1,2 Kilometern zu erreichen, ebenso der Verein Berliner Unterwelten für Führungen durch den Bunker, nur 0,4 Kilometer vom Park entfernt.
Häufige Fragen
Warum heißt der Park Humboldthain?
Der Park wurde zu Ehren Alexander von Humboldts angelegt, der Baubeginn fiel symbolträchtig auf seinen 100. Geburtstag am 14. September 1869. Gestaltet wurde er nach Plänen des Lenné-Schülers Gustav Meyer, fast zwei Jahrzehnte später kam ein Denkmal für Humboldt auf einer kleinen Anhöhe hinzu.
Was hat es mit dem Flakturm im Park auf sich?
1941/1942 errichtete die Wehrmacht im Park einen als Hochbunker ausgeführten Flakturm sowie einen zugehörigen Leitturm mit Radartechnik. Nach dem Krieg sprengte man den Leitturm, seine Trümmer dienen seitdem im Winter als Rodelhang. Der größere Gefechtsturm wurde nur teilweise gesprengt, der Rest mit Schutt verfüllt, trägt seither den Namen Humboldthöhe und dient heute als Aussichtsplattform.
Kann man den Flakturm von innen besichtigen?
Ein ehrenamtlicher Verein hat Teile des Gefechtsturms begehbar gemacht und bietet in den Sommermonaten Besucherführungen an. Im Winter dient derselbe Raum als einer der größten bekannten Fledermaus-Winterquartiere Berlins, mit rund 250 Tieren.
Wie groß ist der Rosengarten im Humboldthain?
Der Rosengarten liegt dort, wo bis 1945 die im Krieg zerstörte Himmelfahrtkirche stand, gestaltet nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten mit Buchsbaumhecken. Rund 70 Rosensorten mit insgesamt etwa 15.000 Pflanzen wachsen hier, beschildert im Sinne des Namensgebers Humboldt. Hunde und Fahrräder sind dort nicht erlaubt.
Wie groß ist der Volkspark Humboldthain insgesamt?
Der Park umfasst heute 29 Hektar und steht als Gartendenkmal unter Schutz. Entstanden ist er 1869 bis 1876, nach Kriegszerstörung wurde er 1948 bis 1951 komplett neu angelegt.
Quellen: de.wikipedia.org
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