Der Volkspark am Weinberg liegt an der Hangkante zum Berliner Urstromtal, wenige Gehminuten vom Rosenthaler Platz. Auf gut vier Hektar wurde er 1954 bis 1956 auf einem im Krieg zerstörten Viertel angelegt und gilt bis heute als kleinster Volkspark Berlins.
- Mit knapp vier Hektar der kleinste Volkspark Berlins, angelegt 1954 bis 1956 nach Entwurf von Helmut Kruse
- Heinrich-Heine-Denkmal, eine 1958 aufgestellte Bronzeskulptur von Waldemar Grzimek
- Rosengarten, Heidegarten und ein Alpinum als Themengärten am Hang
- Goldfischteich am tiefsten Punkt des Parks an der Brunnenstraße
- Blutbuche am Eingang Zehdenicker Straße, als Naturdenkmal geschützt
Zwischen Rosenthaler Platz und Zionskirche, mitten im dicht bebauten Berlin-Mitte, liegt eine Grünfläche, die auf den ersten Blick größer wirkt, als sie ist: der Volkspark am Weinberg. Mit rund vier Hektar ist er der kleinste Volkspark der Stadt, dafür liegt er auf bewegtem Gelände an der Hangkante zum Berliner Urstromtal und bietet von seiner Caféterrasse weite Blicke über die Anlage.
Vom Weinberg zum zerstörten Häuserblock
Der Name geht auf einen echten Weinberg zurück, der östlich der heutigen Parkfläche lag. Spätestens ab dem 16. Jahrhundert wurde hier Wein angebaut, später kamen Kaffeehäuser und Theater hinzu, darunter das Vorstädtische Theater und das Walhalla-Theater mit seiner berühmten Kabarettbühne Carow’s Lachbühne. Rund um den Weinberg entstanden ab Mitte des 19. Jahrhunderts gründerzeitliche Wohn- und Geschäftshäuser, dazu Kinos, ein Waisenhaus und die Villa der Familie Wollank, der das Gelände lange gehörte. Im Zweiten Weltkrieg wurde der gesamte Häuserblock bei alliierten Luftangriffen im November 1943 fast vollständig zerstört. Die Fläche diente danach zunächst als Schuttabladestelle.
Bau des Parks 1954 bis 1956
Auf den Trümmern entstand zwischen 1954 und 1956 der heutige Park nach einem Entwurf des Landschaftsarchitekten Helmut Kruse. Zwei Bagger und eine Trümmersortierungsmaschine trugen das Gelände ab, anschließend wurde es mit Mutterboden und Humus neu aufgefüllt. Für die aufwendigen Natursteinarbeiten an Mauern und Terrassen verwendeten die Handwerker rötlichen Löbejüner Porphyr, hintermauert mit Ziegeln aus den Kriegstrümmern. Kruse gestaltete den Park mit einer großen Liegewiese am Hang, umgeben von mehreren Themengärten: einem Heidegarten mit immergrünen Pflanzen im Süden, einem Staudengarten entlang der Veteranenstraße und einem Alpinum mit Rosengarten oberhalb der Caféterrasse. Der Höhenunterschied zwischen dem oberen Spielplatz und der Brunnenstraße beträgt rund 15 Meter.
Kunstwerke und Gärten
Nahe dem Wasser, zwischen Teich und Veteranenstraße, findest du das Heinrich-Heine-Denkmal: eine Bronzeskulptur von Waldemar Grzimek, 1958 an diesem Platz aufgestellt. Südlich der Caféterrasse findet sich der „Jüngling“ von Theo Balden aus dem Jahr 1963, eine Figur, die die Erholungsfunktion des Parks aufgreifen soll. Nahe dem Weinbergsweg stehen „Die Schwestern“ von Christa Sammler, ebenfalls von 1963, und am Rosengarten die „Schwimmerin“ von Jenny Mucchi-Wiegmann. Am Eingang Zehdenicker Straße wächst eine als Naturdenkmal geschützte Blutbuche, eine zweite besondere Baumgruppe ist die Hängebuche nordöstlich des Teichs. Oberhalb des Rosengartens erinnert ein 1956 geschaffenes Relief in der Stützmauer an den Bau des Parks selbst.
Vom Treffpunkt zur Parkerneuerung
Mehrere Jahre lang in den 2000ern galt der Park als Treffpunkt für Drogenhandel. 2004 richtete ein Verein am Rosengarten einen Kulturpavillon ein, mit dem Ziel, über Kunst- und Kulturveranstaltungen wieder Leben in den Park zu bringen. Ab 2005 investierte das Berliner Grünflächenamt rund 1,35 Millionen Euro in neue Laternen und eine Auslichtung der Büsche. Seit 2007 führt am Pavillon eine neue Treppe zum oberen Spielplatz, dessen Boden 2008 mit einem Gummibelag ausgestattet wurde. Als Erinnerung an die Geschichte des Weinbergs ranken seit 2008 Weinstöcke an der Umfassungsmauer der Caféterrasse.
Tipps für deinen Besuch
Der Park liegt nur wenige Gehminuten von mehreren Museen und Gedenkorten entfernt. Besonders nah sind das Samurai Museum Berlin und die Gedenkstätte Berliner Mauer, beide rund 700 bis 800 Meter entfernt, dazu das Dokumentationszentrum Berliner Mauer und das Magicum (Berlin Magic Museum) in ähnlicher Entfernung. Wer etwas weiter läuft, erreicht nach rund 900 Metern das Anne Frank Zentrum und die Neue Synagoge Berlin mit dem Centrum Judaicum. Am besten kombinierst du den Parkbesuch mit einem Spaziergang durch die Spandauer Vorstadt, bevor oder nachdem du dich auf einer der Liegewiesen ausruhst.
Häufige Fragen
Woher kommt der Name Volkspark am Weinberg?
Östlich der heutigen Parkfläche wurde spätestens ab dem 16. Jahrhundert bis ins 18. Jahrhundert Wein angebaut. Als die Stadt das Gelände nach dem Zweiten Weltkrieg neu anlegte, bürgerte sich der Name Volkspark am Weinbergsweg ein, umgangssprachlich oft kurz Weinbergspark genannt.
Was gibt es im Park zu sehen?
Zentral steht das Heinrich-Heine-Denkmal von Waldemar Grzimek, 1958 aufgestellt. Dazu kommen weitere Bronzefiguren wie der „Jüngling“ von Theo Balden und „Die Schwestern“ von Christa Sammler, beide von 1963, sowie die „Schwimmerin“ von Jenny Mucchi-Wiegmann am Rosengarten. Die Parkanlage selbst gliedert sich in eine große Liegewiese, einen Heidegarten, einen Rosengarten und ein Alpinum.
Ist der Park kostenlos zugänglich?
Ja, der Volkspark am Weinberg ist eine öffentliche Grünanlage und jederzeit frei zugänglich. Lediglich das Café im Park hat eigene Öffnungszeiten.
Wie komme ich zum Volkspark am Weinberg?
Der Park liegt zwischen Rosenthaler Platz und Zionskirche in Berlin-Mitte, umgeben von Veteranenstraße, Fehrbelliner Straße, Weinbergsweg und Brunnenstraße. Zu Fuß sind es von der U-Bahn-Station Rosenthaler Platz nur wenige Minuten.
Ist der Park für Kinder geeignet?
Ja, im Park gibt es einen Spielplatz auf dem oberen Plateau mit Fußballfeld und seit 1989 ein Kinderplanschbecken am ehemaligen Standort des alten Gutshauses.
Quellen: de.wikipedia.org
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