Oberhalb der Gothaer Altstadt thront einer der bedeutendsten frühbarocken Schlossneubauten Deutschlands: Schloss Friedenstein diente den Herzögen von Sachsen-Coburg und Gotha lange als Wohnsitz. Herzog Ernst I., wegen seiner Frömmigkeit auch „der Fromme“ genannt, ließ die Vierflügelanlage ab 1643 nach Plänen des Architekten Caspar Vogel errichten, genau dort, wo zuvor das geschleifte Schloss Grimmenstein gestanden hatte. Seinen Namen trägt das Gebäude als Wunsch nach Frieden nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Kriegs. Weil der Herzog Wohnräume, Verwaltung, Zeughaus, Münzstätte und Kirche unter einem einzigen Dach vereinen wollte, wuchs der Bau zu seiner heutigen, beeindruckenden Größe heran.
Von der fürstlichen Residenz zum Museumskomplex
Bis zum Jahr 1894 war der Friedenstein Sitz der Verwaltung und Wohnort der Herzöge des Herzogtums Sachsen-Gotha. Unter Ernst II. entstand in den 1860er und 1870er Jahren das Herzogliche Museum, in dem bedeutende Kunstschätze und naturkundliche Sammlungen untergebracht wurden. Eigentümerin des Schlosses ist heute die Thüringer Schlösserstiftung, betrieben werden die Museen von der Friedenstein Stiftung Gotha.
Theater und unterirdische Gänge
Im Westturm befindet sich das Ekhof-Theater, benannt nach dem einst hier wirkenden Schauspieler Conrad Ekhof. Es zählt zu den wenigen Bühnen in Deutschland, deren barocke Technik aus dem Jahr 1685 noch vollständig erhalten und funktionstüchtig ist. Unter dem Schloss liegen zudem die Kasematten der früheren Festungsanlage, die im Zweiten Weltkrieg als Schutzräume für die Bevölkerung Gothas dienten. Seit 2013 kannst du die unterirdischen Gewölbe im Rahmen von Führungen besuchen.














