Unterhalb des Schlosses Friedenstein in Gotha erstreckt sich die Orangerie, eine spätbarocke Gartenanlage, die zu den größten ihrer Art im deutschsprachigen Raum zählt. Angelegt wurde sie für Herzog Friedrich III., der im Thüringer Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg regierte und im 18. Jahrhundert exotische Pflanzen sammeln, aufziehen und zeigen wollte.
Jahrzehntelange Bauzeit
Schon um 1700 hatte Herzog Friedrich II. an dieser Stelle einen kleineren Garten mit Treibhaus angelegt. Herzog Friedrich III. und seine Gemahlin Luise Dorothée ließen die Anlage erweitern, bevor 1747 der Baumeister Gottfried Heinrich Krohne den Auftrag für eine komplette Neugestaltung nach französischem Vorbild erhielt. Krohne entwarf zwei große Kalthäuser mit angrenzenden Treibhäusern, ausgerichtet auf das benachbarte Schloss Friedrichsthal. Nach seinem Zerwürfnis mit dem Hof führte sein Schüler Johann David Weidner die Arbeiten fort, der Siebenjährige Krieg verzögerte den Fortschritt zusätzlich. Erst 1774 waren die letzten Arbeiten abgeschlossen, begonnen hatte Krohne 1747.
Was du heute siehst
Das Lorbeerhaus auf der Südseite trägt außen Zierformen, die auf den beginnenden Rokokostil verweisen, seine Dachform orientiert sich am chinesischen Pagodenstil. Die beiden Kalthäuser dienen bis heute der Überwinterung der Orangeriepflanzen, bis 2014 war im nördlichen Gebäude zudem die Stadtbibliothek untergebracht. 2022 kam hinter dem nördlichen Treibhaus ein neues Kamelienhaus hinzu, finanziert aus Spenden. Ein Förderverein kümmert sich bis heute um die historische Pflanzensammlung.














