Berliner Philharmonie
Berlin-Mitte
Der Potsdamer Platz zählte bis zum Zweiten Weltkrieg zu den verkehrsreichsten Plätzen Europas, lag dann fast 30 Jahre als Brache an der Berliner Mauer und wurde in den 1990er Jahren zur größten innerstädtischen Baustelle des Kontinents.
Mitten zwischen der Mitte Berlins und der City West liegt der Potsdamer Platz, einer der wechselvollsten Orte der Stadt. Wo einst ganz Europa auf den dichtesten Verkehr blickte, klaffte nach dem Krieg jahrzehntelang eine Lücke entlang der Mauer, bevor in den 1990er Jahren ein völlig neues Viertel entstand.
An der Stelle, an der die alte Berliner Zoll- und Akzisemauer verlief, entstand 1734 das Potsdamer Tor, Ausgangspunkt der Berlin-Potsdamer Chaussee. 1824 ersetzten zwei vom preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel entworfene, klassizistische Torhäuser das baufällig gewordene alte Stadttor. Diese beiden Bauten überdauerten sogar den Abriss der Akzisemauer selbst und prägten das Bild des Platzes über ein ganzes Jahrhundert hinweg.
Die Eröffnung des ersten Potsdamer Bahnhofs 1838 sowie mehrerer Vorortbahnhöfe machte den Platz zu einem großstädtischen Umschlagplatz für Reisende. Rund um den Platz eröffneten Hotels wie das Grand Hotel Bellevue und Künstlertreffpunkte wie das Café Josty. Im Herbst 1882 gingen hier 36 Kohlebogenlampen in Betrieb, Berlins erste elektrische Straßenbeleuchtung überhaupt. Bis zum Ersten Weltkrieg zog der Platz als Amüsierviertel auch ein Rotlichtmilieu an, festgehalten etwa im Gemälde „Potsdamer Platz“ von Ernst Ludwig Kirchner aus dem Jahr 1914.
Ab Ende 1924 prägte der Verkehrsturm das Bild des Platzes, mit einer der ersten Ampelanlagen überhaupt in Deutschland mit horizontal statt vertikal angeordneten Lichtern nach amerikanischem Vorbild. Rund um den Platz entstanden in den folgenden Jahren spektakuläre Vergnügungsbauten wie das Haus Vaterland, unter Leitung der Gastronomenfamilie Kempinski der größte Amüsierpalast im Deutschen Reich mit Rheinterrassen samt stündlicher Gewittersimulation.
Noch bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zählte der Platz zu den am stärksten frequentierten Orten Europas. Erst die Bombardierungen der Jahre 1943 und 1944 sowie die Kämpfe um Berlin im Frühjahr 1945 hinterließen hier weitflächige Trümmerfelder.
Nach Kriegsende bildete das Areal ein „Dreiländereck“ zwischen dem sowjetischen, britischen und amerikanischen Sektor und entwickelte sich zu einem regelrechten Schwarzmarkt. Beim Volksaufstand am 17. Juni 1953 spielte sich hier einer der blutigsten Zusammenstöße zwischen Demonstranten und DDR-Sicherheitskräften ab, es gab mehrere Todesopfer. Mit der Errichtung der Berliner Mauer im August 1961 wurde der Platz endgültig geteilt, fast alle verbliebenen Gebäude verschwanden in den Folgejahren. Was einst pulsierendes Stadtleben war, blieb bis zum Mauerfall eine trostlose Brachfläche mitten in der Stadt. Nur wenige Tage nach der Maueröffnung, am 12. November 1989, brach man hier bereits ein erstes Stück der Grenzanlage heraus und richtete einen provisorischen Übergang ein.
Nach der Wiedervereinigung verkaufte der Berliner Senat die Grundstücke rasch an Daimler-Benz, ein Alternativprojekt des Architekten Richard Rogers mit stark verdichteter Hochhaus-City setzte sich gegen das ursprüngliche Konzept durch. In den 1990er Jahren wurde der Potsdamer Platz so zur größten innerstädtischen Baustelle Europas. Das von Helmut Jahn gestaltete Sony Center entstand im Nordwesten mit Filmmuseum, Wohnungen und Büros. Südlich schließt sich das Quartier Potsdamer Platz an, unter anderem mit dem von Renzo Piano entworfenen Atrium Tower und dem 103 Meter hohen Kollhoff-Tower im New Yorker Backsteinstil, der von seiner Dachterrasse einen Überblick über den Platz bietet.
An die Berliner Mauer erinnern heute Pflastersteine im Straßenbelag und Einkerbungen im Fußgängerareal des Platzes sowie eine neu errichtete Stele. Eine Nachbildung des historischen Verkehrsturms von 1924 steht seit 2000 wieder am Potsdamer Platz.
Zum Potsdamer Platz gelangst du bequem mit U-Bahn und S-Bahn, die Station zählte 1902 zu den allerersten der Berliner U-Bahn-Geschichte. Die Berliner Philharmonie liegt rund 400 Meter entfernt, ein Gedenkort für die während des Nationalsozialismus ermordeten jüdischen Opfer Europas ist in etwa 600 Metern zu erreichen, ebenso der Gropius Bau.
Der Potsdamer Fernbahnhof, der U-Bahnhof sowie zahlreiche Straßenbahn- und Omnibuslinien machten den Platz bis in die Kriegsjahre hinein zu einem der verkehrsreichsten Plätze Europas. Schon Ende 1924 bekam er deshalb mit dem Verkehrsturm eine der ersten Ampelanlagen des Kontinents. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts traf sich hier zudem die politische, soziale und kulturelle Szene Berlins.
Nach Kriegsende entstand am Potsdamer Platz ein „Dreiländereck“ zwischen den drei westlichen Besatzungssektoren – dem sowjetischen, britischen und amerikanischen. Mit dem Mauerbau im August 1961 wurde der Platz endgültig geteilt und blieb fast drei Jahrzehnte eine trostlose Brachfläche. Am 17. Juni 1953 war er zudem Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen beim Volksaufstand in der DDR.
Nur wenige Tage nach der Maueröffnung, am 12. November 1989, wurde hier bereits ein erstes Stück der Mauer herausgebrochen und ein provisorischer Grenzübergang geschaffen. In den 1990er Jahren entstand auf dem Gelände die größte innerstädtische Baustelle Europas, unter anderem mit dem Sony Center von Helmut Jahn und dem Quartier Potsdamer Platz, an dem Architekten wie Renzo Piano und Hans Kollhoff beteiligt waren.
Das 27.000 Quadratmeter große Areal beherbergt Cafés, das Filmmuseum Berlin mit der Deutschen Kinemathek, Wohnungen, Büros und die europäische Zentrale von Sony. Seit 2000 findet hier auch die Berlinale statt.
Den Platz erreichst du bequem mit U-Bahn und S-Bahn, die Station zählte 1902 zu den allerersten der Berliner U-Bahn-Geschichte. Er liegt zentral zwischen Berlin-Mitte und der City West.
Quellen: de.wikipedia.org
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Bild: LEGOLAND Discovery Centre Berlin
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