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Sehenswürdigkeit

Heumarkt

Köln-Innenstadt

Der Heumarkt ist nach dem Neumarkt der zweitgrößte Platz in Köln und liegt mitten in der Altstadt, wenige Gehminuten vom Rhein. Hier wurde schon vor über tausend Jahren gehandelt, heute treffen sich auf dem Platz Brauhausgäste, Karnevalisten und im Advent die Besucher des Weihnachtsmarkts.

  • Reiterdenkmal König Friedrich Wilhelm III., seit 2009 nach Sanierung wieder in der Platzmitte
  • Traditionsbrauereien am Platz, darunter die Brauerei zur Malzmühle
  • Weihnachtsmarkt mit Heinzelmännchen-Figuren auf Heumarkt und Altem Markt
  • Groß St. Martin, Alter Markt und Fischmarkt liegen in Laufweite
  • U-Bahnhof Heumarkt direkt am Platz

Wer durch die Kölner Altstadt Richtung Rhein läuft, landet fast zwangsläufig auf dem Heumarkt. Mit rund 16.400 Quadratmetern ist er nach dem Neumarkt der zweitgrößte Platz der Stadt. Im Sommer sitzen die Leute draußen vor den Brauhäusern, zu Karneval und bei Konzerten wird der Platz zur Bühne, und im Advent stehen hier die Buden des Weihnachtsmarkts.

Vom römischen Hafen zum Marktplatz

Dass der Platz so groß und frei ist, hat mit seiner Geschichte zu tun. In römischer Zeit floss hier ein Seitenarm des Rheins, das Gelände lag auf einer vorgelagerten Insel, und der Hafen der Stadt reichte bis in diesen Bereich. Bei den Bauarbeiten für die U-Bahn kam 2007 in zwölf Metern Tiefe ein römischer Lastkahn zum Vorschein, mit dem Baumaterial für die Stadt transportiert wurde. Erst als der Rheinarm verlandete, entstand die Fläche, auf der heute der Heumarkt liegt.

Ab dem 10. Jahrhundert wurde hier gehandelt. Die erste Marktfläche datieren Fachleute anhand von Holzfunden auf die Zeit um 957. Heumarkt und Alter Markt waren damals noch ein einziger großer Platz. Gehandelt wurden Gemüse, Käse, Fisch und Gewürze, im Süden Getreide und Heu, das dem Platz schließlich den Namen gab. Zweimal pro Woche fand ein Viehmarkt statt.

Börse, Richtplatz und berühmte Gäste

Der Heumarkt war nicht nur Marktplatz. Hier stand ein Pranger, und über Jahrhunderte wurden auf dem Platz Hinrichtungen vollstreckt, auch an hochrangigen Kölner Ratsherren und Bürgermeistern. 1580 bezog die Kölner Börse ihr erstes eigenes Gebäude mitten auf dem Platz.

Einige Namen tauchen in der Geschichte des Platzes auf, die man hier nicht erwartet: Giacomo Casanova besuchte 1760 eine Theaterbude auf dem Heumarkt. Goethe übernachtete 1815 in einem der Häuser am Platz. Und Karl Marx und Friedrich Engels hatten 1848 und 1849 die Redaktion ihrer „Neuen Rheinischen Zeitung“ in der Hausnummer 65.

Was du heute auf dem Heumarkt siehst

Mitten auf dem Platz steht das Reiterdenkmal für König Friedrich Wilhelm III. von Preußen. Seine Geschichte ist typisch kölsch: Im Krieg stürzte die Figur vom Sockel, übrig blieben Bruchstücke, darunter das Hinterteil des Pferdes, das die Kölner liebevoll „die Fott vum Pääd“ nannten. Erst ab 1990 wurde das Denkmal wieder vervollständigt, seit 2009 steht es nach einer Sanierung wieder an seinem Platz.

Am Rand findest du die Brauerei zur Malzmühle, in der bis heute das Koch’sche Malzbier nach alter Rezeptur gebraut wird, und die Brauerei Pfaffen. Unübersehbar ist das Hotel Maritim, entworfen vom Architekten Gottfried Böhm und 1989 eröffnet. Seine heutige Form mit Bäumen am Rand und gepflasterter Mitte bekam der Platz 2001.

Feste, Karneval und Weihnachtsmarkt

Der Heumarkt ist einer der zentralen Veranstaltungsorte der Stadt. Zur Fußball-WM 2006 stand hier die Fanmeile, zu Karneval wird gefeiert, und über das Jahr gibt es Konzerte und Feste. In der Adventszeit verwandeln sich Heumarkt und Alter Markt in einen Weihnachtsmarkt, der den Heinzelmännchen gewidmet ist. Die kleinen Figuren sitzen auf den Dächern der Buden und hängen über den Gassen.

Tipps für deinen Besuch

Plane den Heumarkt am besten als Teil eines Altstadt-Rundgangs ein. Der Alte Markt schließt direkt nördlich an, Groß St. Martin und der Fischmarkt liegen in Laufweite, ebenso die Rheinpromenade. Mit der Stadtbahn erreichst du den Platz über den U-Bahnhof Heumarkt. Wer mit dem Auto kommt, parkt in der Tiefgarage unter dem Platz.

Häufige Fragen

Warum heißt der Heumarkt Heumarkt?

Im südlichen Teil des Platzes verkauften die Händler im Mittelalter Getreide und Heu. Ab etwa 1250 taucht in den Urkunden der lateinische Name „forum feni“ auf, Heumarkt. Ältere Bezeichnungen sind „Inselmarkt“, weil das Gelände in römischer Zeit auf einer Rheininsel lag.

Was hat es mit dem Pferd auf dem Heumarkt auf sich?

Auf dem Platz steht das Reiterdenkmal für den preußischen König Friedrich Wilhelm III., 1878 enthüllt. Im Zweiten Weltkrieg stürzte es vom Sockel, erhalten blieben unter anderem Kopf und Hinterteil des Pferdes. Die Kölner nannten das Bruchstück an der Brückenrampe „die Fott vum Pääd“. Ab 1990 wurde das Denkmal wiederhergestellt, seit Oktober 2009 steht es nach einer Sanierung wieder in der Platzmitte.

Gibt es auf dem Heumarkt einen Weihnachtsmarkt?

Ja. In der Adventszeit findet auf Heumarkt und Altem Markt ein Weihnachtsmarkt statt, der den Kölner Heinzelmännchen gewidmet ist. Die Figuren sitzen an und auf den Buden. Die Tradition ist alt: Bis 1885 stand der Weihnachtsmarkt schon einmal auf dem Heumarkt, 2005 hat die Stadt sie wiederbelebt.

Wie komme ich zum Heumarkt?

Am einfachsten mit der Stadtbahn: Der U-Bahnhof Heumarkt liegt direkt am Platz. Mit dem Auto führt die Zufahrt zur Deutzer Brücke am Heumarkt vorbei, unter dem Platz liegt eine Tiefgarage.

Ist der Heumarkt frei zugänglich?

Ja, der Heumarkt ist ein öffentlicher Platz und jederzeit zugänglich, Eintritt fällt nicht an. Geöffnet sein müssen nur die Gaststätten und Geschäfte rundherum.

Quellen: de.wikipedia.org

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