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Sehenswürdigkeit

Haus der Kulturen der Welt (HKW)

Berlin-Mitte

Das Haus der Kulturen der Welt (HKW) steht an der Spree, direkt am Großen Tiergarten in Berlin, und zeigt seit 1989 internationale zeitgenössische Kunst und Diskursveranstaltungen. Wegen seiner geschwungenen Form heißt das Gebäude im Berliner Volksmund auch Schwangere Auster.

  • Ehemalige Kongresshalle, errichtet 1957 als amerikanischer Beitrag zur Interbau
  • Im Volksmund Schwangere Auster genannt, wegen der markanten geschwungenen Dachform
  • Nach Dacheinsturz 1980 von 1984 bis 1987 saniert, Wiedereröffnung zur 750-Jahr-Feier Berlins
  • Programm in drei Sparten gegliedert: Literatur und Wissenschaft, Bildkunst und Film, dazu Musik
  • Hielten hier Reden: US-Präsident Kennedy 1963, sein Nachfolger Carter 1978

Direkt am Spreeufer im Großen Tiergarten steht ein Gebäude, das schon durch seine Form auffällt: das Haus der Kulturen der Welt, kurz HKW. Mit seinem weit geschwungenen Dach erinnert es an eine aufgeklappte Muschel, weshalb Berliner es liebevoll Schwangere Auster nennen. Hinter der ungewöhnlichen Architektur verbirgt sich seit 1989 ein Ort für internationale Gegenwartskunst und gesellschaftliche Debatten.

Von der Kongresshalle zum Kulturhaus

Das Gebäude entstand 1957 als amerikanischer Beitrag zur Interbau, einer internationalen Bauausstellung in Berlin. Sein Architekt Hugh Stubbins nannte seinen eigenen Entwurf einen „Propagandabau“, gedacht als Werbung für Redefreiheit und westliche Modernität. Neben Kulturveranstaltungen fanden hier auch politische und geschäftliche Tagungen statt, etwa Gewerkschaftskongresse. Der Bundestag tagte mehrmals in der Halle, zuletzt am 7. April 1965. Zu Gast waren hier zudem prominente ausländische Politiker: 1963 sprach US-Präsident John F. Kennedy, 1978 sein Amtsnachfolger Jimmy Carter.

Am 21. Mai 1980 stürzte wegen Materialermüdung das südliche Außendach ein. Der Wiederaufbau dauerte bis 1987: Zur 750-Jahr-Feier Berlins öffnete das sanierte Gebäude am 9. Mai 1987 wieder seine Türen. 2019 schloss eine umfassende Teilinstandsetzung ab, die den Charakter der damaligen Totalsanierung erhalten sollte.

Auf dem Gelände einer verfolgten Einrichtung

Vor dem Zweiten Weltkrieg stand an dieser Stelle das Institut für Sexualwissenschaft, geleitet von Magnus Hirschfeld. Zwei Namen im Haus erinnern bis heute daran: die Bar trägt den Namen Magnus-Hirschfeld-Bar, der Garten heißt Lili-Elbe-Garten.

Drei Programmbereiche für internationale Kunst

Das HKW gliedert sein Programm in drei Bereiche: Literatur, Gesellschaft und Wissenschaft; Bildende Kunst und Film; dazu Musik und performative Künste. Dabei kooperiert das Haus regelmäßig mit Universitäten, Museen und anderen Kultureinrichtungen weltweit. Von Beginn an verstand sich das Haus zusätzlich zum deutsch-amerikanischen Schwerpunkt als Forum für Kulturen außerhalb des Westens, viele der damaligen Mitarbeiter hatten zuvor im Ausland für Goethe-Institute gearbeitet.

Unter der Leitung von Bernd M. Scherer, der das Haus ab 2006 führte, entwickelte sich das HKW zu einem Thinktank der Gegenwart mit anspruchsvollen, mehrjährigen Großprojekten. Dazu zählten etwa das Anthropozän-Projekt zu den menschlichen Einwirkungen auf die Erde und das von 2016 bis 2019 laufende Projekt 100 Jahre Gegenwart. Seit 2023 leitet Bonaventure Soh Bejeng Ndikung das Haus als Intendant.

Veranstaltungen

Seit 2009 verleiht das HKW den Internationalen Literaturpreis für Autoren und Übersetzer. Regelmäßig finden hier zudem Ausstellungen, Konferenzen und Workshops statt, die oft über mehrere Jahre angelegt sind und verschiedene Formen und Medien kombinieren.

Tipps für deinen Besuch

Das HKW liegt mitten im Berliner Regierungsviertel am Rand des Großen Tiergartens. Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten erreichst du in rund 0,5 Kilometern, den Großen Tiergarten selbst in etwa 0,6 Kilometern. Reichstagsgebäude und Schloss Bellevue liegen jeweils rund 0,8 Kilometer entfernt, das Futurium und das Brandenburger Tor in etwa 0,9 Kilometern. Für Rollstuhlfahrer gibt es passende Parkplätze und einen barrierefreien Eingang.

Häufige Fragen

Warum heißt das HKW auch Schwangere Auster?

Der Berliner Volksmund gab dem Gebäude diesen Namen wegen seiner Form, vor allem wegen des weit ausschwingenden, gewölbten Dachs.

Was war in dem Gebäude vor dem HKW?

Das Gebäude entstand 1957 als Kongresshalle für die Interbau, eine internationale Bauausstellung in West-Berlin. Hier fanden Kulturveranstaltungen, aber auch politische Tagungen und sogar Bundestagssitzungen statt, zuletzt 1965.

Was zeigt das Haus der Kulturen der Welt?

Das HKW zeigt künstlerische Arbeiten und Veranstaltungen aus unterschiedlichen Weltregionen, geordnet in drei Bereiche: Literatur, Gesellschaft und Wissenschaft, dann Bildende Kunst und Film, zuletzt Musik und performative Künste.

Seit wann gibt es das Haus der Kulturen der Welt?

Das HKW hat seinen Sitz seit der Gründung 1989 in der ehemaligen Kongresshalle am Großen Tiergarten.

Ist das HKW barrierefrei zugänglich?

Ja, das Haus verfügt über rollstuhlgerechte Parkplätze und einen rollstuhlgerechten Eingang.

Quellen: de.wikipedia.org

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