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Sehenswürdigkeit

Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten

Berlin-Mitte

Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten entstand im Jahr der deutschen Kapitulation und erinnert an die sowjetischen Soldaten, die im Frühjahr 1945 bei den Kämpfen um Berlin ihr Leben verloren. Im hinteren Bereich der Anlage ruhen schätzungsweise 2000 bis 2500 Gefallene, die Gedenkstätte untersteht völkerrechtlichem Schutz.

  • Errichtet 1945, eingeweiht am 11. November desselben Jahres mit einer Parade
  • Acht Meter hohe Bronzestatue eines Rotarmisten von Lew Kerbel und Wladimir Zigal
  • Kriegsgräberstätte mit schätzungsweise 2000 bis 2500 gefallenen Soldaten
  • Flankiert von zwei T-34/76-Panzern und zwei Kanonen aus der Schlacht um Berlin
  • Seit 1992 völkerrechtlich durch ein deutsch-russisches Abkommen geschützt

Keinen halben Kilometer westlich des Brandenburger Tors, an der heutigen Straße des 17. Juni, steht eine der zentralen Gedenkstätten für die sowjetischen Gefallenen des Zweiten Weltkriegs in Berlin. Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten erinnert an die Soldaten der Roten Armee, die hier im Frühjahr 1945 bei der Schlacht um Berlin ihr Leben verloren.

Vier Ehrenmale für die gefallenen Rotarmisten

Nach Kriegsende ließ die Rote Armee insgesamt vier solcher Ehrenmale im Berliner Stadtgebiet errichten, zum Gedenken an die rund 80.000 Angehörigen der Roten Armee, die beim Kampf um die Stadt im Frühjahr 1945 starben. Neben der zentralen, großen Anlage im Treptower Park entstanden eine weitere Gedenkstätte in Pankow, eine im dortigen Schlosspark Buch und das Ehrenmal im Tiergarten. Alle vier sind zugleich Gedenkstätten und Kriegsgräberstätten, da an ihnen auch gefallene Soldaten beigesetzt wurden.

Das Ehrenmal im Tiergarten steht dort, wo einst die historische Siegesallee auf die damalige Charlottenburger Chaussee traf, die Straße trägt heute den Namen 17. Juni. Entworfen haben es die Bildhauer Lew Kerbel und Wladimir Zigal zusammen mit dem Architekten Nikolai Sergijewski, auf Beschluss der Kriegsratsführung der 1. Weißrussischen Armee. Diese Einheit hatte den Weg von Küstrin über Seelow bis nach Berlin zurückgelegt, das Ehrenmal markiert symbolisch den letzten Punkt dieses Kampfwegs. Die feierliche Einweihung fand am 11. November 1945 statt, begleitet von einer Parade der alliierten Streitkräfte.

Geschichte zwischen Besatzung und Wiedervereinigung

Obwohl das Ehrenmal auf dem Gebiet des britischen Sektors lag, erlaubte der Viermächtestatus Berlins, dass sowjetische Soldaten die Anlage bewachten. Mit dem Mauerbau 1961 sicherte die britische Besatzungsmacht das Areal zusätzlich ab. 1970 ereignete sich ein Anschlag auf einen am Ehrenmal stationierten sowjetischen Wachsoldaten, der die Tat überlebte, der Angreifer verübte später weitere politisch motivierte Gewalttaten. Im Deutschen Bundestag wurde das Ehrenmal 1975 von einem Abgeordneten öffentlich als Symbol der Nachkriegsordnung kritisiert.

Bis zum 22. Dezember 1990 standen durchgehend Ehrenwachen der Sowjetarmee am Denkmal, danach übernahm die Stadt Berlin die Anlage. Mit dem bilateralen Vertrag vom 16. Dezember 1992 verpflichtete sich das wiedervereinigte Deutschland völkerrechtlich, das Ehrenmal dauerhaft zu schützen. Größere Instandsetzungen fanden in der Mitte der 1990er Jahre statt sowie 2014, kurz vor dem 70. Jahrestag des Kriegsendes. Dabei wurden unter anderem die Bronzeskulptur neu verankert und die Inschriften neu vergoldet. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der 2022 begann, wird die Bedeutung der am Ehrenmal stehenden Panzer in der Berliner Politik kontrovers diskutiert.

Die Anlage und ihre Elemente

Im Zentrum der Gedenkstätte steht eine nach innen gebogene Pfeilerreihe, deren mittlerer, größerer Pfeiler eine acht Meter hohe Bronzefigur trägt. Diese stellt einen Rotarmisten mit geschultertem Gewehr dar, dessen linke Hand den Gefallenen eine Geste der Ehre erweist. Eine russische Inschrift darunter findet sich auf beiden Seiten des Denkmals auch auf Englisch und Deutsch. An den Pfeilern finden sich außerdem Texte zu den verschiedenen Waffengattungen sowie die Namen gefallener Soldaten. Den Zugang zur Anlage flankieren zwei Panzer des Typs T-34/76 und zwei Kanonen, beide im Fronteinsatz bei der Eroberung der Stadt. Zu beiden Seiten des Hauptwegs stehen außerdem Sarkophage, beschriftet mit Namen gefallener Offiziere.

Besuchsinformationen

Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten liegt an der Hausnummer 4 der Straße des 17. Juni in Berlin-Mitte und ist mit rollstuhlgerechtem Zugang jederzeit kostenlos zu besichtigen. In unmittelbarer Nähe liegen das Reichstagsgebäude und das Brandenburger Tor (jeweils 0,4 Kilometer) sowie der Pariser Platz, das Haus der Kulturen der Welt und das Denkmal für die ermordeten Juden Europas (jeweils 0,5 Kilometer). Da es sich um eine Kriegsgräberstätte handelt, empfiehlt sich beim Besuch ein respektvoller Umgang, wie er auch an anderen Gedenkorten in Berlin üblich ist.

Häufige Fragen

Wofür steht das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten?

Das Ehrenmal gedenkt der sowjetischen Gefallenen, die im April und Mai 1945 beim Kampf um die deutsche Hauptstadt ums Leben kamen, insgesamt rund 80.000 Angehörige der Roten Armee. Es ist eines von vier sowjetischen Ehrenmalen, die nach dem Krieg in Berlin errichtet wurden, neben dem zentralen Ehrenmal im Treptower Park.

Wer liegt am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten begraben?

Hinter dem eigentlichen Denkmal, in einem gärtnerisch angelegten Bereich, ruhen sowjetische Soldaten, die im Frühjahr 1945 beim Kampf um die Hauptstadt ihr Leben verloren. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, Schätzungen reichen von 2000 bis 2500 Toten. Namen sind auf den Säulen des Ehrenmals verzeichnet, nicht aber auf einzelnen Grabsteinen.

Wer hat das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten entworfen?

Die Gestaltung stammt vom Bildhauer-Duo Lew Kerbel und Wladimir Zigal sowie dem Architekten Nikolai Sergijewski, beauftragt durch die Führung der 1. Weißrussischen Armee. Feierlich eröffnet wurde die Anlage am 11. November 1945, begleitet von einer Militärparade der Alliierten.

Wie ist das Ehrenmal rechtlich geschützt?

Ein 1992 geschlossener Staatsvertrag zwischen Deutschland und Russland über die Pflege von Kriegsgräbern stellt das Ehrenmal unter völkerrechtlichen Schutz. Instandsetzungen fanden unter anderem in den 1990er Jahren und 2014 statt.

Ist das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten frei zugänglich?

Ja, das Ehrenmal ist eine öffentlich zugängliche Gedenkstätte und jederzeit kostenlos zu besuchen. Der Eingang ist rollstuhlgerecht.

Quellen: de.wikipedia.org

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