Die Flora ist der Botanische Garten Kölns im Stadtteil Riehl, eröffnet 1864 als historistische Gartenanlage. Heute wachsen hier auf über 11 Hektar über 10.000 Arten heimischer und exotischer Pflanzen, der Eintritt kostet nichts.
- Historistisches Parterre zwischen Haupteingang und Festhaus, 1862 von Peter Joseph Lenné entworfen
- Kamelienwald mit rund 250 Pflanzen, Teil der mit über 650 Zuchtsorten artenreichsten Sammlung Deutschlands
- Alpinum mit Kunstfelsen und Wasserfall für Gebirgspflanzen aus aller Welt
- Palmenallee seit 2008 mit winterharten Chinesischen Hanfpalmen
- Dahliengarten seit 2009 mit über 330 Sorten auf zehn Beeten
Direkt neben dem Kölner Zoo im Stadtteil Riehl liegt eine der ältesten Gartenanlagen der Stadt: die Flora, der Botanische Garten Kölns. Auf über 11 Hektar wachsen hier mehr als 10.000 Pflanzenarten, verteilt auf historische Themengärten, Gewächshäuser und einen eigenen Kamelienwald.
Eine Gartenanlage für die wachsende Stadt
Weil der alte Kölner Botanische Garten dem Neubau des Hauptbahnhofs weichen musste, begann 1862 die Planung einer neuen Anlage in Riehl. Kölner Bürger gründeten ein Komitee und riefen die Flora AG ins Leben, mit einem Startkapital von 100.000 Talern, Schirmherrin war Königin Augusta. Für den Gesamtentwurf gewannen sie den damals 73-jährigen preußischen Generalgartendirektor Peter Joseph Lenné, der verschiedene europäische Gartenstile zu einem historistischen Gesamtbild verband: ein französisch inspiriertes Parterre zwischen Eingang und Festhaus, eine Kaskade nach italienischem Vorbild und eine englische Landschaftspartie mit Baumgruppen. Mittelpunkt der Anlage wurde ein Wintergarten aus Eisen und Glas im Stil eines Palastes, der sogenannte Glaspalast, der sich an Vorbildern wie dem Londoner Crystal Palace orientierte.
Vom privaten Unternehmen zur städtischen Anlage
In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Gebäude hinzu, darunter eine Orangerie, ein Aquarium in einer künstlichen Grotte und ein neobarocker Konzertsaal, der mit Platz für über 2.000 Personen zum größten Saal der Stadt wurde. Die Handelsgärtnerei der Flora AG verlor jedoch gegen erstarkte Konkurrenz, und ab 1890 schrieb das Unternehmen rote Zahlen. Die Stadt Köln musste zunächst Aktien erwerben und das Unternehmen bezuschussen, 1919 übernahm sie die Flora AG vollständig. Seither trägt die Anlage offiziell den Namen Botanischer Garten der Stadt Köln. Nördlich davon ließ die Stadt zwischen 1912 und 1914 einen eigenständigen Botanischen Garten für die wissenschaftliche Lehre anlegen, der 1920 mit der Flora vereinigt wurde.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg fiel die gesamte historistische Gartenanlage einer Kriegszerstörung zum Opfer, erhalten blieben nur Außenmauerwerk und die eisernen Stützen des Wintergartens. Beim Wiederaufbau wurden viele Elemente des Historismus, die man damals als überladen empfand, bewusst vereinfacht oder abgerissen. Erst zum 125-jährigen Jubiläum ließ die Stadt in den Jahren 1985 bis 1990 das Parterre wieder in seiner historistischen Farbigkeit anlegen, dazu die Kaskaden rekonstruieren und den historischen Eingang mit den weißen Torhäusern originalgetreu wiederherstellen. Zum 150. Jubiläum 2014 war auch die Sanierung des Festhauses abgeschlossen, mit neuem Dachsalon und Bistro.
Themengärten und Pflanzensammlungen
Besonders bekannt ist die Flora für ihren Kamelienwald zwischen Kaskade und Subtropenhaus, der aus rund 250 winterharten Pflanzen besteht und Teil einer Sammlung von über 650 Zuchtsorten ist, die als artenreichste Deutschlands gilt. Im Norden erhebt sich das Alpinum, ein Kunstfelsen mit kleinem Wasserfall, der zahlreichen Gebirgspflanzen aus aller Welt einen passenden Lebensraum bietet. Seit 2008 steht hier Deutschlands erste Palmenallee mit winterharten Chinesischen Hanfpalmen, seit 2009 zeigt die Anlage jeden Sommer einen Dahliengarten mit mehr als 330 Sorten. Dazu kommen ein Nutzpflanzengarten, ein Arzneipflanzengarten und der von Joseph Maria Olbrich entworfene Frauenrosenhof, der einzige erhaltene Bau der Kunstausstellung von 1906.
Tipps für deinen Besuch
Der Eintritt kostet nichts, Stand Oktober 2026. Direkt nebenan liegen Kölner Zoo und das Terrarium & Insektarium, nur rund 100 Meter entfernt, ebenso Erdmännchen und Pavianfelsen in der Nähe. Für Kunstinteressierte lohnt sich ein Abstecher zum Skulpturenpark Köln, der etwa 400 Meter entfernt liegt. Du erreichst die Flora bequem mit der Stadtbahn über die Haltestellen Kinderkrankenhaus oder Zoo/Flora, zudem verbindet die Kölner Seilbahn das Gelände mit dem Rheinpark auf der anderen Rheinseite.
Häufige Fragen
Kostet der Eintritt in die Flora Köln etwas?
Nein, Besucher zahlen für den Garten nichts, Stand Oktober 2026. Die tropischen Gewächshäuser und das Subtropenhaus haben eigene Öffnungszeiten.
Wie sind die Öffnungszeiten der Flora?
Der Garten öffnet täglich ab 8 Uhr, Stand Oktober 2026. Im Oktober bis März schließt er um 17 Uhr, im April und Mai um 20 Uhr, von Juni bis September um 20 bis 21 Uhr. Die Gewächshäuser haben von 10 bis 18 Uhr geöffnet, in der kalten Jahreszeit nur bis 16 Uhr.
Was unterscheidet die Flora vom Botanischen Garten?
Beide Anlagen gingen aus unterschiedlichen Gründungen hervor: Die Flora entstand 1862 bis 1864 als Aktiengesellschaft mit historistischem Gartenbild, der nördlich angrenzende Botanische Garten wurde erst 1912 bis 1914 für die wissenschaftliche Lehre angelegt. 1920 wurden beide Anlagen vereint und heißen seitdem offiziell Botanischer Garten der Stadt Köln.
Welche Pflanzen sind in der Flora besonders sehenswert?
Bekannt ist die Flora für ihren Kamelienwald mit über 650 Zuchtsorten, die größte Sammlung Deutschlands. Dazu kommen das Alpinum mit Gebirgspflanzen, der jährlich neu gestaltete Dahliengarten und seit 2008 Deutschlands erste Palmenallee mit winterharten Chinesischen Hanfpalmen.
Wie komme ich zur Flora in Köln?
Die Flora liegt im Stadtteil Riehl direkt neben dem Kölner Zoo. In der Nähe befinden sich die Stadtbahn-Haltestellen Kinderkrankenhaus der Linie 16 und Zoo/Flora der Linie 18, dazu eine begrenzte Zahl kostenpflichtiger Parkplätze.
Quellen: de.wikipedia.org, stadt-koeln.de
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