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Sehenswürdigkeit

Denkmal zur Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Berlin-Mitte

Auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte erinnert seit 1995 ein unterirdisches Mahnmal an die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. Eine Glasplatte im Pflaster gibt den Blick frei auf einen leeren, weiß getünchten Raum mit Regalen für 20.000 Bände.

  • Entworfen vom israelischen Künstler Micha Ullman, eingeweiht am 20. März 1995
  • 5 × 5 × 5 Meter großer unterirdischer Raum mit leeren Regalen für 20.000 Bücher
  • Markiert die authentische Stelle, an der am 10. Mai 1933 über 20.000 Bücher verbrannt wurden
  • Zwei Bronzeplatten im Pflaster zitieren Heinrich Heines Warnung aus „Almansor“
  • Seit Ende März 2019 finanziert der ehemalige Unternehmer Hans Wall die Instandhaltung

Auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte, unweit der historischen Prachtstraße Unter den Linden, erinnert ein unterirdisches Mahnmal an einen der dunkelsten Momente der deutschen Geschichte: die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. Das Denkmal markiert die authentische Stelle des Geschehens und macht es zugleich sichtbar und unzugänglich.

Der 10. Mai 1933

An diesem Tag trugen Mitglieder des Nationalsozialistischen Studentenbundes gemeinsam mit Professoren der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität, mehr als 20.000 Bücher aus der Alten Bibliothek der Universität am Platz zusammen. Begleitet von Blasmusik der SA- und SS-Kapellen setzten sie vor einem großen Publikum vor allem Werke jüdischer, kommunistischer, liberaler und sozialkritischer Autoren in Brand, mitten auf dem damals nach Kaiser Franz Joseph benannten Platz. Seit 1947 trägt der Platz den Namen Bebelplatz.

Gestaltung des Mahnmals

Das Denkmal besteht aus einem fünf Meter breiten, fünf Meter langen und fünf Meter tiefen, vollständig weiß getünchten Raum unter dem Pflaster des Platzes. An den Wänden stehen leere Regale, bemessen für 20.000 Bücher, so viele wie am 10. Mai 1933 in Flammen aufgingen. Zutritt zu dem Raum gibt es nicht, doch eine Glasscheibe im Boden des Platzes lässt Besucher von oben hineinschauen. Gestaltet hat das Mahnmal der israelische Künstler Micha Ullman, die Einweihung fand am 20. März 1995 statt.

Für die Errichtung musste ein längerer Abschnitt der verfüllten Westrampe des darunterliegenden Lindentunnels abgetragen werden. Direkt neben dem Glasfenster informieren zwei gleichlautende Bronzeplatten im Boden Passanten über die Hintergründe des Mahnmals. Eingangs zitieren sie eine Zeile aus Heinrich Heines Tragödie „Almansor“: die bekannte Warnung, dass am Ende dort, wo man Bücher verbrennt, auch Menschen verbrannt werden.

Pflege und Erhalt

Für Pflege und Wartung des Mahnmals kam zunächst, bis Ende 2018, die Wall AG auf, unter anderem muss die Glasscheibe aus Spezialglas regelmäßig ausgetauscht werden. Als der Vertrag auslief und Medien über den schlechten Zustand der verkratzten Scheibe berichteten, übernahm das Bezirksamt Mitte im Februar 2019 selbst die Kosten für den Austausch. Wenig später, ab Ende März 2019, erklärte sich der frühere Unternehmer Hans Wall bereit, die laufende Instandhaltung dauerhaft privat zu finanzieren. Eine neue Glasplatte kostet ihn rund 2.000 Euro.

Ein vergleichbares Mahnmal in Salzburg

Seit 2018 erinnert auch in der Altstadt von Salzburg ein ähnlich konzipiertes Mahnmal an ein vergleichbares Ereignis: Das sogenannte Buchskelett auf dem dortigen Residenzplatz würdigt die Bücherverbrennung, die am 30. April 1938 in der Stadt stattfand, kurz nachdem Österreich an Nazi-Deutschland angeschlossen worden war. Beide Mahnmale verzichten bewusst auf eine triumphale oder monumentale Form und setzen stattdessen auf stille, nachdenkliche Gesten im öffentlichen Raum.

Tipps für deinen Besuch

Das Denkmal liegt mitten auf dem Bebelplatz, direkt neben der Staatsoper Unter den Linden, die nur wenige Schritte entfernt ist. In unmittelbarer Nähe befinden sich außerdem das Deutsche Historische Museum und das PalaisPopulaire. Der Besuch ist jederzeit möglich und kostenlos, da es sich um einen öffentlichen Platz handelt. Wer den Bebelplatz besucht, sollte sich Zeit für den ruhigen Moment am Glasfenster nehmen, der Raum darunter wirkt gerade durch seine Leere und Stille.

Häufige Fragen

Was geschah am 10. Mai 1933 auf dem Bebelplatz?

An diesem Tag trugen Angehörige des Nationalsozialistischen Studentenbundes gemeinsam mit Professoren der damaligen Friedrich-Wilhelms-Universität mehr als 20.000 Bücher aus der Alten Bibliothek der Universität zusammen, vor allem Werke jüdischer, kommunistischer, liberaler und sozialkritischer Autoren. Begleitet von Musikkapellen der SA und SS setzten sie die Bücher öffentlich auf dem damaligen Kaiser-Franz-Josef-Platz in Brand, dem heutigen Bebelplatz.

Wie ist das Denkmal gestaltet?

Unter dem Pflaster liegt ein würfelförmiger, vollständig weiß getünchter Raum mit fünf Metern Kantenlänge. An seinen Wänden stehen leere Regalbretter mit Platz für 20.000 Bücher, betreten werden kann der Raum nicht. Eine Glasscheibe im Boden des Platzes erlaubt Besuchern den Blick von oben hinein.

Welches Zitat gehört zum Denkmal?

Direkt neben der Glasscheibe liegen zwei gleichlautende Bronzeplatten im Boden. Sie zitieren eine Textstelle aus Heinrich Heines Tragödie Almansor: die Warnung, dass dort, wo Bücher brennen, am Ende auch Menschen verbrannt werden.

Wer hat das Denkmal entworfen und wann wurde es eingeweiht?

Der Entwurf geht auf den israelischen Künstler Micha Ullman zurück. Die feierliche Einweihung fand am 20. März 1995 statt.

Ist der Besuch des Denkmals kostenlos?

Ja, der Bebelplatz ist ein öffentlicher Platz, das Denkmal ist jederzeit frei zugänglich und kostenlos zu besichtigen.

Quellen: de.wikipedia.org

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