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Sehenswürdigkeit

Lustgarten

Berlin-Mitte

Der Lustgarten liegt auf der Museumsinsel zwischen Berliner Dom, Altem Museum und Humboldt Forum. Kurfürst Johann Georg legte ihn 1573 als Küchengarten an, seither wurde die zwei Hektar große Fläche mehrmals umgestaltet, zuletzt 1998 und 1999.

  • Entstand 1573 unter Kurfürst Johann Georg als Küchengarten für das Schloss
  • Granitschale von 1831 mit knapp 7 Metern Durchmesser, aus einem Findling der Rauenschen Berge geschlagen
  • 1936 zum gepflasterten Aufmarschplatz für die Olympischen Spiele umgestaltet
  • Von 1998 bis 1999 nach historischem Vorbild wiederbegrünt, Kosten 3,5 Millionen Euro
  • Ort großer Demonstrationen, unter anderem 1921 mit rund 500.000 Teilnehmern gegen rechtsradikalen Terror

Zwischen Berliner Dom, Altem Museum und dem wiederaufgebauten Humboldt Forum liegt eine der geschichtsträchtigsten Grünflächen Berlins: der Lustgarten. Was heute ruhig und grün wirkt, war über Jahrhunderte Schauplatz von Festen, Massenprotesten und politischen Inszenierungen aller Art.

Vom Küchengarten zum ersten botanischen Garten Berlins

Kurfürst Johann Georg ließ die Fläche 1573 als Nutz- und Küchengarten für die Hofküche herrichten, sein Hofgärtner Desiderius Corbinianus setzte die Pläne um. Während des Dreißigjährigen Krieges verwilderte der Garten, Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ ihn 1645 wiederherstellen und nach niederländischem Vorbild neu gestalten. Seit 1646 trägt die Fläche den Namen Lustgarten.

1657 wurde der Botaniker Johann Sigismund Elsholtz zum Gartenmeister bestellt und entwickelte die Anlage zum ersten botanischen Garten der Stadt. Für jedermann frei zugänglich, war der Lustgarten damals der erste eigentliche Gartenplatz Berlins, vorher hatte die Stadt nur Plätze für Markt, Kirche oder Militärübungen gekannt.

Vom Exerzierplatz zur Schinkel-Anlage

Unter dem Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. endete die gärtnerische Nutzung abrupt: Ab 1713 ließ er seltene Pflanzen und Statuen in andere Schlossgärten verlegen und den Platz zum sandgedeckten Exerzierplatz umbauen. Friedrich II. ließ später Kastanienalleen anlegen und ließ den heutigen Berliner Dom zwischen 1745 und 1748 bauen.

Eine grundlegende Neugestaltung kam erst 1826 bis 1829 unter Peter Joseph Lenné, der die Fläche auf Basis von Karl Friedrich Schinkels Plänen in sechs Rasenfelder teilte, ergänzt um eine 13 Meter hohe Fontäne. 1831 fand die markante Granitschale ihren Platz vor der Freitreppe des neuen Königlichen Museums, geschlagen aus einem Findling der Rauenschen Berge mit knapp 7 Metern Durchmesser.

Demonstrationsplatz der Weimarer Republik

In der Weimarer Republik wurde der Platz zum bevorzugten Ort großer politischer Kundgebungen. Am 31. August 1921 demonstrierten hier rund 500.000 Berliner gegen den wachsenden rechtsradikalen Terror. Nach der Ermordung Walther Rathenaus kamen am 25. Juni 1922 rund 250.000 Menschen zu einer spontanen Protestkundgebung zusammen. Am 7. Februar 1933 richtete sich eine Demonstration mit 200.000 Teilnehmern gegen den neu ernannten Reichskanzler Adolf Hitler.

Aufmarschplatz des Nationalsozialismus

Zur Vorbereitung der Olympischen Sommerspiele 1936 ließ Ministerialrat Conrad Dammeier den Platz 1935 und 1936 komplett umgestalten, großformatige Pflastersteine ersetzten die Rasenflächen. Das Reiterstandbild Friedrich Wilhelms III. und die Granitschale mussten weichen, weil sie den Blick auf das Museumsgebäude störten, und rückten an den Rand. Am 1. August 1936 feierten 20.000 Hitlerjungen und 40.000 SA-Männer hier den Abschluss des olympischen Fackellaufs.

Nach dem Krieg ließ die SED-Führung 1950 das beschädigte Berliner Schloss sprengen, um den Platz zu erweitern, wodurch der Lustgarten seinen historischen Namen zunächst verlor und als Teil des Marx-Engels-Platzes firmierte.

Wiederbegrünung nach der Wiedervereinigung

Mit der deutschen Wiedervereinigung bekam der Platz seinen alten Namen zurück. Nach zwei öffentlich diskutierten Wettbewerbsverfahren setzte das Atelier Loidl von 1998 bis 1999 eine Neugestaltung um, die sich an Schinkels älteren Plänen orientierte und rund 3,5 Millionen Euro kostete. Schon zuvor, 1981, war die Granitschale Cantians wieder an ihre historische Stelle vor dem Museumsgebäude gebracht worden.

Tipps für deinen Besuch

Der Lustgarten liegt mitten auf der Museumsinsel, dem UNESCO-Weltkulturerbe im Zentrum Berlins. Das Alte Museum und der Berliner Dom liegen jeweils nur rund 0,1 Kilometer entfernt, das Neue Museum und das Ägyptische Museum mit Papyrussammlung etwa 0,2 Kilometer weiter, ebenso das Deutsche Historische Museum. Der Platz ist frei zugänglich, Hunde sind erlaubt, und der Zugang ist rollstuhlgerecht gestaltet.

Häufige Fragen

Wie groß ist der Lustgarten?

Der Lustgarten umfasst eine Fläche von zwei Hektar. Er liegt im Zentrum Berlins, begrenzt von Berliner Dom, Altem Museum, Kupfergraben und dem Humboldt Forum.

Was ist die Granitschale im Lustgarten?

Die antikisierende Granitschale hat einen Durchmesser von knapp 7 Metern und fand 1831 vor der Freitreppe des heutigen Alten Museums ihren Platz. Steinmetz Christian Gottlieb Cantian schlug sie aus einem Findling der Rauenschen Berge.

Wurde der Lustgarten für NS-Aufmärsche genutzt?

Ja, zwischen 1935 und 1936 ließ Ministerialrat Conrad Dammeier den Platz zu einem gepflasterten Aufmarschplatz umgestalten, unter anderem für Feiern zu den Olympischen Sommerspielen 1936.

Wie sieht der Lustgarten heute aus?

Seit einer Umgestaltung 1998 und 1999 nach Entwurf des Atelier Loidl orientiert sich der Lustgarten wieder an den historischen Plänen von Karl Friedrich Schinkel, mit Rasenflächen, einer Fontäne und Linden entlang der Spree.

Ist der Lustgarten öffentlich zugänglich?

Ja, der Lustgarten ist eine öffentliche Grünfläche, Hunde sind willkommen und der Eingang ist rollstuhlgerecht.

Quellen: de.wikipedia.org

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