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Sehenswürdigkeit

Bebelplatz

Berlin-Mitte

Der Bebelplatz liegt zwischen Staatsoper, Humboldt-Universität und St.-Hedwigs-Kathedrale, direkt an Unter den Linden in Berlin-Mitte. Der Platz aus dem 18. Jahrhundert ist bis heute von historischen Fassaden umstanden, unter dem Pflaster erinnert ein Mahnmal an die Bücherverbrennung von 1933, bei der die Nationalsozialisten tausende Bücher vernichteten.

  • Teil des 1740 von Friedrich dem Großen in Auftrag gegebenen Forum Fridericianum
  • Mahnmal „Bibliothek“ von Micha Ullman, eingeweiht am 20. März 1995, mit Blick auf leere Bücherregale unter der Erde
  • Hauptschauplatz der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 mit rund 20.000 verbrannten Büchern
  • Staatsoper Unter den Linden, St.-Hedwigs-Kathedrale und Alte Bibliothek rahmen den Platz ein
  • Tiefgarage mit direktem Zugang zur Staatsoper seit Dezember 2004

Zwischen Humboldt-Universität und St.-Hedwigs-Kathedrale, direkt an der Prachtstraße Unter den Linden, öffnet sich eine weite, gepflasterte Fläche: der Bebelplatz. Die mächtige Staatsoper auf der einen Seite, die Kuppelkirche auf der anderen, dazwischen freier Raum, der wie aus einem Guss wirkt. Das war schon vor fast 300 Jahren so geplant.

Ein Platz im Auftrag Friedrichs des Großen

König Friedrich der Große gab den Bau des Platzes 1740 in Auftrag, umgesetzt hat ihn der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Rokoko-Stil. Ursprünglich sollte die Fläche noch größer werden, Knobelsdorff führte sie dann kompakter aus. Sie bildete das Zentrum eines repräsentativen Ensembles, das als Forum Fridericianum bekannt wurde. An den Rändern entstanden eine Oper, eine katholische Kirche und eine königliche Bibliothek, dazu zwei Adelspalais. Mehrfach änderte sich das Bild des Platzes im Lauf der Jahrhunderte: Mitte des 19. Jahrhunderts ließ ein preußischer König ihn begrünen, 1928 verschwand das Grün wieder zugunsten einer reinen Pflasterfläche, als die benachbarte Oper umgebaut wurde. Bis heute liegt dort eine Pflasterung aus großen Granitplatten, die an das ursprüngliche Erscheinungsbild erinnert.

Anders der östliche Teil: Hier liegt bis heute eine Grünfläche, ursprünglich als privater Garten eines angrenzenden Adelspalais angelegt. Sie wurde im Krieg zerstört und danach als öffentlicher Café-Garten neu gestaltet.

Die Bücherverbrennung von 1933

Der dunkelste Moment in der Geschichte des Platzes liegt im Mai 1933. Organisiert von nationalsozialistischen Studentenorganisationen, zogen tausende junge Männer mit brennenden Fackeln auf den Platz und warfen Bücher ins Feuer, deren Autoren als politisch unerwünscht galten. Unter den vernichteten Werken fanden sich Schriften bekannter Denker, Schriftsteller und Wissenschaftler jüdischer, sozialistischer oder einfach unbequemer Herkunft. Ein bekannter Autor beobachtete das Spektakel selbst aus der Menge und notierte später, wie bedrückend die Stimmung an diesem Abend gewesen sei.

Seit Mitte der 1990er Jahre erinnert ein Mahnmal des israelischen Künstlers Micha Ullman an dieses Ereignis. Mitten auf dem Platz ist eine unscheinbare Glasscheibe in den Boden eingelassen. Blickst du hinein, siehst du einen unterirdischen Raum voller leerer, heller Regale, die Platz für genau so viele Bücher böten, wie an diesem Tag verbrannt wurden.

Denkmäler und Bauensemble

Im hinteren Teil der Grünfläche stehen drei Bronzefiguren preußischer Generäle aus den Napoleonischen Kriegen, geschaffen von einem bedeutenden Bildhauer des frühen 19. Jahrhunderts. Ursprünglich schon Mitte des 19. Jahrhunderts aufgestellt, verschwanden sie zu Beginn der DDR-Zeit und kehrten erst in den 1960er Jahren wieder zurück. Seit der Jahrtausendwende ergänzen zwei weitere Feldherrndenkmäler aus Marmor den vorderen Bereich.

Die Gebäude ringsum erlitten im Krieg erhebliche Schäden. Beim Wiederaufbau achtete man darauf, die historischen Fronten zu erhalten, auch wenn hinter den Fassaden oft moderne Bauten stehen. Das gesamte Umfeld steht heute unter Denkmalschutz. Unterirdisch verbirgt sich eine große Parkgarage, die seit gut zwei Jahrzehnten einen direkten Zugang zur benachbarten Oper bietet.

Ein Platz für Veranstaltungen

Bis heute dient der Bebelplatz als Bühne für das kulturelle Leben Berlins. Alljährlich erstrahlen die historischen Fassaden beim großen Lichterfestival der Stadt in bunten Farben, bei einem beliebten Open-Air-Event füllt klassische Musik den Platz unter freiem Himmel. Zuletzt stand der Platz auch mehrfach im Zeichen politischer Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen mit Kunstinstallationen.

Tipps für deinen Besuch

Der Bebelplatz liegt mitten im musealen Zentrum Berlins. Direkt nebenan findest du das Denkmal zur Bücherverbrennung und die benachbarte Oper, beide nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Auch größere Museen erreichst du von hier in wenigen Minuten zu Fuß. Zwei U-Bahnhöfe liegen jeweils gut 300 Meter entfernt, dazu halten mehrere Bus- und Straßenbahnlinien unmittelbar am Platz. Autofahrer finden unter dem Pflaster eine Tiefgarage.

Häufige Fragen

Was ist mit dem Bebelplatz in der NS-Zeit passiert?

Am 10. Mai 1933 brannten auf dem damaligen Opernplatz Bücher von Autoren, die als „undeutsch“ galten, mit dabei waren rund 70.000 Studenten, Professoren, SA- und SS-Angehörige. Unter den verbrannten Werken fanden sich Texte so unterschiedlicher Namen wie Freud, Kästner, Heinrich Mann, Marx und Tucholsky. Der Schriftsteller Erich Kästner stand selbst unter den Zuschauern.

Wo finde ich das Mahnmal zur Bücherverbrennung?

In der Platzmitte liegt eine gläserne Bodenplatte. Blickst du hindurch, siehst du einen unterirdischen Raum mit leeren, weißen Bücherregalen aus Beton, die für etwa 20.000 Bücher Platz bieten, so viele wurden hier verbrannt. Das Mahnmal des israelischen Künstlers Micha Ullman wurde am 20. März 1995 eingeweiht.

Warum heißt der Platz Bebelplatz?

Benannt ist er nach dem Sozialdemokraten August Bebel, die Umbenennung erfolgte am 31. August 1947. Vorher hieß der Platz unter anderem Platz am Opernhaus und, nach dem österreichischen Kaiser, Kaiser-Franz-Joseph-Platz. Umgangssprachlich sagen viele Berliner bis heute Opernplatz dazu.

Wie komme ich zum Bebelplatz?

Die U-Bahnhöfe Unter den Linden (U5, U6) und Museumsinsel (U5) liegen beide in kurzer Gehdistanz. Mehrere Bus- und Tramlinien halten an der Haltestelle Staatsoper direkt am Platz. Unter dem Bebelplatz liegt seit 2004 eine Tiefgarage mit 462 Stellplätzen.

Ist der Bebelplatz frei zugänglich?

Ja, der Bebelplatz ist ein öffentlicher Platz und jederzeit zugänglich, ein Eintritt wird nicht erhoben.

Quellen: de.wikipedia.org, berlin.de

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