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Bremen-Vahr
Das Bremer Weserwehr in Hastedt reguliert den Wasserstand der Mittelweser und trennt sie vom tidebeeinflussten Unterlauf. Die heutige Anlage von 1993 ersetzte ein 1911 gebautes Wehr, das nach einem Deichbruch 1981 nicht mehr zu retten war.
Wo die Mittelweser in Bremen-Hastedt in den tidebeeinflussten Unterlauf übergeht, steht seit 1993 eine Staustufe, die den Fluss im wahrsten Sinn im Griff hält: das Bremer Weserwehr. Fünf bewegliche Klappenfelder regeln hier den Wasserstand, daneben sorgen zwei Schleusen dafür, dass Binnenschiffe und Sportboote die Anlage passieren können.
Die Geschichte des Weserwehrs beginnt mit einem anderen Bauwerk: der Unterweserkorrektion, die der Ingenieur Ludwig Franzius plante. Ihr Ziel war, mithilfe schnellerer Gezeiten die Fahrrinne der Unterweser dauerhaft von Ablagerungen freizuhalten, damit größere Seeschiffe passieren konnten. Als Nebenwirkung verschob sich die Grenze der Gezeiten stromaufwärts, und der Flussgrund der Mittelweser begann sich ebenfalls abzutragen. Die Hansestadt musste gegensteuern: Rund einen halben Kilometer unterhalb des alten Hemelinger Hafens entstand ein eigenes Wehr, das den Gezeiten einen künstlichen Halt bot und zugleich dafür sorgte, dass auf der Mittelweser genug Wasser für Frachtschiffe blieb.
Geplant und geleitet wurde der Bau von Immanuel Kölle. Das eigentliche Wehr entstand zwischen 1906 und 1911, zwei Jahre später kam eine Fußgängerbrücke darüber hinzu, und nördlich davon legte man eine Fischtreppe an. Ein Wasserkraftwerk aus Backstein überspannte zusätzlich den Fluss, seine Turbinen gingen 1915 bis 1917 schrittweise ans Netz. Nach der Erweiterung um weitere Turbinen 1926 lieferte das Kraftwerk damals rund die Hälfte des Stroms, den Bremen brauchte. Südlich der Anlage lagen zwei Schleusen, eine lange Kammer für Schleppzüge und eine kurze für einzelne Schiffe. Bomben beschädigten das Wehr im Zweiten Weltkrieg, unbrauchbar machten es aber erst Wehrmachtspioniere, die es im April 1945 kurz vor Kriegsende sprengten. Nach der Reparatur 1948/49 blieb die Konstruktion angeschlagen: Ab Ende 1980 ließ sich ein Wehrkörper nicht mehr bewegen, Anfang 1981 kam es deshalb zu einem Deichbruch an der Staustufe. Das Land Bremen entschied daraufhin, die gesamte Anlage neu zu bauen.
Der Neubau entstand in mehreren Bauabschnitten zwischen 1989 und 1993, jeweils in eigenen Baugruben am linken Ufer, begleitet von Sicherungsarbeiten an der Flusssohle. 1993 lief zunächst der Probebetrieb an, bevor die neue Staustufe im Juni desselben Jahres regulär den Dienst aufnahm, rund 180 Meter flussabwärts ihres Vorgängers. Sie besteht aus fünf gleich breiten Feldern, jedes 30 Meter, die über bewegliche Fischbauchklappen automatisch gesteuert werden. Oberhalb hält sie den Pegel bei Normalstau auf NN plus 4,50 Meter, die Fallhöhe schwankt abhängig vom Wasserstand flussabwärts zwischen etwa drei und sechs Metern. Verglichen mit der alten Anlage lässt das neue Wehr deutlich mehr Wasser abfließen und ist damit besser gegen Hochwasser gerüstet.
Zwischen 1995 und 1999 entstanden die neuen Weserschleusen, die im Sommer 1999 den Betrieb aufnahmen. Die Kammer der Großschifffahrtsschleuse misst 225 Meter in der Länge und rund 12,5 Meter in der Breite, sodass zwei Binnenschiffe von je 110 Metern gleichzeitig geschleust werden können. Daneben steht eine kleinere Schleuse für Sport- und Kleinboote bereit, die Nutzer automatisch und ohne Personal selbst bedienen. Auch über diese Anlage führt eine Betriebsbrücke, die direkt an die Brücke über das Wehr anschließt. Insgesamt kostete der gesamte Neubau aus Wehr und Schleusenanlage 147,7 Millionen Euro, den Großteil davon trug der Bund über das Verkehrsministerium.
Die Betriebsbrücke über dem Weserwehr ist für Fußgänger und Radfahrer freigegeben und bietet einen direkten Blick auf die Klappenfelder und die Fischtreppe auf der Insel zwischen Wehr und Schleuse. Für einen Ausflug lässt sich der Besuch gut mit einem Abstecher in die Bremer Innenstadt verbinden: Das Focke-Museum und der Rhododendron-Park liegen rund 3,6 Kilometer entfernt, die Kunsthalle Bremen etwa 3,7 Kilometer. Wer noch weiterfahren möchte, erreicht nach knapp 3,9 Kilometern das Science Center botanika, das Bremer Geschichtenhaus und den historischen Schnoor.
Ludwig Franzius plante die Unterweserkorrektion, damit stärkere Gezeiten die Fahrrinne der Unterweser von Ablagerungen frei hielten und große Seeschiffe passieren konnten. Das verschob allerdings auch die Erosion flussaufwärts bis in die Mittelweser. Das Wehr setzte dieser Entwicklung einen künstlichen Halt und sicherte gleichzeitig genug Wasser für die Binnenschiffe.
Das 1911 gebaute Wehr wurde im Krieg beschädigt und kurz vor Kriegsende 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Die Reparatur 1948/49 konnte die Konstruktion nicht dauerhaft stabilisieren: Ende 1980 blockierte ein Wehrkörper, Anfang 1981 kam es daraufhin zu einem Deichbruch, und Bremen entschied sich für einen kompletten Neubau.
Ja. Eine Betriebsbrücke führt über das Wehr und darf auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Sie liegt etwa fünf Meter über dem Oberwasser, verbunden mit der Brücke über den Schleusen, sodass du die gesamte Staustufe in einem Rutsch überqueren kannst.
Fünf gleich breite Felder, je 30 Meter, bilden das heutige Wehr. Sie werden durch bewegliche Stauklappen verschlossen, sogenannte Fischbauchklappen, die vollautomatisch arbeiten und den Pegel der Mittelweser auf Normalstau NN plus 4,50 Meter halten.
Das Weserwehr liegt in Bremen-Hastedt bei Mittelweserkilometer 362, etwa 180 Meter flussabwärts des 1945 gesprengten alten Wehres von 1911.
Quellen: de.wikipedia.org
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