Der Pariser Platz liegt direkt am Brandenburger Tor, dort wo die Prachtstraße Unter den Linden endet, mitten in Berlin. 1734 angelegt, im Zweiten Weltkrieg zerstört und bis 1989 Grenzgebiet der geteilten Stadt, gilt er seit dem Wiederaufbau wieder als „gute Stube Berlins“.
- 1732 bis 1734 unter Friedrich Wilhelm I. angelegt, ursprünglich Quarree genannt
- Seit 1814 nach der Eroberung von Paris in den Befreiungskriegen benannt
- Fast drei Jahrzehnte am Rand der Berliner Mauer, komplett neu bebaut nach 1989
- Brandenburger Tor, entworfen vom Architekten Carl Gotthard Langhans, bildet den Westabschluss
- Seit 2002 Fußgängerzone mit Hotel Adlon, Akademie der Künste und mehreren Botschaften
Direkt dort, wo die breite Allee Unter den Linden auf das Brandenburger Tor und den Blick auf den Tiergarten trifft, liegt der Pariser Platz. Kaum ein anderer Ort in Berlin hat die wechselvolle Geschichte der Stadt so unmittelbar erlebt wie dieser quadratische Platz: von der preußischen Residenzstadt über die Teilung bis zur Wiedervereinigung.
Vom Quarree zum Pariser Platz
Angelegt wurde der Platz zwischen 1732 und 1734 im Zuge der zweiten barocken Stadterweiterung unter König Friedrich Wilhelm I., nach Plänen des Architekten Philipp Gerlach. Anfangs säumten nur herrschaftliche Wohnhäuser des Adels die Fläche, wegen seiner viereckigen Form trug der Platz zunächst einen französischen Namen, der schlicht Viereck bedeutet. Zusammen mit zwei weiteren, zur gleichen Zeit entstandenen Plätzen markierte er die neue südwestliche Grenze der Stadt.
Seinen heutigen Namen erhielt der Platz zu Beginn des 19. Jahrhunderts, nach dem Einmarsch preußischer Truppen in die französische Hauptstadt im Zuge der Befreiungskriege. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Bebauung im klassizistischen Stil vereinheitlicht, gegen Ende des Jahrhunderts kamen zwei Schmuckbeete und ein Brunnenbecken hinzu.
Zerstörung und Teilung
Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Pariser Platz, besonders während der Kämpfe um die Stadt 1945, schwere Zerstörungen. Die verbliebenen Gebäude wurden in der DDR-Zeit abgerissen, als die innerdeutsche Grenzmauer errichtet wurde, erhalten blieb nur ein kleiner Gebäudeteil an der Ostseite. Fast drei Jahrzehnte lang lag der Platz mitten im Grenzgebiet der geteilten Stadt, direkt am Brandenburger Tor, das in dieser Zeit für die meisten Berliner unerreichbar war.
Der Wiederaufbau nach der Wende
Nach dem Mauerfall wurde intensiv über die Zukunft des Platzes diskutiert. Im Ergebnis entstanden nach festen städtebaulichen Vorgaben einheitliche Neubauten: eine gemeinsame Traufhöhe, überwiegend stehende Fensterformate und ein begrenzter Glasanteil in den Fassaden. Alt und neu sollten dabei zu einem stimmigen Gesamtbild verschmelzen, das an das frühere Erscheinungsbild des Platzes anknüpft. Parallel dazu führten archäologische Untersuchungen zur Neugestaltung der Platzfläche nach historischem Vorbild, mit Fontänen und einer Pflasterung aus Naturstein.
Bis zur Jahrtausendwende führten noch zwei wichtige Bundesstraßen quer über den Platz, seit der Umgestaltung zur Fußgängerzone mit eingeschränktem Fahrverbot werden sie auf Nebenstraßen um den Platz herumgeleitet.
Gebäude am Platz
Am westlichen Rand steht das Brandenburger Tor, direkt angrenzend das traditionsreiche Hotel Adlon, das nach seiner Zerstörung im ursprünglichen Stil neu errichtet wurde. Die moderne, gläserne Fassade der benachbarten Kunstakademie bildet dazu einen bewussten Kontrast. Die Einrichtung selbst ist uralt, eine der ältesten Kunstinstitutionen Europas, und zeigt regelmäßig wechselnde Ausstellungen. Am Platz liegen außerdem zwei wichtige ausländische Botschaften sowie ein markantes Bankgebäude mit auffälligem Innenraum hinter zurückhaltender Fassade.
Tipps für deinen Besuch
In unmittelbarer Nähe des Pariser Platzes liegen ein bekanntes Holocaust-Mahnmal, das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten und das Reichstagsgebäude, alle innerhalb weniger hundert Meter. Die breite Allee Unter den Linden schließt direkt östlich an. Am besten erreichst du den Platz über die Station Brandenburger Tor, die sowohl von der S-Bahn (S1, S2, S25, S26) als auch von der U-Bahn (U5) angefahren wird.
Häufige Fragen
Warum heißt der Platz Pariser Platz?
Ursprünglich hieß der 1734 angelegte Platz nach seiner viereckigen Form Quarree. Den heutigen Namen bekam er 1814, als Erinnerung daran, dass preußische Truppen in den Befreiungskriegen in Paris einmarschiert waren.
Was geschah mit dem Pariser Platz während der deutschen Teilung?
Im Zweiten Weltkrieg richteten Kämpfe und Bomben am Platz schwere Schäden an. Die DDR ließ die Ruinen bis zur Errichtung der Mauer fast vollständig beseitigen, stehen blieb nur ein kleines Stück vom einstigen Palais Arnim. Fast drei Jahrzehnte lang, von 1961 bis 1989, lag der Platz direkt im Sperrgebiet der geteilten Stadt.
Wie wurde der Pariser Platz nach der Wende wieder aufgebaut?
Ab 1993 wurde kontrovers über den Wiederaufbau diskutiert. Die Stadtplaner Bruno Flierl und Hans Stimmann gaben feste Vorgaben vor: eine einheitliche Traufhöhe von 22 Metern, stehende Fenster und maximal 50 Prozent Glasanteil in der Fassade, damit historische und moderne Elemente zu einer Einheit verschmelzen. Seit 2002 ist der Platz eine Fußgängerzone mit eingeschränktem Fahrverbot.
Welche Gebäude stehen am Pariser Platz?
Neben dem Brandenburger Tor stehen am Platz das Hotel Adlon, die Botschaften der USA und Frankreichs, das Gebäude der DZ-Bank sowie die Akademie der Künste, die auf dem Grundstück des ehemaligen Palais Arnim 2005 neu errichtet wurde.
Wie komme ich zum Pariser Platz?
Die Station Brandenburger Tor ist sowohl mit der S-Bahn (S1, S2, S25, S26) als auch mit der U-Bahn (U5) erreichbar und liegt etwa 200 Meter vom Platz entfernt. Mehrere Buslinien halten direkt am Platz.
Quellen: de.wikipedia.org, berlin.de
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