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Sehenswürdigkeit

Schlosspark Stammheim

Köln-Mülheim

Der Schlosspark Stammheim liegt am rechten Rheinufer im Kölner Stadtteil Stammheim und entstand von 1828 bis 1832 nach Plänen des Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe als englischer Landschaftsgarten. Seit 2002 ist der Park zugleich Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst, kuratiert von einer ehrenamtlichen Initiative.

  • 1828 bis 1832 von Maximilian Friedrich Weyhe im englischen Landschaftsstil angelegt, mit rund 600 Bäumen und 500 Sträuchern
  • Rheinseitige Lindenallee und Mittelallee zum ehemaligen Schloss als historische Hauptwege
  • Nach Kriegszerstörung des Schlosses entstand an dessen Stelle das denkmalgeschützte Haberland-Haus
  • Seit 2002 Skulpturenpark mit jährlich wechselnder Ausstellung zeitgenössischer Kunst
  • 2009 von rund acht auf etwa zwölf Hektar erweitert, mit traditionell bewirtschaftetem Bungert

Am rechten Rheinufer, gegenüber dem Stadtteil Köln-Niehl, liegt eine der stillsten historischen Grünanlagen Kölns: der Schlosspark Stammheim. Anders als viele Kölner Parks, die erst im 19. oder 20. Jahrhundert für die wachsende Großstadt entstanden, geht dieser Park auf einen privaten Rittersitz zurück, dessen Garten sich bis heute besuchen lässt.

Von einem Rittergut zum Landschaftspark

Das Rittergut Stammheim wechselte im Lauf der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer, bis es ein Reichsfreiherr aus dem Sauerland für seinen Sohn erwarb. Ein Jahrzehnt darauf beauftragte die Familie den aufstrebenden Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe, der später zum Königlichen Gartenbaudirektor aufstieg, mit der Anlage eines Landschaftsparks. Von 1828 bis 1832 entstand so eine Anlage nach englischem Vorbild, mit einem verzweigten Wegenetz und Alleen, die zum Schloss führten. Rund 50 Arbeitskräfte waren mehrere Jahre lang mit der Anlage beschäftigt, gepflanzt wurden etwa 600 Bäume und 500 Sträucher unterschiedlichster Gattungen, geliefert unter anderem vom Kölner Botanischen Garten.

Der Erbe, der die Anlage in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts übernahm und für sein Engagement das Ehrenbürgerrecht der Stadt Köln erhielt, baute die Gartenanlage bis zu seinem Tod weiter aus. In dieser Zeit entstanden geschwungene Wegeführungen, weitere Baumgruppen sowie ein höher gelegener Aussichtspunkt nahe dem Fluss, von dem aus man bis zum Kölner Dom blicken konnte.

Zerstörung und Wiederaufbau

Schließlich ging das gesamte Stammheimer Anwesen gegen Ende der 1920er Jahre an die Stadt Köln über. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zerstört, danach übernahm ein großes Chemieunternehmen aus der Region die verwüstete Anlage und setzte die Gartenfläche instand. An der Stelle des einstigen Schlosses entstand ein Altenwohnheim, in dessen Innenhof ein erhaltenes Eingangsportal des ursprünglichen Gebäudes eingebaut wurde. Anfang der 1980er Jahre übernahm die Stadt die Liegenschaft erneut, die genauen Umstände dieser Übernahme sind kaum dokumentiert. Das denkmalgeschützte Gebäude diente später als Studentenwohnheim, steht inzwischen aber seit mehreren Jahren leer, eine künftige Nutzung ist noch offen.

In den 1980er Jahren begann die Stadt mit ersten denkmalpflegerischen Maßnahmen an historischen Gartenanlagen, auch der Schlosspark Stammheim profitierte davon. Grundlage war ein wiederentdeckter Originalplan aus den 1830er Jahren. Seit der Jahrtausendwende wurde die Anlage im Rahmen eines größeren Strukturprojekts weiter dem historischen Zustand angenähert, alte Blickachsen wurden freigelegt und überwuchertes Unterholz zurückgeschnitten.

Kunst im historischen Park

Seit der Jahrtausendwende ist der Schlosspark Stammheim zugleich Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst, organisiert von einer ehrenamtlich tätigen lokalen Initiative. Viele der gezeigten Objekte sind als dauerhafte Installationen fest verankert, jedes Jahr erscheint ein aktualisierter Katalog mit den gezeigten Werken. Damit knüpft der Park an eine ältere Tradition an: Schon im 19. Jahrhundert war das Stammheimer Schloss unter seinen adeligen Bewohnern für einige Jahre ein Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens.

Heutige Gestalt

Die heutige Anlage entspricht im südlichen, historischen Bereich weitgehend ihren ursprünglichen Ausmaßen und ist, bis auf die Rheinseite, von altem Backsteinmauerwerk eingefasst. Vor einigen Jahren wurde das Gelände nach Norden erweitert, diese neuere Fläche wird in traditioneller Form als Streuobstwiese bewirtschaftet, ergänzt durch Bienenstöcke eines Imkers. Zu den alten Baumbeständen zählen zahlreiche seltene Arten, an den kleinen, gemauerten Rondellen blühen Rhododendren.

Tipps für deinen Besuch

In der Nähe liegt die Flora und Botanischer Garten, gut drei Kilometer entfernt, ebenso mehrere Gehege des Kölner Zoos wie der Elefantenpark und das Urwaldhaus. Mit der S-Bahn-Linie 6 erreichst du die Haltestelle Köln-Stammheim, von dort weiter mit der Buslinie 151 oder 152 Richtung Leverkusen Bayerwerk bis zur Haltestelle Stammheimer Friedhof/Schlossstraße. Für individuelle Führungen durch den Park gibt es einen direkten Ansprechpartner.

Häufige Fragen

Wer hat den Schlosspark Stammheim angelegt?

Der Gartenarchitekt und spätere Königliche Gartenbaudirektor Maximilian Friedrich Weyhe legte den Park von 1828 bis 1832 nach englischem Landschaftsvorbild an, im Auftrag der Familie von Fürstenberg, die das Rittergut Stammheim 1818 erworben hatte. Rund 50 Arbeitskräfte waren während der mehrjährigen Bauzeit beschäftigt, gepflanzt wurden etwa 600 Bäume und 500 Sträucher verschiedenster Gattungen.

Was ist aus dem Schloss Stammheim geworden?

Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Krieg ließ die Bayer AG, die das Gelände damals verwaltete, an seiner Stelle das Altenwohnheim „Haberland-Haus“ errichten, in dessen Atrium ein erhaltenes Portal des ursprünglichen Schlosses integriert wurde. Das denkmalgeschützte Gebäude diente später als Studentenwohnheim und steht seit 2001 leer.

Was zeigt die Kunstausstellung im Schlosspark?

Seit dem Jahr 2002 nutzt die Initiative Kultur Raum Rechtsrhein (KRR) den Park als Ausstellungsgelände für moderne Kunst. Viele der gezeigten Objekte sind dauerhafte Installationen mit Bezug zur Geschichte des ehemaligen Schlosses. Jährlich erscheint ein aktualisierter Katalog mit den gezeigten Werken und ihren Künstlern.

Wie groß ist der Schlosspark Stammheim?

Ursprünglich umfasste der Park rund acht Hektar, 2009 wurde er nach Norden hin auf etwa zwölf Hektar erweitert. Die neuere Erweiterungsfläche wird traditionell als sogenannter Bungert bewirtschaftet, ergänzt durch Bienenstöcke eines Imkers.

Wie komme ich zum Schlosspark Stammheim?

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du mit der S-Bahn-Linie 6 bis zur Haltestelle Köln-Stammheim, von dort weiter mit der Buslinie 151 oder 152 Richtung Leverkusen Bayerwerk bis zur Haltestelle Stammheimer Friedhof/Schlossstraße. Mit dem Auto erreichst du den Park über die A3, Abfahrt Mülheim, Richtung Leverkusen auf der B8.

Quellen: de.wikipedia.org, schlosspark-stammheim.koeln

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