Mit 148 Hektar ist der Stadtpark im Hamburger Stadtteil Winterhude einer der großen grünen Rückzugsorte der Stadt. Eröffnet 1914, gilt er als wichtiges Beispiel dafür, wie sich der deutsche Garten- und Landschaftsbau vom reinen Volksgarten zum modernen Volkspark entwickelte.
Eine Antwort auf die wachsende Stadt
Im 19. Jahrhundert, während der Industrialisierung, wuchs Hamburg rasant, viele innerstädtische Grünflächen verschwanden unter Bebauung. Als Ausgleich beschlossen Senat und Bürgerschaft 1901, angrenzende Flächen sowie das sogenannte Sierichsche Gehölz zu erwerben. Nach einem Gestaltungswettbewerb ohne brauchbares Ergebnis legte Oberingenieur Ferdinand Sperber 1909 zwei eigene Entwürfe vor. Der neu berufene Baudirektor Fritz Schumacher stellte 1910 gemeinsam mit Sperber einen Plan vor, der auf einem Entwurf von Alfred Lichtwark aufbaute. 1914 öffnete der Park, die vollständige Fertigstellung zog sich noch vierzehn weitere Jahre hin, maßgeblich begleitet von Otto Linne, dem ersten Gartenbaudirektor der Stadt.
Was du beim Spazieren entdeckst
Kernstück ist das Sierichsche Gehölz, ein 35 Hektar großer, überwiegend mit Eichen bestandener Altbestand rund um das Planetarium. Dieser Wasserturm entstand 1912 bis 1915, sein Entwurf stammt von Oskar Menzel, erst 1930 wurde er zum Planetarium umgebaut. Das 1885 errichtete, denkmalgeschützte Sierichsche Forsthaus dient heute als Sitz des Stadtpark Vereins Hamburg und als Informationszentrum. Weite Wiesen, der Stadtparksee und die Festwiese prägen das übrige Bild, seit einem 1995 verabschiedeten Parkpflegewerk wurden historische Elemente wie die Ulmen-Einfassung der Festwiese schrittweise wiederhergestellt.







